Lend – eine Schweizer p2p Plattform

Die Plattform tritt als LEND in Erscheinung, dahinter steckt die Switzerlend AG mit Sitz in Zürich. Gegründet und geführt wird LEND von ehemaligen Bankern und Serial-Entrepreneuren, welche sich daran stören, dass ein Privatkredit immernoch fast 10 Prozent kostet, in einer Zeit wo Banken sich das Geld quasi gratis leihen können. Ein guter Ansatz, denn das stört mich auch. Es ist ein wirkliches Phänomen, dass die Verzinsung von Kontoguthaben nur schleppend steigt, wenn die Zinsen steigen. Fallen die Zinsen, geht es ganz fix mit der Senkung der Zinsen auf dem Sparkonto.

Lend und die Transparenz mit den Gebühren

Man kann schön in den FAQ nachlesen, dass Kreditnehmer jährlich 0.5% und Investoren 1% an Gebühren zahlen, welche mit den monatlichen Rückzahlungen verrechnet werden. Auf den Kreditprojekten wird immer die Nettorendite ausgewiesen (siehe nebenan), was ein klarer Vorteil gegenüber

Renditeausweis bei Lend.ch

zum Beispiel Cashare ist, welche die Rendite nur Brutto ausweist. LEND geht noch weiter und weist die Rendite auch unter der Berücksichtigung der Annuitätenzahlungen aus. Bravo, das ist sehr gut. Hier ist wirlich netto drin wo netto drauf steht. Aus diesem Grund sind die Renditen bei Lend eigentlich auch nicht tiefer als zum Beispiel bei Cashare.

Es fehlt mir aber auch eine gewisse Transparenz

Und zwar bei den Kreditvolumen. Es wird mit 53.7 Millionen CHF durch Kreditanträge geworben. Anträge sind aber noch nicht bewilligt, und schon gar nicht finanziert. Das ist eine Phantasiezahl, denn es sind erst 151 Projekte finanziert, 53.7 ÷ 151 = 355’000.- pro Kredit. Etwas zuviel für Privatkredite, wenn nicht, hätte ich gerne so einen 😉 Spass beiseite, ein Blick auf die finanzierten Projekte genügt, und man weiss, dass dies eine Marketingzahl ist.

Was mir weiter fehlt: Zahlen zu Ausfällen und Verspätungen. Gemäss Live Chat gab es noch keine Ausfälle, was ja schön ist, aber warum so etwas nicht publizieren? Mir wurde auch angeboten, dass ich für ein Treffen mit den Partnern vorbeigehen könne. Das mache ich auch im 2017, aber zuerst werde ich in Projekte investieren, und da kommen wir zum nächsten Punkt.

Anmeldung

Die Anmeldung geht fix online, und man muss ein Identifikationsdokument hochladen. Danach muss man ein Referenzkonto angeben und von seinem Bankkonto aus CHF 5.- überweisen. So wird sichergestellt, dass einem dieses Konto tatsächlich auch gehört. So weit so gut, aber mich ärgern die CHF 5.- tierisch, denn diese kriege ich nicht zurück. Ich sehe es einfach ganz und gar nicht ein, dass ich für die Anmeldung zahlen soll. Schliesslich kann die Plattform nur mit Investoren gedeihen. Vielleicht bin auch ich einfach ein typischer engstirniger Schweizer und sehe das big picture nicht 😉 /ironie off

Der Umgang mit der 1 zu 20 Regel und den Zinsen

Wie ich schonmal beschrieben habe, kennt die Schweiz die tolle Regelung, dass Kredite mit mehr als 20 Gläubigern als Anleihen/Obligationen gelten. Und solche dürfen nur von Banken ausgegeben werden…. und eine Banklizenz zu erwerben ist naja, gelinde gesagt schweineteuer und sehr zeitintensiv.

LEND geht hier einen sehr pragmatischen Weg, ohne einen ausgeklügelten Algorithmus. Man teilt den Kreditbetrag einfach in 20 Teile auf, was dann dem Mintestanlagebetrag ergibt. Beispiel: Kredit 2’000 / 20 = CHF 100 pro Anteil. Man ist frei auch mehrere Anteile zu erwerben.

Die Zinsen sind nach Laufzeit und Kreditkategorie (A bis C) festgelegt. Es kommt also zu keiner Bietauktion, Pragmatismus pur, was mir zusagt.

Fazit

Ich freue mich immer, wenn es neue p2p Plattformen in der Schweiz gibt, die ich ausprobieren kann. Besonders freut es mich, dass LEND einen guten Eindruck macht und ich das Gefühl habe, dass man etwas bewegen will. Ich investiere jetzt mal und Berichte weiter. Lend kriegt von mir einige Vorschusslorbeeren, ich hoffe, dass diese auch nachhaltig sind.

 

 

 

2 Antworten auf „Lend – eine Schweizer p2p Plattform“

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