Brickowner, Neofinance und TransferGo auf Seedrs

Momentan kann man sich an einigen p2p/crowdfunding Plattformen sowie Geldtransfer Unternehmen als Aktionär beteiligen. Ich gehe nachfolgend nur auf Brickowner, Neofinance und TransferGo ein. Es gibt noch weitere Pitches wie beispielsweise von Black Pearl, welche ich aber als überteuert anschaue. Eine Bewertung von 20 Millionen Pfund für eine Plattform, welche erst gerade gestartet ist und noch nichts erreicht hat, scheint mir zuviel zu sein. Abundance wäre vielleicht noch einen Blick Wert, aber ich kenne die Plattform nicht wirklich.

Lest doch noch kurz meine Beschreibung zu Seedrs, bevor ihr euch für ein Aktieninvestment bei einem Startup entscheidet (Risiko eines Totalausfalls). Noch was: die nachfolgenden Pitches sind schon sehr weit fortgeschritten in der Finanzierung. Dies hat einen einfachen Grund, die Projekte wurden zuerst einem eingeschränkten Investorenkreis vorgestellt und dort bereits gut gefüllt. Eigentlich ein gutes Zeichen. Keine Sorge, ihr werdet von allen Projekten sicherlich was abbekommen, da alle Projekte auch ein Overfunding akzeptieren (Finanzierung über 100 Prozent) und somit ein bisschen mehr vom Aktienkapital verkaufen, als vorgesehen.

Brickowner – Immobilienprojektfinanzierungen aus Grossbritannien

Über Brickowner habe ich schon einige Male berichtet, zum aktuellen Pitch geht es hier lang. Ich habe in früheren Fundingrunden mitgemacht und bin daher bereits Kleinaktionär dieser Firma. Und wenn ich Kleinaktionär sage, dann meine ich das auch so. Ich halte etwa 0.002% vom Aktienkapital 😉 Der Transparenz wegen, teile ich euch das mit. Theoretisch könnte ich ja so in einen Interessenskonflikt kommen. Keine Sorge, ich bleibe objektiv. Brickowner konnte 2018 ein starkes Wachstum an den Tag legen, und kann auch etwa 280k GBP Umsatz vorweisen für die ersten 9 Monate (zudem wurde vorige Woche das erste Projekt komplett zurückbezahlt). Das reicht natürlich lange nicht um die Kosten zu decken und weiteres Wachstum zu finanzieren. Ich stehe der Entwicklung der Plattform positiv gegenüber, da die Projekte nun deutlich schneller finanziert werden als zuvor. Die Plattform hat auch ein Abwicklungssystem für Asset Manager entwickelt, welche ihre Projekte nun auch über Brickowner können und dafür eine Gebühr zahlen. Ich mag Firmen, welche verschiedene Standbeine besitzen. So kann Brickowner via der Plattform eigene Projekte abwickeln oder die Abwicklung für andere Asset Manager zur Verfügung stellen. Negativ könnte sein, dass die englische Regulierungsbehörde FCA den p2p Immobiliensektor genauer unter die Lupe nimmt und es dort eventuell zu Verschärfungen kommen könnte. Brickowner verfügt noch nicht über eine definitive Lizenz der FCA, ist aber in den letzten Zügen dazu (wofür auch diese Kapitalspritze unter anderem genutzt wird). Falls ihr auch in Brickowner Projekte investieren wollt, kriegt ihr GBP 50 Cashback wenn ihr euch über diesen Link registriert und mindestens 1k GBP investiert (kann auch gestaffelt erfolgen).

Ich habe entschlossen bei dieser Seedrs Runde von Brickowner auszusetzen, da ich ja bereits investiert bin. Das Mindestinvestment beträgt GBP 32.43.

Neofinance – die führende P2P Plattform in Litauen

Auch der littauische p2p Marktführer Neofinance finanziert sich via Seedrs. Die Plattform ist mir seit 2017 bekannt, fungierte damals aber noch unter dem litauischen Namen Paskoluklubas (in Litauen fungiert die Plattform immernoch unter diesem Namen, Neofinance wurde für die internationale Expansion gewählt). Ich hatte mich damals aus zwei Gründen gegen die Kreditvergabe auf Neofinance entschieden: 1) Gab es keine anständige Seite in Englisch oder Deutsch 2) wurden 15% der Zinsen zurückbehalten und eine Rückforderung/Anrechnung wäre wohl schwierig und sehr zeitaufwändig geworden. Glücklicherweise trat per Anfang 2018 in Litauen eine Regelung in Kraft, welche ausländischen Investoren eine Freigrenze für Zinserträge von EUR 500 pro Jahr ermöglicht. Die Zinsen werden trotzem zurückbehalten, im Januar 2019 kann man aber die Freigrenze rückwirkend für 2018 beantragen und kriegt die zurückbehaltenen Zinsen auf das Konto gebucht. Soweit sollte es theoretisch laufen, mal sehen ob es funktioniert. Ist ja das erste Mal, dass diese Regelung greift.

