Fastinvest: Ein Beitrag mit gemischten Gefühlen

Ich bin vor etwa einem Jahr durch diesen Thread auf Fastinvest aufmerksam geworden. Damals war die Plattform nicht wirklich interessant, da die Zinsen deutlich tiefer waren als sie heute sind. Zudem gab es scheinbar auch Leute, welche die Plattform promotiert haben, in dem sie sich als Investoren ausgaben. Sieht man schön im oben verlinkten thread. Zudem ist die Anschrift in England ein Businessgebäude, wo man Briefkästen mieten kann. Die Adresse ist noch die selbe wie damals. Die Leute hinter Fastinvest kommen alle aus Litauen, und sitzen wohl auch dort. Zudem stand (und steht wohl immernoch) die Plattform unter genauer Beobachtung der Polnischen Finanzmarktaufsicht.

Vor einigen Wochen wurde ich direkt vom Marketingchef der Plattform angeschrieben, da sie gerne ein Review auf meinem Blog gehabt hätten. Ich habe ihm meine Bedenken gegenüber seiner Plattform mitgeteilt und konkret die obigen Punkte genannt. Er sagte, dass er nichts von den Fake Usern wusste, und dass meine Bedenken unbegründet seien. Da er erst einige Wochen im Unternehmen war, stimmte das mit den Fake Usern natürlich ;). Mittlerweile scheint er auch schon wieder von Bord gegangen zu sein, spricht nicht gerade für Kontinuität. Aber kann auch Zufall sein, wie die Mitarbeiterfluktuation tatsächlich aussieht, weiss ich natürlich nicht.

Warum ich jetzt trotzdem einen Artikel schreibe

Ich habe lange mit mir gerungen (und tue es immernoch), ob ich einen Artikel veröffentlichen sollte oder nicht. Ich hatte letztens ein längeres Gespräch mit einem Leser dieses Blogs, welcher bald ein Jahr bei Fastinvest dabei ist. Nach seinen Aussagen laufe alles bestens. Zudem wurde mir die Plattform von einem Affiliate Provider vorgestellt, über welchen auch beispielsweise Mintos und weitere p2p Plattformen ihre Affiliate Programme laufen lassen. Bevor eine neue Plattform dort zugelassen wird, findet auch noch einmal eine Prüfung der Firma statt. Zudem sind die Kontaktpersonen bekannt und wurden teilweise auch schon Face to Face getroffen. Das gibt mir etwas Zuversicht und es kann schliesslich auch sein, dass ich einfach zu voreingenommen bin. Ich schreibe extra in der Gegenwartsform, da ich noch nicht restlos überzeugt bin. Ich mahne daher alle potenziell interessierten Investoren zur Vorsicht und (wenn überhaupt) nur zum Einstieg mit einem geringen Betrag. Ich habe eine tiefe dreistellige Summe überwiesen.

Die Registrierung

Registriert ist man sehr schnell, einfach auf register klicken und man kommt zur folgenden Übersicht (siehe unten). Scheinbar will Fastinvest auch eine Börse für Kryptowährungen/Kredite aufbauen. Man kann daran teilhaben und dem ICO beitreten. Das ist ein weiterer Punkt, der mir nicht so ganz passt, aber egal… Für p2p Kredite nehmt ihr die mittlere Option.

Danach gebt ihr eure Daten ein und müsst eine Kontowährung auswählen. Verfügbar sind USD, GBP, PLN und Euro. Achtung, diese Einstellung könnt ihr nicht mehr anpassen. Ich habe USD gewählt, da ich gerne in dieser Währung investiert hätte. Aber USD Kredite gibt es aktuell keine. Währungstausch wird auch von der Plattform angeboten, scheinbar ohne Kosten, aber wohl schlechte Kurse ;). Ich habe Euro überwiesen und werde wohl auch in Euro investieren.

Buyback und Zinsen von aktuell bis zu 16%…

Aber leider nur in Zloty 😉 Euro Kredite gibt es zu 15%, ab 6 Monaten Laufzeit. Alle Kredite verfügen über eine Buyback Garantie (Reminder: Jede Garantie ist nur soviel Wert, wie der Garantiegeber). Scheinbar können die Kredite jeden Tag an die Plattform zurückverkauft werden, ohne Zinsen zu verlieren die Zinsen gehen dann aber flöten. Ich konnte das bisher noch nicht testen, da mein Geld noch nicht auf meinem Investorenkonto angekommen ist. Der Buyback greift gleich am Tag nach dem Erreichen der Fälligkeit, man hat also Planungssicherheit was die cash flows angeht. Von der Kreditseite her ist die Plattform natürlich interessant.

Autoinvest und Portfolio

Es gibt auch die Möglichkeit einen Autoinvest anzulegen oder in bestehende Portfolios der Plattform zu investieren. Die Portfolios sind sogenannte Investmentprofile, welche es einem ermöglichen automatisch zu investieren, ohne Zeit zu verlieren.

Fazit

Ich muss gestehen, ich bin von der Aufmachung der Plattform und den Möglichkeiten beeindruckt. Es sieht alles sauber und flüssig aus. Es gibt schon viele Features, welche andere Plattformen noch nicht haben. Das stimmt mich positiver als auch schon. Es bleibt einfach der fahle Beigeschmack, welcher entstanden ist, durch die zu Anfang genannten Umstände. Ich werde jetzt mein Testinvestment laufen lassen und in einigen Wochen wieder berichten. Vielleicht konnte ich bis dann auch mehr zu den Mitarbeitern in Erfahrung bringen. Hier geht es zu Fastinvest.

Solltet ihr Erfahrung mit Fastinvest haben, dann bitte einen Kommentar hinterlassen.

