Robocash – (beinahe) zwei Jahre sind vergangen

Im Februar 2018 hatte ich euch ein Update zu meinen Erfahrungen mit Robocash nach einem Jahr gegeben. Damals konnte ich eine stolze Rendite von 14.44 Prozent vorweisen, aber es war schon absehbar, dass sich dieses Niveau nicht auf Dauer halten liesse. Die Plattform hatte einfach zuviel Investorengeld eingesammelt und konnte nicht genügend Kredite bereitstellen. Daher kamen weitere Länder wie auch weitere Kreditvermittler ins Spiel. Meine Gesamtrendite nach bald zwei Jahren beläuft sich auf 28.01%, also im Schnitt noch mehr als 14% pro Jahr (nicht annualisiert). Die hohe Rendite dürfte auf zwei Faktoren zurückzuführen sein. Erstens konnte ich noch relativ lange mein Geld zu 14 Prozent anlegen und hatte eher weniger viel Cash auf dem Konto. Zweitens spielt hier der Zinseszinseffekt langsam eine wichtigere Rolle. Ich bin vollends zufrieden mit dem Resultat bei Robocash.

Warum gibt es gerade jetzt ein Update?

Berechtigte Frage, ich hätte ja auch einfach bis zum 22. Februar warten können und ein Update nach genau 2 Jahren online stellen können. Klar, wäre irgendwie schöner gewesen, aber hätte es mehr gebracht, wenn ich noch einige Wochen gewartet hätte? Ich denke eher nicht, und ausserdem sind die Änderungen bei den Krediten auch schon vor einigen Wochen passiert, also denke ich der Zeitpunkt ist nicht schlecht für ein Update.

Was ist passiert?

Eigentlich ist genau das passiert, was zu erwarten war. Die Plattform hatte zuviel Investorengeld, welches nicht komplett angelegt werden konnte. Also hat man zuerst versucht die Kreditverfügbarkeit zu verbessern, und als das nichts half, wurden die Zinsen gesenkt. Neu beträgt der Standardzinssatz 12 Prozent, was immernoch gut ist. Es wurden neue Kreditvermittler sowie neue Regionen erschlossen. Spannend finde ich, dass es auch Robocash in den Philippinen gibt. Wie ihr aus untenstehendem Bild entnehmen könnt, sind Kredite von nahe zu einer Million Euro verfügbar. Lasst euch von der Zinsrange 11 bis 15 Prozent nicht beirren, alle Kredite sind zu 12 Prozent verfügbar, es handelt sich lediglich um eine Voreinstellung. Hoffen wir es mal, dass nicht 11 Prozent Kredite folgen 😉 Spass beiseite, bei einer Million offenem Kreditvolumen, denke ich nicht, dass uns das in den nächsten Monaten bevorsteht.

Auszug der verfügbaren Kredite bei Robocash, Stand 1. Januar 2019

Fazit

Ich lasse meine Investitionen weiterlaufen bei Robocash und erfreue mich an den Zinsen und Zinseszinsen. Ich hoffe auf noch viele weitere beschwerdefreie Jahre mit Robocash 😉

Bondora ist keine Plattform für p2p Anfänger

Mein Verhältnis mit Bondora ist zugegebenermassen etwas zwiespältig (ich selbst bin da ausgestiegen vor etwa einem Jahr und habe mir jetzt aus Spass wieder einen Account angelegt). Einerseits ist Bondora eine der ältesten p2p Plattformen, die wir im europäischen Raum kennen und bietet eine Fülle statistischer Daten, welche nur kaum von anderen Plattformen geboten wird. Andererseits ist Bondora eine Marketingmaschine sondergleichen und suggeriert allen Interessierten (und nicht Interessierten), dass hier hohe Renditen erwirtschaftet werden können, und das problemlos, es ist ja alles so einfach…. Es stimmt natürlich, dass auch heute noch positive Renditen erwirtschaften werden können, aber meiner Meinung nach nur für Investoren, welche über einige Erfahrung im p2p Bereich verfügen (oder Investoren, welche in der Lage sind statitische Daten auszuwerten und über programmier skills verfügen). Für den Ottonormalverbraucher und p2p Neuling ist das wohl aufgrund der Komplexität, welche sich in Tat und Wahrheit hinter Bondoras lächelnder Fassage verbirgt, eher schwierig erreichbar.

