Mintos, Twino, Viventor und Konsorten sind eigentlich keine p2p Plattformen

Huch, was, dein Blog heisst ja p2phero, und du sagst uns jetzt, dass vieles was geschrieben wurde, nicht stimmt? Ja, Mintos etc sind keine p2p Plattformen. Und NEIN, alles was ich hier schreibe, entspricht der Wahrheit und ist von mir geprüft.

Warum dann der ganze Aufriss?

Ganz einfach, damit ich mit einem Missverständnis aufräumen kann. Hier habe ich beschrieben, was p2p Kredite eigentlich sind. Es geht also um einen Kredit von einer Person zu anderen. Die Plattform dient hier nur als Mittelsmann.

Dieser Definition entsprechen Plattformen wie Mintos, Viventor, Twino, Swaper usw nicht, da hier das Geld nicht direkt zum Kreditnehmer geht, sondern an einen Loan Originator, also Kreditvermittler. Auch wenn auf den Plattformen jeweils ein einzelner Kredit zum investieren bereit steht, zählt das nicht, die Kredite sind einfach verbrieft. Denn im Hintergrund hat der Kreditnehmer das Geld bereits erhalten und das Geld wird für einen anderen Kredit benutzt. Warum man das so umständlich macht, weiss ich nicht, aber scheinbar wollen Investoren eine Person (wenn auch nur eine imaginäre) auf der anderen Seite. Einfacher wäre es doch, wenn man einfach ein Konto bei einer Plattform hätte und dann dort das Geld einzahlt und dies mit 12 Prozent oder wieviel auch immer verzinst wird. Dann müsste man halt noch eine Mindestinvestmentdauer oder eine Rückzugslimite implementieren. Fertig wäre die Plattform. Das Geld können die Loan Originatoren dann verleihen an ihre Kunden. Falls jemand so eine Plattform ins Leben rufen will, ich bin dabei! Erreichen kann man mich via Kontaktformular.

Warum gehen Kreditvermittler diesen Weg?

Ich kann hier nur ein wenig spekulieren, aber es muss für die Kreditvermittler, also Loan Originatoren, auch eine gute Möglichkeit sein, sich zu finanzieren.

Die andere Möglichkeit ist es für die Kreditvermittler eine Anleihe (Bond, Obligation, Rente etc) auszugeben. Diese hat eine fixe Laufzeit und meistens einen fixen Coupon (Zinssatz). Eine Emmitierung einer Anleihe geht aber nur mit Hilfe einer Bank, und macht das natürlich auch nicht gratis. Zweitens sind die meisten Kreditvermittler auch keine Institute mit langer Firmengeschichte. Die Datenlage (Bilanz, Erfolgsrechnung) gibt noch nicht viele Anhaltspunkte über die Geschäftstätigkeit. Dies wiederum macht es wohl für die Investoren schwierig das Risiko einzuschätzen und zu entscheiden, ob der Zinssatz angemessen ist oder nicht. Das Problem mit der dünnen Datenlage haben übrigens auch die Investoren auf den vermeindlichen p2p Plattformen, denn das Geld wird dieser Firma geliehen. Daran kann man sehen, wiviel der buyback Wert ist…. wahrscheinlich nicht viel, wenn es hart auf hart kommt.

Fazit

Mit diesem Artikel wollte ich euch nur zeigen, dass diese Plattformen vom ursprünglichen p2p Gedanken weg gekommen sind. Das ist nicht weiter schlimm, man sollte es sich einfach vor Augen halten. Ich investiere weiter in diese Plattformen.

Wenn ihr euch fragt, ja gibt es denn noch wirkliche p2p Plattformen gibt, dann ja, es gibt sie. Zum Beispiel Finbee ist eine pure p2p Plattform.

 

 

 

 

4 Antworten auf „Mintos, Twino, Viventor und Konsorten sind eigentlich keine p2p Plattformen“

  1. „warum geht der Loan Originator diesen Weg“

    ganz einfach: weil er seine Gebühr/Marge kassiert und dann das ganze Ausfall-Risiko auf den Investor abgibt.

    1. Das ist natürlich korrekt und eine Erklärung (von vielen), trifft aber bei Buyback Krediten nicht ganz zu. Dort steht der Originator immernoch im Risiko, da er bei zu hohen Ausfällen selbst ausfallen könnte. Aber auch hier wird das Ausfallrisiko des Originators schlussendlich vom Investor getragen.

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