Flender aus (meiner) Investoren Sicht

Vor einigen Monaten hatte ich euch ein Interview mit dem CEO von Flender, Kristjan Koik, präsentiert. Die Plattform ging erst vor einigen Monaten and den Start und dementsprechend rar waren bis jetzt auch die Kreditprojekte. Auf den öffentlichen Marktplatz haben es erst etwas mehr als 10 Projekte geschafft. Öffentlicher Marktplatz? Ja genau, es gibt auch einen privaten Bereich, verwirrt? Ich versuche es zu erklären:

Wie Flender funktioniert

Flender ist etwas spezieller konzipiert als andere Plattformen, dies entspringt der Grundidee von Flender, welche Freunden und Bekannten von Kreditnehmern eine Plattform bieten möchte. Daher auch der Name Flender, welcher sich zusammensetzt aus „friend“ und „lender“, also aus Freund und Kreditgeber. Die Idee dahinter ist, dass wenn jemand Geld braucht (egal ob Privatkredit oder Firmenkredit), der Kreditnehmer auf der Plattform zuerst ein privates Projekt starten kann, welches nicht öffentlich zugänglich ist, sondern nur einem ausgewählten Investorenkreis. Sollte der Kredit nicht durch Freunde und Bekannte zustande kommen, kann der Kreditnehmer immernoch entscheiden, dass er den Kredit der breiten Masse zugänglich machen will. Bei Privatkrediten ist das bis jetzt noch nicht geschehen, und mir liegen auch keine konkreten Daten vor wieviele solcher Darlehensanfragen es bis heute gab. Ich finde es sowieso fraglich ob das so funktioniert. Wenn ich mir vorstelle Geld zu brauchen, dann würde ich höchstens meine besten Freunde fragen und das nicht via Plattform regeln (obwohl es natürlich für die Kreditgeber den Vorteil hat, dass dort ein rechtsverbindlicher Vertrag ensteht). Ich kann mich auch täuschen und die Nachfrage hierfür besteht im Privatbereich (Ich bin schon einige Male daneben gelegen, so zum Beispiel etwa 2011, als ich nicht daran glaubte, dass Tablets eine Chance im Markt hatten….).

Die Idee von Flender ist aber dennoch gut, für mich aber vorallem im Bereich der Firmenkredite anwendbar. Wenn mir ein Bekannter eine Kreditanfrage stellen würde für sein Business, dann hätte ich das gerne via Plattform geregelt, damit die Regeln klar und verbindlich sind (Ich habe keine Lust einen Vertrag aufzusetzen, der dann juristisch wohl nicht standhält). Für meinen Bekannten wäre das insofern gut, dass er viele Leute so anfragen könnte. In den meisten Fällen dürften die privaten Beiträge nicht reichen und dann kommen diese Projekte auf den Marktplatz. Und genau dort sehe ich einen grossen Vorteil für uns Investoren: und zwar ein psychologischer. Der Kreditnehmer hat sich also bereits in seinem privaten Umfeld verschulted und wird so wohl noch motivierter sein die Angelegenheit gütlich über die Bühne zu bringen. Wer will schon sein Gesicht im Freundeskreis verlieren, weil er das Geld nicht zurückzahlt? Wenn man dann in solch ein Projekt investiert glaube ich, dass die Rückzahlungsmoral aus diesem Grund höher ist, es gibt also eine zusätzliche, wenn auch nicht fassbare, Sicherheit. Und da der Kreditnehmer nur jeweils einen fixen monatlichen Betrag zahlt, können keine Anleger (seine Freunde) bevorzugt werden. Natürlich könnte der Kreditnehmer seine Bekannten ausserhalb der Plattform bezahlen, was ihm aber nichts bringt, denn die Forderung wird seitens Plattform sowieso durchgesetzt, was schlimmstenfalls in seiner Insolvenz enden könnte. Das ist natürlich alles etwas theoretisch, aber ich glaube das Model kann so funktionieren. Ich jedenfalls habe ein besseres Gefühl, wenn ich weiss, dass bei einem Kreditprojekt auf Bekannte des Kreditnehmers beteiligt sind. Natürlich ist das keine Garantie und man sieht den Projekten auch nicht an, ob da Freunde dabei sind. Nachfragen kann man aber 😉

Bis jetzt bin ich in 4 Projekten drin

Investiert habe ich in 4 Projekte, wobei erst eines seit mehr als einem Monat aktiv ist. Dieses Projekt hat die ersten beiden Raten pünktlich beglichen. Die anderen 3 Projekte werden gegen Ende September fällig, mal sehen ob die auch pünktlich begleichen werden.

Was ist sonst noch wichtig?

Aktuell dauert es aufgrund der eher geringen Anzahl an Investoren eher lange bis ein Kredit gefüllt wird, und in dieser Zeit wird unser Geld nicht verzinst. Ich hoffe dem wird bald Abhilfe geschaffen. Momentan hat es nur ein investierbares Projekt verfügbar, aber ihr könnt jederzeit beim Support nachfragen ob es mehr Projekte gibt. Ihr kriegt dann einen link zu mindestens einem Projekt, welches sich noch im privaten Modus befindet. Bei der Kreditprüfung ist übrigens ein Kriterium, dass der Kreditnehmer belegen muss, dass er über die Liquidität verfügt um die ersten 3 Raten zahlen zu können. Schonmal gut, auch wenn sich diese Situation im Laufe des Kredits ändern kann.

Was ich mir von Flender wünsche

Ich wünsche mir einen Zweitmarkt 😉 Das würde mir etwas mehr Sicherheit geben, da ich im Notfall aussteigen könnte, sollte ich das Geld benötigen. Bevor das aber wohl realisiert wird, wäre ich froh, wenn die Plattform etwas verständlicher würde, eine Portfolioansicht würde helfen. Wünschenswert wäre sicherlich auch, dass die Kredite schneller finanziert würden, oder während der Finanzierungsdauer ein Cashback ausgerichtet würde. Am wichtigsten aber ist für mich, dass die Kredite pünktlich zahlen, ich hoffe also auf eine rigorose Kreditprüfung (wenn nicht, ist die Plattform sehr schnell am Ende, das ist den verantwortlichen bewusst). Linked Finance hat bereits bewiesen, dass man im irischen Kreditmarkt mit sehr tiefen Ausfallraten operieren kann. Irische Kreditnehmer sind sehr gute Zahler, was auch dazu geführt hatte, dass Irland (einer der PIGS Staaten) während der Eurokrise, am schnellsten aus dem Schlamassel raus war und keine Umschuldung vornehmen musste. Ein weiterer Wunsch: Ich hoffe der Support ist weiterhin so fix wie bisher, man merkt wirklich, dass die Jungs von Flender (hier gehts zur Anmeldung, rechts oben) etwas bewegen wollen, so engagiert wie sie sind.