Was mich an Bondora stört

Punkt eins ist einfach die Marketingmaschine, welche die Salesleute miteinbezieht. Ich kenne keine andere Plattform, welche Investoren in vergleichbar penetrantem Ausmass bearbeitet. Sogar bei der Registrierung kann man gleich seine Einzahlung vornehmen. Einen Tag später kriegt man bereits Emails, dass man noch nicht eingezahlt hat. Das wiederholt sich dann wieder und schliesslich wird man noch

Renditeverteilung gem. Bondora
telefonisch kontaktiert mit einer billigen Nachfrage ob man noch Fragen habe. Dort geht es einzig und allein drum Gelder reinzuholen (meine Meinung). Zweitens wird suggeriert, dass alles easy geht, einfach Portfolio Manager anschmeissen und gut ist. Der Portfolio Manager ist bei Neuinvestoren übrigens standardgemäss eingeschaltet, das heisst eingezahltes Geld wird sofort investiert. Ich zumindest möchte hier aber das Sagen haben, wann investiert wird und möchte keine Überraschung erleben. Drittens präsentiert man sich (in meinen Augen in einem zu guten Licht) sehr gut. Wenn man aber die Grafik der Renditeverteilung ansieht, dann merkt man schnell, dass es auch Investoren mit negativen oder nur sehr leicht positiven Renditen gibt.

Sobald man mal einige Monate bei Bondora ist, wird man unweigerlich mit Ausfällen und Verspätungen konfrontiert sein. Dann wird man sich spätestens den Zweitmarkt anschauen und feststellen, dass es doch gar nicht so einfach ist. Man erhält Zugriff auf sehr viele Daten und kann diese Auswerten und so besser anlegen. Das setzt aber voraus, dass man sich intensiv mit der Materie beschäftigen muss. Wer das möchte und kann, für den ist Bondora sicherlich geeignet, aber für Anfänger eher weniger. Zudem sollte man über Fähigkeiten in der Programmierung verfügen (für die API), wenn man vorne mitmischen will. Denn die besten Angebote gehen automatisch weg… Für Interessierte empfehle ich den Oktaeder Blog, er hat viel Erfahrung mit Bondora und auch gleich noch ein Plugin für Firefox entwickelt, welches die Handhabung von Bondora für Fortgeschrittene vereinfacht. Wer Bondora trotzdem von Anfang an nutzen möchte, kann sich mit diesem Link registrieren und kriegt gleich noch 5 Euro Startguthaben geschenkt.

Was ist denn „die“ richtige Plattform für einen p2p Anfänger?

Die einzig wahre Plattform gibt es meines erachtens nicht, aber irgendwo muss man doch anfangen 😉 Ich würde aber empfehlen mit Mintos zu starten um erstmal ein Gefühl für den p2p Markt zu bekommen. Ihr könnt dort mit Buyback anlegen (wie ja Eurocent zeigt ist das nicht ohne Risiko) und diverse autoinvests anlegen. Nach einiger Zeit seht ihr auch, dass es Verspätungen, vorzeitige Ablösungen und Buybacks gibt. Um anzufangen erachte ich daher Mintos als eine der geeignetsten Plattformen. Zudem kriegt ihr als Neuinvestor (aber nur wenn ihr euch über diesen Link registriert) 1 Prozent cashback auf eure Anlagen der ersten 3 Monate. Investiert ihr also 1000 Euro, kriegt ihr 10 Euro als Dankeschön obendrauf. Mintos bietet eine Fülle an Krediten, von kurzfristigen Payday Krediten, über Autokredite, zu Immobilienkrediten, Rechnungsfinanzierungen und so weiter. Daher meine Empfehlung zu Mintos als Einstiegsplattform.

Denkbar wären meines Erachtens auch noch Robocash, Viainvest (derzeit aber sehr wenige Kredite) oder Swaper. Die sind alle einfach in der Handhabung, es gibt aber nicht soviel Auswahl wie bei Mintos.