Cashare – der schweizerische p2p Pionier

Ich hatte ja angedroht, dass ich auch einige Schweizer p2p Anbieter vorstellen werde. Nun setze ich meine Drohung in die Tat um 😉 Bevor ich das jedoch tun kann, muss ich auf eine schweizerische Eigenheit eingehen, wenn es um die Geldvergabe geht. In der Schweiz darf kein Schuldner, mehr als 20 verschiedene Kreditgeber haben, denn so eine Schuld gilt gemäss Bankgesetz (BankG) als Anleihe. Und Anleihen dürfen nur Banken emittieren. Eine Banklizenz zu erlangen ist sehr aufwendig und kostspielig. Genau dieser Umstand macht p2p in der Schweiz nur mit grösseren Einsätzen investierbar, da die Zahl an Investoren pro Kredit beschränkt ist. Cashare löst dieses Problem meiner Meinung nach am besten von allen Plattformen.

Cashare wurde mitten in der Finanzkrise gegründet

Genau, 2008 ging cashare.ch an den Start und avancierte vom Pionier zum Marktleader. Die Gründer hatten sicherlich grossen Mut mitten in der Finanzkrise ein Finanzunternehmen zu lancieren. Seien wir ehrlich, ohne Mut, Entschlossenheit, Hingabe und Durchhaltevermögen wird kein gutes Unternehmen gegründet und aufgebaut. Sind diese Grundsteine vorhanden, gelingt ein Unternehmen auch in schwierigen Zeiten.

Vielleicht haben die Gründer aber auch die Zeichen Zeit damals richtig gedeutet. Denn wenn mir 2008 jemand gesagt hätte, dass wir 2015 zum ersten Mal negative Zinsen in der Schweiz sehen… nunja, ich hätte viel Geld bei der Wette verloren. Schlechte Verzinsung bei den Banken = Geschäftspotoential für p2p!

Registrierung

Dies geht einfach, ich kann jedoch keine Stellung dazu nehmen, wie das heute gehandhabt wird, da ich mich vor Jahren dort angemeldet hatte. Ich musste  CHF 5.- von meinem Konto überweisen, Ausweisdokument hochladen und ein Formular A ausfüllen. Dieses Formular dient der Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten (was meistens der Investor sehbst ist, da man ja meistens sein eigenes Geld investiert 😉 ). Die Dokumente wurden sehr schnell verarbeitet und ich konnte loslegen. Noch etwas in eigener Sache: solltet ihr euch bei cashare.ch anmelden, wäre ich dankbar, dass ihr beim Feld „von wem haben Sie von cashare gehört“, einfach „p2phero“ einträgt. Ich erhalte dann von der Plattform eine kleine Vermittlungsprovision. Das ist für euch kostenlos, und hält mich nicht davon ab, hier auch Negatives über die Plattform zu schreiben.

Was bietet cashare für Kreditarten? Zinsen?

Cashare bietet Privatkredite und seit einiger Zeit auch Kredite für kleinere- und mittlere Unternehmen (KMU) an. Früher konnte man noch Crowdprojekte finanzieren, bei denen man aber nur eine Dienstleistung oder Produkt für die Investition bekommen hat. Mittlerweile gibt es nur noch reine p2p Kredite.

Es gibt monatliche Rückzahlungen seitens der Kreditnehmer. Die Zahlungen beinhalten immer einen Teil des Kapitals und einen Zins. Dies nennt sich Annuitätendarlehen.

Wie werden die Kredite finanziert?

Die Kredite werden mit einem vom Kreditnehmer festgelegten Maximalzinssatz auf die Plattform gestellt. Die Investoren können dann in einer Rückwärtsauktion tiefere Angebote abgeben. Das Mindestgebot liegt bei CHF 200.-. Aber Vorsicht, das ist das Mindestgebot der Plattform, es kann sein, dass dies bei den Auktionen zwischendurch höher ist. Dies hat mit der erwähnten Beschränkung auf 20 Kreditgeber zu tun. Cashare hat einen Algorythmus entwickelt, der die Mindesgebotshöhe immer anpasst. Als Beispiel: Kredit 10’000. Es gibt 19 Gebote zu je CHF 500 = 8500, das nächste Gebot muss dann mindestens CHF 1500 hoch sein usw. Ich habe aber noch wenige Auktionen erlebt, bei welchen ich nicht 200 bieten konnte. Nach Ende der Gebotsphase wird das Angebot der Investoren dem Kreditnehmer vorgelegt. Hier kann der Kreditnehmer das Angebot noch sieben Tage überdenken, und muss dann eine Entscheidung fällen. In der Zwischenzeit erhalten die Investoren die Zahlungsinstruktionen, und erhalten den Namen sowie die Adresse des Schuldners. Sofern alle Investoren eingezahlt haben, und das Kreditangeobt angenommen wird, zahlt cashare die Kreditsumme dem Schuldner einige Tage später aus.

Gebühren für Kreditnehmer und Kreditgeber

Ja, ihr lest richtig, auch die Kreditgeber werden zur Kasse gebeten. Die Investoren müssen 0.75% Ihrer Leihsumme an cashare zahlen, im Voraus versteht sich. Der Kreditnehmer zahlt auch 0.75% auf die Darlehenssumme, und kann für zusätzliches Geld noch Versicherungen abschliessen.

Statistiken

Cashare veröffentlicht hier Statistiken. Leider sind diese für mich wertlos, denn meine Fragen beantworten diese nicht. Für was die Angabe nach dem angefragten Kreditvolumen (per heute 238 Millionen) gut sein soll (ausser Marketing) entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Denn einen Kreditantrag zu stellen, heisst nicht, dass dieser auch finanziert wird. Auch wenn wir nur davon ausgehen, dass das tatsächliche Kreditvolumen nur die Hälfte davon beträgt, ist das noch immer ein sehr stolzer Wert.

Man hat mir vor Monaten versprochen Daten zu den Verzügen, Ausfällen und so weiter zu veröffentlichen, aber bis heute habe ich noch nichts davon gesehen.

Fazit

Dieser Artikel ist jetzt schon zu lang geworden, daher höre ich hier auf, und werde in einem nächsten Artikel auf mein Portfolio eingehen und dies mit Screenshots ergänzen.

Auch wenn ich an einigen Punkten Kritik an Cashare übe, finde ich die Plattform trotzdem gut und werde weiter investieren. Es ist die grösste und daher auch liquidiste p2p Plattform der Schweiz.

 

 

 

 

 

 

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