Ich werde in etwa einem Monat wieder berichten, ob die Investitionen nach Plan laufen. Bei Fragen einfach posten.

DoFinance – eine etwas speziellere p2p Plattform

Und wieder gibt es eine taufrische neue p2p Plattform. Mit DoFinance wagt ein weiterer baltischer Kreditanbieter (Alfa Finance Group, 2015 gegründet) den Versuch mit einer eigenen Plattform zur einfachen Kapitalbeschaffung. Vom Setup her ist das beispielsweise mit Swaper und Viainvest vergleichbar (alles Kreditanbieter mit eigener Plattform). Alle Kredite werden mit buyback (aber in einer etwas spezielleren Ausführung wie gewohnt, mehr dazu weiter unten) angeboten.

Alfa Finance hat gemäss Statistik im Februar 2016 die ersten Kredite gesprochen und seitdem ein beachtliches Wachstum hingelegt (siehe Graphik unten). Zudem kriegt man ein gutes Bild wer die Kreditnehmer sind (Alter etc) wenn man sich die über uns Seite anschaut.

Buyback der etwas spezielleren Natur

So, wie oben angekündigt, geht’s jetzt um den buyback Mechanismus, der wohl einzigartig (oder eigenartig ;)) ist. Man hat die Wahl zwischen Krediten mit Zinssätzen von 6, 8 oder 12%. Was sind die Unterschiede? Das ist schnell erklärt, die Mindestlaufzeit bei 6% Krediten ist 1 Monat, bei 8%ern zwei Monate und die 12er beginnen mit 6 Monaten. Die maximale Laufzeit ist bei allen Krediten gleich und bei 60 Monaten gedeckelt. Alle Kredite sind endfällig (Kapital und Zinsen), das heisst während der ordentlichen Kreditlaufzeit gibt es keine Cash Flows (werden aber trotzdem stetig verzinst und man kann somit vom Zinseszinseffekt profitieren -> ich weiss hier aber nicht mit welcher Periodizität gerechnet wird). Es gibt keinen Zweitmarkt, ein vorzeitiger Ausstieg ist aber dennoch möglich, denn man hat die Möglichkeit den Kredit zu kündigen. Alles gut, oder? Ja, ABER mit der vorzeitigen Kündigung verzichtet man je nach Kredit vollständig auf die Zinsen! Bei den 6% Krediten kann man mit einer 14tägigen Kündigungsfrist aussteigen und kriegt die Zinsen plus Kapital für die Laufzeit ausgezahlt. Bei den 8%ern kann man wählen ob man sein Geld nach 14 Tagen ohne Zinsen, oder nach 28 Tagen mit Zinsen erhalten möchte. Bei den 12% Krediten kriegt man bei vorzeitiger Kündigung sein Geld auch nach 28 Tagen, aber OHNE Zinsen…. Mir ist kein anderer p2p Anbieter bekannt, welcher nach diesem Mechanismus vorgeht.

Allgemeiner Eindruck / Risiko

Schlussendlich macht die Plattform eine gute Figur, auch wenn der autoinvest noch nicht wie gewünscht funktioniert. Man kann einfach den Betrag und die Anlagedauer wählen, dann wird investiert, siehe Screenshot links. Oder man investiert alles manuell. Die Seite lädt schnell und ist in schlichtem Design gehalten, was mir sehr gut gefällt. Wie immer bei buyback Plattformen steht und fällt das Risiko mit der Finanzkraft des Buybackgebers. Diese konnte ich bis jetzt noch nicht detailliert anschauen (ist auch noch eine junge Plattform), aber ich hoffe ich werde da in den nächsten Wochen etwas liefern können.

Fazit

Schlussendlich kann DoFinance als Alternative oder Beimischung mit ins p2p Portfolio genommen werden. Man muss sich einfach bewusst sein, dass bei vorzeitiger Kündigung der Kredite (12er) die Zinsen futsch sind, und man trotzdem noch 28 Tage warten muss. Es ist also klar, dass hier kein Geld investiert werden sollte, welches bald gebraucht werden könnte (was man ja bei p2p Anlagen sowieso nicht machen sollte).

Vielleicht hat hier einer der Leser bereits Erfahrung mit DoFinance? Gerne posten und Erfahrungen teilen.

Fixura – eine altgediente finnische p2p Plattform

Wir bleiben heute ganz in der Nähe des Baltikums, befinden uns aber mit Fixura in Finnland. Das ist die zweite finnische Plattform neben Fellow Finance, welche ich euch vorstelle. Fixura besteht seit 2010 und hat bis Heute mehr als 68 Millionen Euro an Krediten finanziert. Nach Ausfällen und Gebühren (dazu mehr weiter unten) sind die Investoren historisch betrachtet mit einer Rendite von 10.2% sehr gut gefahren (es ist aber nicht garantiert, dass bei jetzigem Einstieg, das Resultat auch so sein wird). Anleger aus der EU sowie der Schweiz sind willkommen und können sich registrieren.

Ich bin nicht dabei…

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe mich bei Fixura nur registriert, aber kein Geld eingezahlt (und das werde ich wohl vorläufig auch nicht tun). Warum? Einerseits die Gebühren (man zahlt 2% Gebühr für Investments unter 100k und 1% für Investments über 100k). Dazu kommt noch eine Investitionspauschale (Transaktionsgebühr) von 0.9% des Investmentbetrags. Macht schon 2.9% an Gebühren, und dann kostet jede Auszahlung auf das Referenzkonto nochmals 4 Euro. Dies allein reicht mir als Investor schon mal aus, um mit der Einzahlung zu warten (übrigens, die Mindesteinzahlung beträgt EUR 1’000).

