Was sind p2p Kredite?

P2P steht für peer-to-peer (peer = gleichartig oder gleichrangig) und ist eine englische Bezeichnung für Kredite von Privatperson zu Privatperson. Eher selten wird p2p mit peer-to-person übersetzt, was aber gleichviel heisst wie die vorgegangene Übersetzung. Der Einfachheit halber werde ich in weiteren Verlauf die Kurzfassung p2p verwenden.

Was ist p2p denn genau?

Die sprachliche Übersetzung ist nur ein Teil der Bedeutung von p2p. Eine weitere Definition sagt nämlich, dass p2p Kredite ohne Bank oder Kreditvermittler auskommen. Diese Aussage stimmt jedoch nur bedingt, da jede p2p Plattform im Hintergrund auf eine Bank zur Zahlungsabwicklung und weitere Bankgeschäfte angewiesen ist. Am Beispiel von Mintos kann man auch sehen, dass sehr wohl Kreditvermittler (loan originators) im Spiel sind.

Zusammenfassend definiere ich p2p Kredite als Kredite von Personen (ob natürliche oder juristische ist egal, einfach keine Bank oder Kreditvermittler) die via eine Plattform Geld an andere Personen oder Firmen verleiht. Es ist also eine klassiche Dreiecksbeziehung und eingentlich nichts anderes als das Zusammspiel von Sparern die ihr Geld bei der Bank haben und die Bank das Geld dann weiterverleiht als Hypotheken oder Kredite. Einfach ganz ohne Bank.

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Bild: http://kreditvonprivat.cash

Die Geschichte von p2p

Historisch betrachtet haben p2p Kredite ihren Ursprung in den Mikrokrediten. Die erste echte p2p Plattform für Privatanleger startete 2005 in Grossbritannien, mit Zopa. 2006 startete in den USA Lending Club als erste p2p Plattform. Ich lasse jedoch weitere Ausführungen über den amerikanischen p2p Markt weg, da es für europäische Anleger fast unmöglich ist, in den USA auf einer p2p Plattform anzulegen. Das ist aber auch gut so, wer will sich schon freiwillig mit der IRS (amerikaische Steuerbehörde) abgeben und auseinndersetzen.

Da die erste p2p Plattform Europas in Grossbritannien entstanden ist, verwundert es nicht weiter, dass im britischen Raum das Thema p2p Kredite viel stärker verankert ist, als in anderen europäischen Ländern. 2015 wurden bereits 5% des Gesamtkredivolumens im Vereinigten Königreich via p2p Plattformen abgewickelt. Die Tendenz ist stark steigend und p2p ist vom britischen Kreditmarkt kaum mehr wegzudenken. Stärkere Bekanntheit bringt natürlich auch den Regulator auf den Plan etwas besser nachzuschauen. Die FCA (Financial Conduct Authority) ist mit dem Thema p2p bestens vertraut (da sie ja schon mehr als 10 Jahre Erfahrung damit haben). Die FCA ist den p2p Marktplätzen wohlgesinnt, aber zeigt auch Härte bei verstössen gegen die geltenden Regeln. P2P Plattformen erhalten nach rigoroser Kontrollen in erster Instanz erst eine Lizenz auf Probe. In der Probezeit schaut die FCA den Plattformen genau auf die Finger und gibt Ziele vor, die erreicht werden müssen um eine definitve Lizenz zu erhalten. Die FCA schreckt auch nicht davor zurück jemanden die Lizenz wieder zu entziehen wie der aktuelle Fall von Wage payments and payday loans limited eindrücklich zeigt.

Wenn wir uns vom Vereinten Königreich etwas lösen und nach Kontinentaleuropa blicken, stellen wir fest, dass vorallem im baltischen Raum (Estland, Lettland und Litauen) eine grosse Gemeinde von p2p Plattformen angesiedelt ist. Der Vorreiter ist Bondora (vormals Isepankur), welche bereits seit 2008 im p2p Business tätig ist. Auch dort ist der ansässige Regulator bemüht den Plattformen Spielraum zu gewähren, aber auch darauf erpicht dass die Regeln eingehalten werden.

Darum sind p2p Kredite so interessant

Das Thema p2p hat in den letzten Jahren ernorm an Bedeutung gewonnen und der Trend scheint sich unweigerlich fortzusetzen. Es werden Wachstumsraten von mehr als 20% erwartet. Ihr seht also, p2p ist ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Es macht Spass und letztendlich hat man auch die Möglichkeit zweistellige Renditen zu erreichen.