Die Plattform an sich bietet keinen Buyback, jedoch die Möglichkeit vor jedem Investment den Provisionsfund zu aktivieren, welcher Ausfälle übernimmt. Dafür wird vom Investor eine Gebühr verlangt, welche sich an der Laufzeit und dem Kreditzins orientiert. Ich starte mal einen Testversuch in den nächsten Tagen. Neuinvestoren erhalten 10 Euro Startgutschrift bei Anmeldung über diesen Link. Vorraussetzung ist lediglich die Verifikation des Kontos.

Ich bin mir am überlegen einen kleinen Betrag in die Seedrs Kampagne zu stecken, just for fun, damit ich auf dem Laufenden bleibe über die Entwicklung. Das Mindestinvestment beträgt EUR 12.56.

TransferGo – Geldtransfer mit andersartigem Konzept

Auch der Zahlungsdienstleister TransferGo sucht Kapital, mehr als 10 Millionen wurden bereits von Venture Capital Firmen bereitgestellt, der Rest kann nun auf Seedrs noch beigesteuert werden. Die Bewertung liegt bei 60 Millionen, scheint mir relativ happig zu sein auf den ersten Blick. Das Konzept ist leicht anders als bei Transferwise oder Currencyfair. Bei TransferGo kann man sein Geld zum Mittelkurs ohne Aufschlag wechseln und gratis transferieren. Gratis aber nur, wenn man eine Woche oder so wartet. Die Plattform gibt einem vor der Überweisung die Möglichkeit zu wählen wie schnell das Geld beim Empfänger ankommen soll. Hat man einige Tage Zeit, ist die Überweisung gratis. Muss es von schnell bis sehr schnell gehen, geht das auch, aber das ist dann mit Gebühren verbunden. Die Gratisüberweisung ist also eine Art Lockvogel. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sich viele Leute denken, ach dann zahle ich die 99 cents oder so dafür ist das Geld schneller da. Ich muss mir noch überlegen ob ich bei der Seedrs Finanzierung mitziehen soll. Ich glaube aber, dass im Währungstausch- und Transfer noch genügend Platz ist für weitere Anbieter. Das Mindestinvest liegt bei GBP 17.28.

Wer Transfergo einmal ausprobieren möchte, kriegt dafür 10 GBP geschenkt, wenn ihr euch über diesen Link registriert und mindestens GBP 50 im Gegenwert transferiert. Ihr könnt mit Karte oder Überweisung zahlen. Bei der Kartenzahlung fallen aber etwa 2.50 an Gebühren an.
Erzählt mir von euren Erfahrungen, ich habe meine erste Überweisung gerade auf die Reise geschickt und warte jetzt mal ob das Geld wirklich am 2. November kostenlos ankommt wie es mir angezeigt wurde 😉

Bondora Update und Go & Grow als Tagesgeldkonto? 5 Euro Startprämie

Nunja, fleissige Leser dieses Blogs werden wissen, dass Bondora und ich keine Freunde waren, auch jetzt noch nicht, aber mein Verhältniss zu der Plattform hat sich im letzten Jahr etwas verbessert. Nachdem ich vor mehr als einem Jahr Anfängern von der Plattform abgeraten habe, startete ich einen zweiten Versuch mit Bondora.

Ich habe im September letzten Jahres einen Portfolio Manager (Autoinvest) mit der Risikoausprägung ausgewogen (balanced) gestartet und nur sporadisch draufgeschaut, aber nie eingegriffen (auch keine Ein- oder Auszahlungen). Nach einem Jahr steht meine Rendite (blauer Balken) noch über der erwarteten Minimalrendite, hat aber über die Zeit stark abgenommen und das war und ist ein Kritikpunkt von mir an Bondora.

Bondora Rendite
Meine Bondora Rendite nach einem Jahr
Anfänglich sieht alles super aus mit sehr hohen Renditen, welche sich langsam relativieren. Aber vom Ergebnis bin ich positiv überrascht. Ich hoffe nur meine Rendite bleibt auch wirklich in der erwarteten Bandbreite über die nächsten Monate und Jahre. Bondora ist keine Plattform für kurzfristige Engagements, also war sie bis anhin, aber jetzt gibt es das Go & Grow Angebot (weiter unten mehr dazu).