Registrierung

Falls ihr euch trotzdem die Plattform mal ansehen wollt, dann müsst ihr euch registrieren. Das geht eigentlich recht fix, das Identifikationsdokument kann gleich hochgeladen werden. Ihr müsst euer Wohnland sowie den Steuersitz angeben. Zudem müsst ihr zur Verifikation des Kontos noch eure Handynummer angeben, auf welche ihr eine SMS mit Aktivierungscode erhaltet. Wenn dann alles eingegeben und aktiviert ist, muss euer Investorenkonto noch vom Support aktiviert werden. Das war bei mir gleich nach wenigen Stunden der Fall.

Wie investieren?
Tja, leider weiss ich das auch nicht 😉 Ich sehe nur, dass es scheinbar einen Autoinvest gibt (und keine manuellen Gebote). Ich nehme stark an, dass man die Investitionsmöglichkeit erst hat, wenn man Geld einzahlt. Das wird mir aber zu teuer, das auszuprobieren…

Fazit
Wie schon gesagt werde ich momentan nicht investieren. Die Unsicherheiten sind mir zu gross aufgrund der Gebührensituation. Denn knapp 3% Gebühren müssen erstmal erwirtschaftet werden. Nimmt man die gemäss Statistik durchscnittliche Rendite von 10.2%, plus 2.9% Gebühren, kommt man auf 13.1% Bruttorendite. Das entspricht etwa meiner Rendite bei Fellow Finance nach Ausfällen. Das Experiment werde ich aber trotzdem nicht wagen, ich hätte hier gerne mehr Kontrolle und weniger Gebühren.

Falls jemand Erfahrungen mit Fixura hat, wäre ich froh, wenn derjenige diese mit mir teilen könnte (posten oder Kontaktformular). Vielleicht verteufel ich die Plattform ja zu Unrecht.

Swaper mit neuen Krediten und Autoinvest Einstellungen

Nachdem es einige Tage keine neuen georgischen Kurzläufer mehr auf Swaper gab, wurden jetzt lang laufende Kredite auf die Plattform gestellt. Diese Kredite haben eine monatliche Teilrückzahlung vorgesehen, kommt diese nicht wie erwartet, geht der Kredit in den Buyback. Scheinbar machte es eine Regulierungsänderung in Georgien notwendig, von den Monatskrediten abzusehen und jetzt länger laufende Kredite anzubieten. Der Zinssatz beträgt 12 (respektive 14 für VIP) Prozent, also wie gehabt. VIP werdet ihr automatisch, sofern ihr mindestens 5’000 Euro einzahlt.

VIP bei Swaper werden

 

Der Autoinvest muss angepasst werden

Früher gab es ja nur 30 tägige Kredite und daher musste auch keine Laufzeit hinterlegt werden in den Einstellungen des Autoinvests. Dies hat natürlich mit den neuen Krediten geändert. Standardmässig sind die Autoinvests nun auf Laufzeiten von 0 bis 1 Monat eingestellt, länger laufende Kredite bleiben so aussen vor. Das heisst man sollte (um seine Chance auf mehr Kredite zu erhöhen) die Laufzeiten ausweiten. Unten rechts auf dem Bild seht ihr, dass nun Laufzeiten von 0 bis 24 Monate gewählt werden können. Hier müsst ihr entscheiden, was ihr möchtet. Sollte das Kreditangebot eher knapp bleiben, liessen sich länger laufende wohl in Sekunden verkaufen. Wenn das Angebot aber sehr stark ausgeweitet wird, könnte es sein, dass man nur eher langsam aus den Krediten rauskommt. Das muss hier jeder Investor für sich selber entscheiden, was für ihn (und sie ;)) akzeptabel ist. Schlussendlich sollte man aber bedenken, dass ein Kredit auf 2 Jahre wohl meistens eher nie die ganzen 2 Jahre laufen wird. Denn der Buyback greift entweder bei Verzug von 30 Tagen oder wenn der Kredit angepast wurde (Refinanzierung, Verlängerung etc). Somit relativiert sich die Laufzeit doch erheblich.

Swaper Autoinvest Einstellungen
Swaper Autoinvest Einstellungen

und noch ein Tipp zum Investieren

Dass die Kredite auf Swaper eher knapp bemessen sind, ist kein Geheimnis, und man sieht auch nur selten einen investierbaren Kredit auf der Plattform. Das heisst aber nicht, dass man sein Geld nicht unterbringen kann, denn es kommen täglich neue Kredite (und nicht zu knapp), welche dann gleich von den AI’s absorbiert werden. Und hier kommt der Tipp: Mehrere AI’s anlegen! und diese mit unterschiedlichen Gebotsbeträgen. Dadurch erhöht ihr die Chancen, dass einer zuschlägt. Was bringt denn ein AI mit dem Mindestgebot von 50 Euro, wenn es Kredite gibt, welche kleiner als 50 Euro sind? Richtig, gar nichts. Seit ich mit dieser Strategie anlege, bin ich meistens voll investiert.

Und zum Schluss ein kleines Rechenbeispiel

Auch wenn bei Swaper manchmal etwas Geld rumliegt, ist dies nicht weiter schlimm, wie folgendes Beispiel zeigt: (Annahmen: man ist VIP = 14% Zins, ständige Casquote von 10% an jedem Tag.). Wir sind also nur mit 90 Prozent des Kapitals unterwegs, das heisst wir kriegen auch nur 90 Prozent der Zinsen (14%) = 0.9 x 0.14 = 12.6%, was ja schon mal ganz passabel wäre. Da wir aber die Erträge reinvestieren, können wir vom Zinseszinseffekt profitieren. So kommen wir auf eine Rendite von etwa 13.35%. Das ist aber nur ein Beispiel. Ich hatte vielleicht an einem Tag 10 Prozent cash, im Schnitt aber vielleicht ein Prozent. Das heisst meine Rendite ist annualisiert deutlich höher als 14%! Ich wollte euch hiermit nur ein wenig die Angst vor Cashbeständen nehmen 😉

Hier geht’s zur Swaper Anmeldung

Bei Fragen einfach posten. Happy investing.

