Viainvest mit solidem Jahresergebnis 2017

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Viainvest, oder besser gesagt der Mutter Konzern Via SMS Group, hat ihren noch nicht geprüften Jahresbericht für 2017 veröffentlicht. Ungeprüft bedeuted, dass dieser noch nicht von einer Revisionsgesellschaft wie PWC, E&Y oder so geprüft wurde. Gehen wir mal davon aus, dass die Zahlen korrekt sind 😉 Mein erster Gedanke: Sind die nicht fähig eine schöne Kopie des Geschäftsberichts hochzuladen? Oder zumindest gerade einscannen? Ändert an dem Zahlenmaterial nichts, aber der erste Eindruck ist halt eher dilletantisch. Ich persönlich würde mir als Firma grosse Mühe geben, solche Berichte in einer schöneren Form zu präsentieren.

Tieferer Reingewinn aufgrund der Expansion

Der Reingewinn sank von über 1.1 Millionen Euro im Jahr 2016 auf etwas über 838k für 2017. Das war zu erwarten, denn im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde Geld investiert für die Viainvest Plattform und weitere Märkte wurden erschlossen. Um Geld zu verdienen, muss man halt Geld investieren ;). Die Zahlen wirken solide und ich möchte auch nicht zu sehr ins Detail gehen damit, denn für Aussenstehende ist die Interpretation relativ schwierig. Buchhalterisch ist es immer möglich Sachverhalte zu beschönigen. Am Ende sehen wir sowieso nur die Oberfläche.

Was mir ins Auge sticht

Bei der Durchsicht des Berichts fand ich es relativ spannend zu sehen, dass die Via SMS Gruppe über Liquidität von mehr als 2 Millionen Euro verfügt. Fehlende Liquidität wäre ein Warnzeichen. Man sollte die Lage aber auch nicht als zu rosig anschauen, sollte es mal zu einer Rezession kommen und somit die Ausfälle steigen, wird die Kapitaldecke automatisch dünner. Viel Verwertbares im Sinne von Immobilien oder sonstigen Sachanlagen, welche gewisse Sicherheit bieten, kann die Via SMS Gruppe nicht vorweisen. Die Hauptanlage sind die ausstehenden Kredite, was wenig verwundert. Die Bilanz findet ihr auf Seite 9 des oben verlinkten pdf’s.

Richtig interessant wird es ab Seite 18…

..denn da seht ihr eine Aufstellung der Kreditquoten in den jeweiligen Verzugsstadien. Etwas mehr als ein Fünftel ist im Bereich von 90 und mehr Tagen Verspätung, und dieser Wert wird daher auch vom Gesamtportfolio abgezogen. Das ist etwas besser als 2016, wie ihr auf Seite 19 sehen könnt. Man kann also sagen: Die Ausweitung des Kreditvolumens hat nicht zu einer Verschlechterung der Nichtzahlquote geführt. Schon mal gut, in einem Jahr wissen wir, ob das eine nachhaltige Entwicklung sein wird. Zudem seht ihr auf Seite 19 noch die Verteilung der Kredite nach Land. Auf Seite 23 sind die einzelnen Subunternehmen der Gruppe aufgeführt, beinahe alle sind in komplettem Besitz der Gruppe.

Viainvest scheint 2018 auch noch in neue Geschäftsfelder vorzudringen, denn es wurde in Litauen ein Zahlungsprovider (e-money wie zum Beispiel Paysera) gegründet. Auch im Bereich Kredite mit Kryptowährungen tut sich etwas.

Fazit

Wie gesagt, ein solides Ergebnis. Viainvest ist sicherlich, zusammen mit Peerberry, aus finanzieller Sicht eine der solidesten baltischen p2p Plattformen. Man darf einfach nicht vergessen, dass die Karten in einer Rezession neu gemischt werden. Auch möchte ich noch zum Ausdruck bringen, dass auch wenn sich 839k Euro Reingewinn sehr gut anhören, Gewinnzahlen immer mit Vorsicht zu geniessen sind. Gewinne sind nicht Liquidität auf dem Konto, und die braucht es zum Überleben. Gewinne können auf illiquiden Buchpositionen basieren, welche man vielleicht nicht ins Trockene bringen kann (jaja ich weiss, es gibt Buchhaltungsstandards etc die genau das verhindern sollen. Die Vergangenheit hat einfach gezeigt, dass dies nicht immer funktioniert ;). Ich will den Jahresabschluss überhaupt nicht madig machen, aber ich finde eine gesunde Portion Skepsis und gesunder Menschenverstand ist nie fehl am Platz ;). Alles in allem aber: Well done Viainvest!

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2 Antworten auf „Viainvest mit solidem Jahresergebnis 2017“

    1. Ich glaube man sollte dabei unterscheiden zwischen Plattformen, welche über ihre Bilanz Geld verleihen (mit Buyback) und solche, welche nur Marktplätze sind wie Bondora beispielsweise. Von den ersteren denke ich, dass Viainvest, Peerberry, Viventor sehr stabil sind und wohl auch in einer Krise bestehen werden. Wir werden es sicher rausfinden in den nächsten Jahren.

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