Lendix versus Anleihen ETF (Renditevergleich)

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Heute wage ich mal einen Vergleich zu ziehen zwischen ETF Bond Anlagen sowie einem Investment bei Lendix. Das mache ich um einmal zu schauen wie sich die p2p Anlagen im Vergleich zu High Yield und Unternehmensbonds schlagen. Ich erhoff(t)e mir daraus Schlüsse ziehen zu können, ob man die Anleihen ETF’s durch p2p Anlagen ersetzen könnte. Um es gleich vorweg zu nehmen, der Vergleich hinkt teilweise, da ich viele Anhaltspunkte schätzen (annähern) musste, oder teilweise ein wenig Äpfel mit Birnen vergleiche. Nachfolgend erläutere ich einige Faktoren, die nicht deckungsgleich sind und daher den Vergleich etwas schwierig gestalten. Nichts desto trotz bin ich davon überzeugt, dass man aus dem Vergleich nützliche Schlüsse ziehen kann.

Was man bei diesem Vergleich beachten sollte

Lendix hat seinen ersten Kredit im März 2015 vergeben, das heisst man konnte sein Kreditportfolio nur über die Zeit aufbauen und nicht wie bei einem ETF eine Anfangsinvestition tätigen und diese so belassen. Das erschwert die Vergleichbarkeit der Renditen, da ich diese zeitgewichten müsste, was ich nicht kann da mir die Daten fehlen dafür. Vom Risikoprofil her kommen die Hochzinsanleihen den Krediten von Lendix wohl am nächsten, obwohl es natürlich nicht genau das gleiche Segment ist. Die meisten Kreditnehmer von Lendix wären wohl nicht in der Lage kotierte Anleihen zu emittieren. Die Regionale Aufteilung ist relativ unterschiedlich, bei Lendix habe ich mich auf die französischen Kredite beschränkt, da die italienischen und spanischen Kredite erst zu kurz laufen und so die Betrachtung verwässern würden. Bei den ETF ist es so, dass die regionale Aufteilung breiter gestaltet ist. Frankreich macht je nach Vergleichsfonds zwischen 15 und 20% der regionalen Allokation aus. Ein Vergleich der sektoriellen Allokation ist auch schwierig, da Lendix wie auch die ETF Provider verschiedene Sektorendefinitionen haben. In den ETF ist der Finanzsektor jeweils etwa mit 20% gewichtet und bei Lendix auf der anderen Seite verschwindend klein. Da die Lendix Kredite auch erst maximal 2.5 Jahre laufen ist die Ausfallquote wohl noch etwas zu gering. Was auch noch zu beachten gilt: Kotierte Anleihen reagieren auf Änderungen des Zinsniveaus. Steigen die Zinsen, so sinken die Anleihenkurse, weil sich eine bestehende Anleihe dem neuen Zinsniveau anpasst und die neue Rendite auf Verfall nun höher ist. Umgekehrt steigen die Anleihenkurse, wenn das Zinsniveau sinkt und die Renditen auf Verfall auch kleiner werden. Das passiert bei den Lendix Krediten nicht, da diese nicht kotiert sind und keine Bewertung (100% Nominal) besteht. Das kann von Vorteil (im Umfeld steigender) und zum Nachteil (bei sinkenden) Zinsen sein. Einzig neue Kredite die auf den Marktplatz kommen sind von Änderungen in der Zinskurve betroffen, da sich natürlich auch das Zinsniveau der Kredite irgendwo an einer Zinskurve orientiert. Das ist jetzt etwas pauschalisiert, aber so funktioniert das in etwa. Es gibt natürlich noch andere Einflussfaktoren wie die Laufzeit (Duration), Couponhöhe etc. Man kann sagen: Je länger die Laufzeit einer Anleihe, desto sensitiver reagiert diese auf Zinsänderungen. Zudem sind Anleihen mit höheren Coupons weniger sensitiv als solche mit tieferen. Aber jetzt Schluss damit, denn über Bondbewertung könnte ich hier alleine Seiten füllen 😉

Und jetzt zum Vergleich…

Gemäss Statistik gibt Lendix eine durchschnittliche Rendite von 6.44% vor (aber wie gesagt, kann man diese nicht eins zu eins übernehmen). Zuerst habe ich die Rendite um die Ausfälle geschmälert in dem ich die Rendite mit dem Ausfallfaktor (3.07% der Kreditanzahl sind ausgefallen) multipliziert habe (auch nicht ganz korrekt, ich weiss…) -> 6.44% x (100% – 3.07%) = 6.23% p.a Rendite nach Ausfällen.

Lendix im Vergleich mit ETF, Quellen: Bloomberg / eigene Berechnungen

Diese Jahresrendite habe ich für den Vergleich in der ersten Graphik für das erste Jahr um 2% und das zweite Jahr um 1% geschmälert. Ab dem dritten Jahr wird die Rendite von 6.23% vollständig miteinbezogen. Da ich keine monatlichen Daten habe, habe ich die Lendix-Kurve der Einfachheit halber jeweils per Anfang eines Jahres gezogen, darum auch die «Treppenform». Klar ist das nicht ganz korrekt, aber wie gesagt… Wir sehen also, dass einzig die High Yield Anleihen in etwa mit den Lendix Renditen mithalten können, was ich in etwa so erwartet hatte.

In der nächsten Graphik habe ich noch die per annum Renditen der verschiedenen ETF und der Lendix Anlagen festgehalten. Man sieht auch hier deutlich, dass die Hochzinsanleihen und Lendix vorne liegen.

Vergleich per annum Renditen Lendix vs ETF Quellen: Bloomberg / eigene Berechnungen

Fazit

Trotz der unterschiedlichen Ausgangslage finde ich, dass man dem Vergleich etwas abgewinnen kann. Man sieht, dass man mit Lendix Krediten bis anhin besser bedient gewesen wäre (aus Renditebetrachtung) als mit den Anleihen ETF’s. Da die Vergleichbarkeit nicht wirklich gegeben ist, sehe ich p2p Kredite als Beimischung für ein Anleihen Portfolio, aber nicht als komplette Alternative. Der Track Record zu den Krediten ist zu kurz und auch die Liquidität bei der Anlage oder der Veräusserung ist nicht gegeben wie bei Anlagen in ETF. Liquidität sollte nie ausser Acht gelassen werden. Was ich noch versuchen werde: Ich versuche mal die Ausfallwahrscheinlichkeit der High Yield Bonds und den Lendix Krediten zu berechnen, aber dazu mehr in einem nächsten Artikel.

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3 Antworten auf „Lendix versus Anleihen ETF (Renditevergleich)“

    1. Ich muss präzisieren: Nicht auf monatlicher Basis sondern jede Buchung in einem File. So muss man nur die Summe einer Spalte im gesuchten Zeitraum addieren.

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