 

Viainvest läuft gut & autoinvest Einstellungen

Meine aus der Not gedrungenen Anlagen bei Viainvest laufen sehr gut und ich bin der Plattform gegenüber wieder positiv eingestellt. Gerne halte ich euch daher etwas auf dem Laufenden, wie sich das bei mir so verhält.

Zur Viainvest Anmeldung

Ein Überblick

Unten seht ihr den Überblick meines (2.)  Accounts (ja ich habe mehrere) bei Viainvest. Ich hatte Mitte Februar dort EUR 1’000 eingezahlt und zu Testzwecken einfach mal laufen lassen per autoinvest. Ich hatte mich seitdem nicht eingeloggt, nur sporadisch die tägliche Übersicht, welche ich per Email erhalten, angeschaut. Es lief alles tadellos, bis auf ein Wochenende, da spukte der autoinvest. Danach und bis jetzt lief alles glatt. So weit so gut, aber es gibt doch einen Punkt, den man verbessern könnte….

….und zwar beim Autopilot

Wenn ihr nochmals auf die Übersicht schaut, dann seht ihr, dass EUR 5.66 brach liegen, eine mittlere Katastrophe ;). Scherz beiseite, ich könnte das getrost ignorieren, aber meine Charakterschwäche lässt das leider nicht zu 😉 Vorallem wenn man sich die letzten Käufe anschaut, frage ich mich ja wirklich, warum hier nicht einfach 4 x 20er Stückelungen gekauft wurden, denn Kredite waren genügend verfügbar. Solche Situationen habe ich in kleinerem Rahmen öfters beobachtet. Spätestens nach 1 bis 2 Tagen nach erneuten Rückflüssen und Investitionen war mein Konto bis auf wenige Cent eigentlich immer leergeräumt.

Ich versuche der Lage jetzt Herr zu werden in dem ich zusätzliche autoinvests miteinbeziehe (10 & 15 Euro). Daher nutze ich gleich die Gelegenheit und zeige euch weiter unten, wie man einen autoinvest bei Viainvest konfiguriert. Das Hauptproblem hier liegt wohl in der Definition, dass es sich bei der Gebotshöhe um das maximum Investment handelt, und das nicht sauber funktioniert. Ich hatte meinen AI auf 20 Euro gestellt, da ich angenommen habe, dass dieser dann schön im Bereich zwischen dem Mindestgebot von EUR 10 und dem Maximum Gebot von 20 EUR investiert. Das läuft meistens eben nicht ganz so wie gewünscht, daher die weiteren AI’s 😉 Ihr könnt mich gerne für verrückt erklären, aber solche Sachen rauben mir den Schlaf! Nicht wirklich, aber beschäftigen tut es mich schon, ja mir ist gerade langweilig 😉

Wie man einen autoinvest konfiguriert

So, nachdem ich euch mein Leid mitgeteilt habe, geht es mir besser und ich kann euch gerne zeigen wie ich einen Autopiloten erstellt habe. Dafür geht ihr in eurem Account auf die Schaltfläche Invest -> autoinvest – create new. Schon solltet ihr auf die Detailansicht eures neuen AI’s kommen. Ausgefüllt sieht das dann in etwa so aus:

Eigentlich ist alles relativ selbsterklärend und bereits vorausgefüllt, daher beschränke ich mich auf die Details. Bei Portfolio size habe ich 100k eingegeben, nicht weil ich soviel investieren könnte, sondern weil der AI schaut, dass dort investiert wird, bis die Grenze erreicht wird. Das heisst wenn dort 1’000 steht, und ich 1’000 eingezahlt habe, schaut der AI, dass immer 1’000 investiert ist und nicht mehr. Das heisst die Zinsen würden immer auf dem Konto bleiben. Auch wenn ich mich entschliesse nochmals etwas Geld einzuschiessen, bleibt das uninvestiert, wenn ich nicht an den AI denke. Daher der hohe Betrag. Die Zinsen habe ich von 12.2 bis 15 Prozent eingestellt, am liebsten hätte ich das „bis“ Feld leergelassen, das funktioniert aber nicht und gibt eine Fehlermeldung. Die Laufzeit habe ich hier bis 2 Monate eingegeben, einfach um den Fall abzudecken, wenn mal etwas längere Kredite als nur solche mit 30 Tagen Laufzeit kommen sollten. Es gibt noch die Funktion „Minimum Balance“, das Kästchen dort habe ich leer gelassen, da ich will, dass alles verfügbare Geld reinvestiert wird. Schlussendlich müsst ihr noch ein Häckchen bei den Bedingungen ganz unten (nicht auf dem Bild) setzten und auf save klicken. Voila, euer AI ist bereit. In der Übersicht seht ihr dann beim AI einen grünen Haken.

 Hier geht es zur Anmeldung bei Viainvest

Kurzfazit

Viainvest läuft wirklich gut und ich hoffe mit meinen Massnahmen das automatische Investieren noch etwas besser hinzukriegen. Ich gebe gerne bald Bescheid, ob das funktioniert hat wie gewünscht. Bei Fragen könnt ihr gerne Posten oder mich per Kontaktformular kontaktieren.

Seedrs – In start ups investieren (equity crowdfunding)

Heute geht es mal in den Bereich crowdinvesting und hierzu möchte ich euch Seedrs vorstellen. Auf Seedrs können Start up’s einen Teil ihres Aktienkapitals neuen Investoren zur Verfügung stellen und sich mit diesem Geld weiterentwickeln. Der Name Seedrs ist abgeleitet aus seed, was eine frühe Phase in der Unternehmengsgründung darstellt. Der Rest des Namens drs, steht für Leute, welche das Geld zur Verfügung stellen, das sind dann die Seed(e)rs.