Das Bondora Angebot in Kürze

Bevor ich auf das Go & Grow Angebot eingehe, möchte ich kurz einen Überblick über die Dienstleistungspalette geben:

Portfolio Manager
Der Portfolio Manager ist grundsätzlich ein einfacher Autoinvest mit sehr wenigen Einstellungsmöglichkeiten. Ideal, wenn man sich nicht mit der Plattform auseinandersetzen möchte und den Renditeerwartungen vertraut.

Portfolio Manager pro…
… entspricht eigentlich dem Portfolio Manager, jedoch hat man hier mehrere Einstellungskriterien die man anpassen kann. Man kann beispielsweise Länder und Ratings ausschliessen sowie die Darlehenslaufzeiten wie auch die Investitionsgrösse pro Kredit bestimmen.

API
Man kann auch via Schnittstelle investieren und seine Investments genau auswählen. Dies erfordert jedoch Programmierkenntnisse oder ein Plugin für Firefox beispielsweise. Zudem muss man sich vertieft mit dem Loanbook auseinandersetzen und die Investmentstrategie ableiten. Diese Variante wird nur sehr wenig genutzt.

Und jetzt eben Go and Grow (ein Ersatz fürs Tagesgeld?) mit 6.75 Prozent Zinsen

Mit Go und Grow schliesst Bondora für mich die Lücke in der Angebotspalette in dem es nun auch eine kurzfristige Anlagemöglichkeit gibt. Dieses Angebot ähnelt sehr stark einem Tagesgeldkonto. Go and Grow wird mit 6.75% per Annum täglich verzinst. Das Geld kann man jederzeit auszahlen lassen, aber Achtung, jeder Rückzug kostet 1 Euro. Das ist ja nicht weiter tragisch, hat mich aber geärgert, da ich das nicht im Voraus wusste, erst als mein Geld angelegt war, sah ich das. Egal, bei 1k Investment ist der Euro beispielsweise nach 6 Tagen wieder drin (sogar etwas mehr als das) 😉 Ich nutze dieses Angebot um einige nicht benötigte Liquidität zu parkieren. Als Alternative zu einer Liquiditätsreserve auf dem Tagesgeldkonto würde ich Go und Grow nicht sehen, für mich stellt es eher eine Ergänzung dar.

Bondora pusht Go and Grow aktuell ziemlich stark (mit diesem Link zur Registrierung kriegt ihr 5 Euro geschenkt auf euer Konto), denn so kommen sie günstiger und einfacher an Kapital, welches sie verleihen können. In eurem Dashboard seht ihr auf der linken Seite Go & Grow und könnt dort direkt das Konto eröffnen. Ihr könnt auch mehrere Angebote gleichzeitig nutzen. Bei mir läuft ja aktuell der Portfolio Manager sowie Go & Grow. Entweder zahlt ihr direkt wie gewohnt auf euer Bondora Konto, unter Verwendung der persönlichen Referenz, ein (Vorname Nachname 123456) und geht dann bei Go and Grow auf Einzahlen. Oder ihr macht eine Überweisung direkt auf das Go and Grow Konto (Daten findet ihr bei Go and Grow Einzahlen). Die Referenz wird hier einfach noch um eure G&G Nummer ergänzt, also etwa so: Vorname Nachname 123456 GG12345. Es ist auch möglich Einstellungen vorzunehmen (Rad rechts oben im Bild), dass alle künftigen Erträge aus beispielsweise dem Portfolio Manager direkt aufs G&G Konto gehen sollen. Es ist auch möglich sein ganzes Portfolio an Bondora zu verkaufen und das Geld dann dort zu parkieren (Vorsicht: stimmt ihr dem zu, ist das irreversibel).

tägliche Zinsen bei Bondora, Tagesgeldkonto
Mein Go and Grow nach einem Tag

Schlussbemerkung

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Bondora mit all den Möglichkeiten und Daten relativ viel Anlaufzeit braucht. Das Go und Grow bietet hier die Ausnahme, da sieht man keine Kredite, nichts, nur wie das Geld „wächst“. Durch meine Erfahrung im letzten Jahr bin ich der Plattform etwas wohler gesonnen als auch schon. Für Anfänger rate ich jedoch immernoch davon ab (ausser go and grow). Ich fände es jetzt übrigens keine gute Idee, wenn ihr eure gesamte Liquidität dort parkiert, aus Risikoüberlegungen ist es immer gut noch einen Teil auf einem Bankkonto, respektive mehreren Konten zu halten. Neuanleger kriegen 5 Euro Prämie bei Anmeldung über diesen Link.

