Einfluss von Fremdwährungen auf die Rendite (aus Sicht EUR Anleger)

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Heute geht es nicht um eine spezifische Plattform oder ein Projekt, sondern allgemeiner um den Einsatz und den Nutzen von Fremdwährungen im Anlagebereich. Gerade Mintos bietet hier eine enorme Vielfalt an investierbaren Währungen an. Ich habe weiter unten die Entwicklung einiger Fremdwährungen zum Euro über die letzten 10 Jahre festgehalten. Es ist also eine Betrachtung eines EURO-Anlegers, welcher in verschiedene Währungen investiert hat.

Warum in Fremdwährungen investieren?

Das kann viele Gründe haben, aber die meisten Leute, welche sich in eine andere Währung stürzen tun das wohl, um von einer höheren Verzinsung zu profitieren. Höhere Coupons scheinen einfach attraktiv. Wer möchte nicht in 5% Anleihen investieren, wenn es auf dem Heimmarkt nur noch 1% gibt (der Einfachheit halber setzte ich hier Coupon = Verfallsrendite, was jedoch nur stimmt, wenn die Anleihe bei 100% Kurs steht)? So einfach ist es aber auch nicht. Die 4% Differenz (5 – 1%) gibt es natürlich nicht ohne Risiko, nämlich dem Wechselkursrisiko, welches ihr dann eingeht. Es kann ganz schnell gehen, und der 4% Zinsvorteil kann sich schnell in Luft auflösen (meistens ist es so, dass sich höherverzinste Währungen abschwächen aufgrund höherer Inflationserwartung etc), oder ihr habt Glück und die Fremdwährung gewinnt gegenüber eurer Währung sogar noch an Wert. Man weiss es nie im Voraus! Zudem müsst ihr euch bewusst sein, dass jeder Währungswechsel Kosten verursacht, welche eure Rendite schmälern. Daher solltet ihr die Wechselkurse genau studieren. Meistens lohnen sich Transferwise, Currencyfair und/oder Revolut.

Wie verliefen die letzten 10 Jahre?

Quelle Bloomberg / eigene Darstellung, monatliche Kurse (31.12.07 bis 29.12.17), indexiert

In den letzten 10 Jahren haben wir einige Krisen gesehen (Finanzkrise, Euro-Schuldenkrise etc.). Daher herrschte bei den Währungen rege Bewegung. Schlussendlich bin ich trotzdem erstaunt, wiviele einigermassen stabile Währungspaare es doch gab, auch wenn mit Ausreissern. Unten seht ihr eine Graphik mit den Währungsentwicklungen von 7 Währungen zum Euro über die letzten 10 Jahre (31.12.2007 bis 29.12.2017). Weiter unten habe ich euch dann in tabellarischer Form noch die einzelnen Jahresrenditen aufgelistet.

Ihr seht also, hättet ihr eure Euro vor 10 Jahren in Schweizer Franken angelegt, hättet ihr über 40 Prozent Rendite gemacht. Gut, dass ist natürlich das Extrembeispiel. Gegen den sicheren Hafen CHF, hatten die meisten Währungen kein Brot während der letzten 10 Jahre. Die Graphik veranschaulicht aber auch, dass es mitunter grobe Kursausschläge gab. Über die Jahre relativiert sich das Ganze aber meistens wieder.

Ein genauerer Blick

Quelle Bloomberg / eigene Berechnungen, jährliche Renditen

Ich beginne mit der Tabelle unten. Ein Euro-Anläger hätte also mit einer Anlage in CHF profitiert, aber mit Anlagen in Britischen Pfund oder Polnischen Zloty das Nachsehen gehabt, auf eine 10 Jahresfrist natürlich. Und, ganz wichtig, hier sind keine Anlagerenditen miteinbezogen. Hättet ihr 10 Jahre lang bei p2p mit nur 5 Prozent angelegt, dann hättet ihr auch in den negativ tendierenden Währungen ordentlich profitiert. Bei 10 Prozent Verzinsung um so mehr, wenn man wirklich 10 Jahre durchgehalten, und reinvestiert hätte. Aber auch ohne Reinvestition hätte man gut verdient. Ihr seht, es sind eigentlich nur ein bis zwei Ausreisserjahre, welche die Ergebnisse massiv beinflusst haben.

Von den nächsten vier Währungen hat nur die Anlage in Georgische Lari negativ rentiert. Ein etwas spezieller Fall stellt die Dänische Krone dar. Man sieht dort nur jeweils minimale Abweichungen vom jährlichen Wechselkurs. Das ist damit begründet, dass die Dänische Nationalbank eingreift, und ein Wechselkursregime betreibt.

Quelle Bloomberg / eigene Berechnungen, jährliche Renditen

Fazit

Anlagen in Fremdwährungen können also durchaus lohnenswert sein, jedoch auch gleichermassen riskant. Wer die Schwankungen nicht ertragen kann, sollte im Euro bleiben, es gibt ja genügend Anlagemöglichkeiten. Ich werde die Daten künftig Quartalsweise nachziehen. Falls ihr weitere Währungen in der Übersicht wünscht, lasst es mich wissen. Und nochmals: In den Berechnungen sind keine Anlagerenditen enthalten. Das heisst, hätte man während 10 Jahren auch nur 2.5% jedes Jahr an Rendite erhalten, hätte man in keiner Währung Verluste erlitten! Das soll nicht als Anlageempfehlung verstanden werden, sondern nur als Entscheidungsgrundlage dienen.

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