Grundsätzlich kann man Seedrs mit Property Partner und Property Moose vergleichen, wobei die letzteren nur im Immobilien Bereich tätig sind. Vom Prinzip her funktioniert es aber gleich: Anleger tun sich zusammen und erwerben Eigenkapital an einer Firma oder im Fall von PP und PM an einer Immobilie. Bei Seedrs gibt es auch den Fall, dass ein Kredit in Form einer Wandelanleihe (Convertible) aufgenommen wird, welche später zu vordefinierten Bedingungen in Aktien umgewandelt werden kann.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass man bei Seedrs einen Anteil am Aktienkapital einer noch sehr jungen Firma erwirbt. Das Ziel und die Hoffnung ist natürlich, dass sich die Firma sehr gut entwickelt und vielleicht einmal an einer Börse kotiert wird (IPO). So würde man eine sehr hohe Rendite erwirtschaften. Die Realität sieht aber so aus, dass es nur die wenigsten Firmen bis in dieses Stadium schaffen. Viele Firmen werden auf diesem Weg scheitern. Ihr seht also, euer Geld it hier hohen Risiken ausgesetzt. Aber wie immer, je höher das Risiko, desto höher die Renditeaussichten. In der untenstehenden Grafik sehr ihr schön die Stadien, welche eine neue Unternehmung im Normalfall durchläuft (nur zu Anschaungszwecken):

Quelle: Wikipedia

Wir befinden uns hier in der Seed Phase, welche auch das Tal des Todes (valley of death) genannt wird, da in diesem Abschnitt viele Firmen pleite gehen. Ihr seht auch, dass es bis zum Börsengang noch lange dauert. Daher hier bitte nur Geld investieren, welches ihr die nächsten 10 Jahre wirklich nicht braucht, denn ihr kommt unter Umständen nicht dran. Jetzt geht’s aber los mit einem Fallbeispiel.

Eine aktuelle Kampagne: Welendus

Hierzu stelle ich euch Welendus vor. Welendus ist seit einigen Tagen bei Seedrs auf der Suche nach Investoren. Ich nehme Welendus als Beispiel, weil dies eine Möglichkeit darstellt, um in eine neue p2p Plattform zu investieren. Ihr könnt also Miteigentümer einer p2p Plattform werden, was ich für einen sehr netten Gedanken halte. Hier seht ihr einen Überblick:

Gesucht wird ein Investment von Total 300k GBP, wofür die Investoren rund 8% des Eigenkapitals erwerben können. Dies bringt uns zu einer Bewertung von Welendus von nahe zu 3.5 Millionen Pfund. Eine stolze Summe für ein Unternehmen, welchs noch keinen einzigen Kredit vermittelt hat. Aber so ist es einfach bei der Investition in Start up’s.: Geld investieren und abwarten.

Oben seht ihr die Übersicht der Welendus Kampagne. Ein Intro Video vom Gründer und eine Einleitung. Weiter gibt es noch eine Diskussionsplattform über welche sich die Investoren mit den Gründern austauschen können. Präsentationen und Finanzinfos gibt es nur auf Anfrage. Ich habe aber noch keine Kampagne gesehen, welche mir den Zugang dazu verweigert hätte. Schlussendlich wollen die Firmen finanziert werden. All diese Informationen könnt ich für eure Entscheidungsfindung nutzen. Falls das alles nicht reicht, kann man auch ein Telefongespräch mit den Gründern anfordern. Diese werden sich gerne dazu bereit erklären (in den meisten Fällen).

Fazit

Ich finde die Idee sehr spannend bei Start up’s mitzumischen. Man muss sich einfach vor Augen halten, dass viele dieser Firmen bankrott gehen werden und man seine Einlage verliert. Alle Firmen meinen die Welt neu erfinden zu können, aber nur den wenigsten gelingt das. Schafft es eine Firma dennoch allen Widrigkeiten zum Trotz, dann klingelt’s in der Kasse (und bei euch, falls ihr investiert seid ;)). Hier geht’s zur Anmeldung bei Seedrs.  Mit einen Minimuminvest von 10 bis 20 Pfund pro Projekt kann jeder mitmachen. Bezahlt wird per Kreditkarte oder mit dem gefüllten Seedrs Account. Guthaben kann mit Currencyfair überwiesen werden.

 

 

Ein kurzes Interview mit Swaper CEO Iveta Bruvele

Ich hatte wiedereinmal einen Kontakt mit Iveta von Swaper / Wandoo, welche mir einige Fragen beantwortet hat und auch das erste aktive Jahr von Swaper Revue passieren liess.

Iveta, Swaper ging im Oktober live. Habt ihr eure Erwartungen bis zum Ende des Jahres 2016 erreicht? Kannst du mir einige Meilensteine nennen?

Wir konnten unsere Erwartungen sogar etwas übertreffen. Bis Ende 2016 wurden auf Swaper Investments von Euro 742’347 getätigt, kummuliert sogar 982k Euro.

Die Kreditvergabe (via Wandoo) war im Dezember besonders stark. Wir haben Kredite im Wert von 1.3 Millionen Euro vergeben. Dieser Trend hat sich im 2017 fortgesetzt und wir erwarten ein Kreditvolumen für Januar von mindestens 1.5 Millionen Euro.

Was würdest du als die grösste Herausforderung bezeichnen, um Swaper entwickeln und launchen zu können?

Unser grösstes Ziel bei der Entwiclung der Plattform war, diese den Wünschen und Anforderungen der Investoren anzupassen. Wir haben viel Feedback und Meinungen von erfahrenen Investoren eingeholt und

Iveta Bruvele, Swaper CEO

realisierten bald, dass wir uns weniger auf die online Plattform als die mobile Applikation fokussieren sollten. Was wir von den Investoren hörten war, dass sie einen schnellen  und einfachen online Zugriff auf ihre Investments wünschen. Weiter wurden einfache, und klare Übersichten, sowie konfigurierbare push Benachrichtigungen gewünscht. Es schien den Investoren wichtig zu sein, entscheiden zu können wann und welche Informationen sie erhalten werden.