Envestio – mein bisheriger Erfahrungsbericht (Zinsen bis zu 22%)

Anfang dieses Jahres wurde ich auf Envestio aufmerksam, besser gesagt trat eine lettische Digitalmarketing Agentur mit mir in Kontakt und hat mir die Plattform vorgestellt. Das Ziel dabei war natürlich, dass ich einen Post über die Plattform verfasse. Ich habe meine Bedenken geäussert, da mir bei der Kreditprojektauswahl (Immobilien in Spanien, Kryptomining etc) der rote Faden gefehlt hatte. Zudem konnte ich mir nicht vorstellen, dass es wirklich Projekte zu 18% und mehr Zinsen inklusive Buyback gibt. Das Kryptoprojekt zahlte sogar deutlich mehr als 20 Prozent, wenn ich mich richtig erinnere. Irgendwie wurde ich nicht warm mit der Plattform, auch wenn alle meine Fragen beantwortet wurden und man um Transparenz bemüht war. Ich habe dann dankend abgelehnt, Envestio aber weiter beobachtet und bin im Juli dann erstmal mit wenig Geld eingestiegen. Daher gebe ich euch gerne einen Überblick zu meinen bisherigen Erfahrungen.

Registrierung/Einzahlung/Auszahlung – Cashback inklusive

Wenn ihr für die Anmeldung diesen Link nutzt, kriegt ihr 0.5 Prozent Cashback auf eure Investitionen der ersten 9 Monate. Der Cashback wird jeweils um den 5. jedes Monats direkt eurem Investorenkonto gutgeschrieben.

Die Anmeldung geht fix, Email bestätigen und dann seid ihr dabei. Ausweiskopie und Versorgerrechnung (oder Bankauszug) wird erst vor dem Auszahlungsantrag benötigt. Ich schlage vor, macht dies doch aber gleich nach der Anmeldung. Etwas speziell ist, dass man beim Auszahlungsantrag alle Daten selber eingeben kann (Begünstigter, Kontonummer etc). Die Daten sind dann im Formular gespeichert für die Zukunft aber überschreibbar. Ich hatte hier ein Sicherheitsbedenken, denn was passiert, falls ich gehackt werde und jemand mein Geld auf sein Konto überweisen lassen will? Gemäss Envestio findet vor der Auszahlungsverarbeitung noch eine Prüfung statt ob der Empfänger mit dem Investor identisch ist.

Einzahlen könnt ihr mindestens 100 Euro, der Mindestanlagebetrag pro Projekt ist jedoch nur 1 Euro. Eine etwas komische Praxis, aber naja.

Buybackgarantie/Sekundärmarkt

Einen Sekundärmarkt bietet Envestio im traditionellen Sinn (noch) nicht an, jedoch eine jederzeit während der Projektlaufzeit verfügbare 95% Verkaufsoption (nur bei secured debt). Das heisst, falls ihr einen 10 Euro Anteil an einem Projekt haltet, dann könnt ihr diesen Anteil vor Laufzeitsende zu EUR 9.50 (100% – 5%) an die Platform zurückgeben. Tut ihr das nicht, und das Projekt gerät in Ausfall, dann kriegt ihr automatisch 80% des Kapitals zurück. Für die restlichen 20% habt ihr zwei Optionen: a) ihr kriegt 10% sofort (Total 90%) oder 2) ihr wartet die Sicherheitsverwertung ab und kriegt, was es noch zu holen gibt, also theoretisch 20% (aber ihr müsstet da sicher länger warten und ob überhaupt noch was kommt ist fraglich). Dieses Vorgehen gilt für “secured debt“ Kredite, jedoch nicht für subordinated (nachrangige) Kredite. Ich habe bis jetzt noch keine nachrangigen Kredite gesehen. Ich habe in diesem Zusammenhang nachgefroagt, ob nach Ablauf der Projektdauer der Kredit auch verlängert werden könnte, sofern die Zinsen gezahlt wurden. Envestio würde in so einem Fall die Investoren anfragen, sehen aber eher von dieser Möglichkeit ab, da sie solche Situationen vermeiden möchten. Ich habe den Eindruck, dass die Plattform bei Nichtzahlung nicht lange fakelt. Das ist aber nur ein Bauchgefühl, da gemäss Angaben der Plattform ein solcher Fall noch nicht eingetreten ist (bis jetzt).

Envestio bietet bei manchen Projekten auch eine 100% Buybackgarantie an, wenn zum Beispiel 10k in ein Projekt investiert wird. Dies wird aber situativ entschieden und den registrierten Investoren mitgeteilt. Bedenkt dann aber, die Garantie kommt von Envestio, und auf diese müsst ihr vertrauen.