Wir haben zuerst die Web Plattform gelauncht und kurz daraub die mobile App präsentiert. Damit avancierten wir zur ersten p2p Plattform mit eigener App.

Momentan beschäftigen wir uns mit einem kompletten Redesing der App. Alle Änderungen basieren auf Investoren Feedback. Hierüber werden wir im Januar weiter informieren.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass unsere grösste Herausforderung darin bestand (und weiterhin besteht), den Investoren ein massgeschneidertes Produkt zur Verfügung zu stellen, woran wir weiterhin arbeiten.

Werden wir 2017 Kredite aus weiteren Ländern auf der Plattform sehen?

Ja, wir planen dieses Jahr 2 bis 3 neue Länder aufzunehmen. Anmerkung p2phero: Welche wollte sie natürlich nicht verraten 😉

Welche updates und features können wir im 2017 erwarten?

Wie bereits gesagt wird es eine angepasste Version der mobile App geben, welche „Investoren freundlicher“ ausgestaltet wird.

Daneben kommen die 2 bis 3 neuen Länder ins Spiel, welche unseren Investoren eine grösse Auswahl an Krediten und Regionen bieten. Zudem werden wir neue Kreditprodukte neben unseren kurfristigen Krediten lancieren.

Unsere Investorenbasis kommt hauptsächlich aus Ländern wie Deutschland, Dänemark, Estland und so weiter. Da liegt es nahe, unseren ausländischen Investoren auch Kredite in deren Währungen anbieten zu können. Wir werden also 2017 Kredite in 3 weiteren Währungen anbieten. Um den Investoren weiter gerecht werden zu können, haben wir eine Deutsch sprachige Person für das Support Team eingestellt, was unsere Deutsch sprachigen Investoren schon bald bemerken werden 😉

Viele weitere Verbesserungen werden noch zusätlich folgen.

Was sind eure Ziele für 2017?

Aus dem finanziellen Standpunkt heraus betrachtet streben wir Investments via die Swaper Plattform von 12 Millionen Euro an. Weiter wollen wir die Kreditvergabe in unseren Hauptmärkten in einem ähnlichen Ausmass vorantreiben.

Aus der Produkt Perspektive wollen wir Swaper zu einer Plattform ausbauen, welche mehr bietet, als stetige Erträge. Wir wollen eine Plattform kreieren, welche unseren Investoren viele Finanzdienstleistungen – und Lösungen erbringt.

Wie geht ihr damit um, dass es zu Gesetzesänderungen in Georgien und Polen kommen könnte?

Momentan erfüllen wir die regulatorischen Anforderungen. In Zukunft werden wir unser Kreditangebot mit neuen Ländern erweitern, um unsere Abhängigkeit von der regulatorischen Stabilität Georgiens und Polens zu verringern.

Vergleichen wir den Prozess wie neue Regularien in der EU und Georgien umgesetzt werden, dann tut sich ein weiter Graben auf. In Georgien wird ein neues Gesetz verabschiedet und tritt wenige Tage später bereits in Kraft, ohne eine angemessene Frist zu gewähren, um die nötigen Anpassungen vornehmen zu können. Dies erschwert natürlich die Adaption an das neue Umfeld, aber es ist nicht unmöglich.

Iveta, Besten Dank für deine Ausführungen. Möchtest du meinen Lesern noch etwas mitteilen?

Ich danke all unseren Investoren herzlich, dass sie ihre Ansichten mit uns geteilt haben, und ermutige alle dies (weiterhin) zu tun. Wir sind dankbar für jegliche Tipps und Anmerkungen, diese helfen uns weiter zu wachsen und neue Dinge zu lernen.

Am 25. und 26. Januar wird Swaper am Pariser FinTech Forum, und am 7. Februar in London an der Finovate Europe 2017, vertreten sein. Sollte jemand von euch in der Stadt sein, kommt an unserem Stand vorbei, damit wir uns unterhalten können.

Mein Fazit

Meiner Meinung nach ist Swaper eine junge und hungrige Plattform, die etwas bewegen will und sich den Investoren stellt und auf diese hört. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass viele Plattformen wohl in Bezug auf Polen und Georgien umdenken müssen (oder dies bereits tun). Es bleibt also sehr spannend in der p2p Welt. Ich freue mich auf die Entwicklungen dieses Jahres.

ps: Mir ist jetzt auch klar, warum wir schon zu Beginn mit der App „genötigt“ wurden 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Mintos ändern die Spielregeln wiedermal

Nein, nicht Mintos ändert direkt die Spielregeln nach denen die Plattform funktioniert, es sind mehrheitlich exogene (exogen = von ausserhalb des Systems) Faktoren, welche die Situation ändern. Was ich damit meine: Ich konnte mir einigen grundlegende Sachen merken wie:

1) Es hat immer genügend (personal) Kredite auf der Plattform

2) Am Sekundärmarkt gibt es keine grossen Abschläge.

Im letzten Jahr haben beispielsweise die obigen beiden Faktoren mehrmals geändert und der Sekundär- wie auch teilweise der Primärmarkt haben darauf reagiert. Oder anders gesagt, die Investoren haben sich anders aufgestellt.

Was ist denn 2016 passiert?