Sicherheiten

Jeder Kredit verfügt über Sicherheiten, welche im Projektbeschrieb aufgelistet sind. Darunter fallen auch persönliche Garantien der Inhaber. Ich gebe diesen Sicherheiten aber sehr wenig Gewicht, da wohl das ganze Geld der Inhaber sowieso in diesen Firmen steckt. Es handelt sich dabei um mehrheitlich kleine, geringkapitalisierte Unternehmen, welche einen Überbrückungskredit/Finanzierung suchen.

Man kann sich fragen, ob die Firmen wirklich derart „verzweifelt“ sind, dass sie 20% (ich nehme jetzt einfach diese Zahl, da diese für Beispielrechnungen einfach nachvollziehbar ist, zudem müssen wir noch berücksichtigen, dass die Plattform auch noch einige Prozente für sich rausnehmen wird, dh der Kredit wohl 25% oder so kostet) an Zinsen zahlen. Ich denke, man muss das ganze etwas relativieren, denn die meisten Kredite laufen 3 bis 9 Monate. Nehmen wir an unser Beispielkredit läuft über 6 Monate, dann sind 20% per Annum, effektiv 10% zu bezahlen vom Kreditbetrag. Wenn eine Firma dieses Geld für einen Wareneinkauf nutzt, denke ich, dass 10% verkraftbar sind, so lange sie mit den Warenverkäufen genügend Marge erzielen. Ich halte die Projekte aber allesamt für sehr risikoreich, damit wir uns da richtig verstehen.

Envestio gibt es seit Dezember 2017…

… Als Plattform, als Privatfonds war das Envestio Management aber bereits seit 2014 aktiv, so steht es zumindest auf ihrer Webseite. Ich fragte das Management dann an, warum man sich jetzt mit Privatinvestoren herumschlägt, wenn man doch schon Jahre mit sehr vermögenden Personen geschäften konnte. Der Hintergrund meiner Frage ist halt dieser: Um 100k zu erhalten braucht man eine vermögende Person, oder einige hundert Privatinvestoren. Was ist einfacher? Ich hätte jetzt gesagt ersteres, aber das ist meine Meinung. Envestio beantwortet die Frage damit, dass man im Crowdlending ein grosses Potential sieht. Zudem ist das Crowdlending nur ein Teil der Servicepalette, welche man anbieten will. Und schlussendlich findet Envestio, dass mit der Zwischenfinanzierung von Unternehmen die Wirtschaft gestärkt werden kann und die Investoren Zinsen verdienen. Eine win win Situation also. Tönt schön und plausibel, aber eben, ich htäte einen anderen Fokus gewählt, aber was weiss ich schon ;). Übrigens, falls eine sehr vermögende Privatperson diesen Artikel lesen sollte, Envestio hat immer wieder Spezialprojekte für Grossinvestoren, welche 100k auf einen Schlag investieren wollen, oder vorallem können 😉

Meine Gedanken zum Schluss

Bisher kamen alle meine Zinszahlungen absolut pünktlich und ich habe keine Verzüge. Da noch kein Projekt das Enddatum erreicht hat, kann ich zu Ausfällen und deren effektiver Handhabung noch nichts sagen.

Ihr habt es vielleicht bereits zwischen den Zeilen gelesen, ich bin hin- und hergerissen. Einerseits finde ich die Idee Unternehmen mit Liquidität zu versorgen, damit diese ihre Geschäftstätigkeit ausüben können, genial. Bezüglich der Risiken habe ich aber so meine Bedenken. Solch hohe Zinsen gibt es nicht ohne entsprechende Risiken. Ich nehme hier immer das magische Dreieck der Vermögensanlage zu Hilfe. Wir haben hier also eine hohe Rendite, gute Liquidität, also müssen die Risiken enorm sein. Vielleicht greift das etwas zu kurz, aber als Ansatz sicher nicht schlecht. Im untersten Abschnitt des verlinkten Artikels wird noch das magische Viereck erwähnt, welches aus Rendite, Risiko, Liquidität und Ethik besteht. Nehmen wir also die Ethik als vierte Dimension hinzu, sieht es ja schon viel besser aus für Envestio (ernst gemeint, da werden Firmen mit Kapital versorgt). Ich kannte das Viereck bisher nicht, bleibe aber lieber bei meinem Dreieck ;).

So, das wars wiedermal von mir, falls euch Envestio interessiert, nutzt diesen Link für die Anmeldung und sichert euch den Cashback. Vor einem Investment, lest aber vielleicht noch diesen Artikel, und fragt euch, ob ihr eure Risiken im Griff habt.