Im März gab es noch Privatkredite mit Zinssätzen von 13.8%, Mogo Kredite mit buyback waren in Hülle und Fülle vorhanden. Danach kam die Wende, zuerst gingen die Zinen und das Angebot an Privatkrediten deutlich zurück, bis man fast keine mehr ergattern konnte. Danach besserte die Situation wieder und man konnte in Privatkredite zu 12 Prozent investieren, die Mogos waren auch noch da. Dann kam die nächste Entwicklung: Mogo begibt auch Autokredite ohne buyback aus, die Zinsen aber leicht höher. Danach wird das Angebot an Mogos mit buyback dünner, bis es keine mehr gibt. Später tauchen wieder welche auf, aber mit massiv tieferen Zinssätzen. Und was passiert? Investoren kaufen die Kredite ohne buyback und stellen diese bei Zahlungsverzug mit hohen Abschlägen auf den Zweitmarkt. Vorher wurde auf dem Zeitmarkt alles mit Abschlag sehr schnell gekauft, was jetzt nicht mehr passiert. Gegen Ende Jahr kommen dann wieder viele Privatkredite und blähen den Primärmarkt auf, das Kreditvolumen kann vom Investorengeld nicht absorbiert werden. Die Zinsen steigen wieder bis etwa 13.5%, die vielen Ausfälle auf dem Zweitmarkt bleiben.

Und 2017?

Das Jahr beginnt ruhig, ich hatte mich schon daran gewöhnt, dass es genügend Angebot gibt und ich meinen auto invest für die Privatkredite laufen lassen kann. Und dann kommt ein Grossinvestor und fegt den Primärmarkt beinahe leer wie man in der Grafik eindrücklich sieht.

Zuvor hielten sich beide Märkte in etwa die Waage. Und jetzt werde ich wohl die Rückflüsse wieder anderweitig anlegen müssen. Glücklicherweise habe ich beim Invoice Financing (Rechnungsfinanzierung) gute Erfahrungen gesammelt und nur wenige Rechnungen gehabt, die lange verzögert waren und ich mit Abschlag verkauft habe. Ich werde wohl wieder diesen Weg einschlagen, leider sind dort die Zinsen etwas tiefer. Lange werde ich das nicht mitmachen, und meine Gelder nötigenfalls an andere Plattformen überweisen. Heute hat Mintos bekannt gegeben, dass der Kredivermittler Lendo sein „Skin in the game“ von 15 auf 10 Prozent senken darf per 19. Januar. Das heisst Lendo muss nur noch 10 Prozent jedes Kredits selber finanzieren, und kann den Investoren 90 Prozent des Kredits anbieten. Ob das alleine genügt, wage ich zu bezweifeln.

Ihr sucht den Sinn dieses Artikels?

Ich auch 😉 nein Spass beiseite. Es geht mir darum aufzuzeigen, dass die Rahmenbedingungen im p2p Bereich sehr schnell ändern können, und man einen Plan B bereithalten sollte. Und ja, von dem ewigen hin und her bin ich genervt. Mintos ist trotzdem für mich eine gute Plattform, aber neue Investoren sollten momentan wohl eher nicht einsteigen. Es kann gut sein, dass die Situation in einigen Tagen wieder besser aussieht. Ich denke nicht, dass ich unter diesen Bedingungen meine 20 Prozent Rendite halten können werde.

 

 

 

 

swisspeers – p2p/crowdfunding für Schweizer KMU und ein Interview

Ich hatte die Gelegenheit einem der drei Gründer von swisspeers , Alwin Meyer, einige Fragen zu seiner Plattform zu stellen und habe dabei viele Interessante Einblicke gewonnen. Unten könnt ihr das Interview nachlesen. Ich möchte noch kurz erwähnt haben, dass ich als Investor bei swisspeers registriert bin, aber noch keine Gebote abgegeben habe. Die Investmenterfahrung zur beurteilung fehlt mir noch. Ich bedanke mir herzlich bei Alwin für die Beantwortung der Fragen, er hat viel Zeit darin investiert.

Was waren die Gründe swisspeers zu lancieren, wann geschah das?
Wir haben unser Unternehmen im August 2015 gegründet und sind mit der Plattform im Juni 2016 auf den Markt gekommen. Verschiedene Faktoren haben uns dazu bewogen:
Einerseits sind wir der Meinung, dass die heutigen Technologien erlauben die Funktionen des zentralisierten Bankensystems effizienter und stabiler, sprich dezentraler anzubieten. Crowdlending ist ein Teil davon. Andererseits glauben wir, dass die Finanzierung von Wachstums- und
Digitalisierungsprojekten der KMU in der Schweiz nur unzureichend gewährleistet ist. Mit unserem Businessmodell schaffen wir eine Win/Win/Win Situation: Investoren finden attraktive und sinnvolle Anlagemöglichkeiten im Festzins-Bereich, Unternehmen finden Kapital zum Wachsen und gemeinsam schaffen wir Wirtschaftswachstum und stärken somit die Schweizer Wirtschaft.

Wo seht ihr euch in 3 Jahren?
In 3 Jahren sind wir ein etablierter Player in der alternativen Fremdkapitalfinanzierung für KMU und eine spannende Investitionsplattform für private und institutionelle Investoren die im Schweizer Franken Festzinsanalgen suchen.

Hat der Schweizer p2p und crowd Markt Zukunft? Regulation etc
Absolut! Wir glauben mit den regulatorischen Anpassungen, welche sich aktuell in der Pipeline befinden und voraussichtlich Mitte 2017 Gültigkeit erlangen, wird sich der Markt und das Potential richtig entfalten können. Dabei werden voraussichtlich 2 grosse Hürden der Schweizer Gesetzgebung entfernt: erstens die Limitierung auf 20 Investoren pro Kredit und zweitens die Erhöhung der Verweildauer von Geldern auf Transaktionskonti.

Wenn ich auf der Website die Volumina zusammenzähle, komme ich auf 2.42 Mio (sofern ich mich nicht verrechnet habe). Ist das das komplette finanzierte Volumen to date oder gibt es noch mehr?
Ja Du hast richtig gezählt. Wir haben uns entschieden transparent zu arbeiten im Sinn und Geiste des Crowdfunding. Dazu zählt auch, dass wir die finanzierten Projekte zeigen. Diese geben künftigen Kunden von uns eine gute Übersicht über die Eigenschaften der Finanzierungen und die Anlagemöglichkeiten.

Gibt es bereits Statistiken zu verspäteten Zahlungen, oder zu Ausfällen?
Ja die gibt’s: wir haben keine Ausfälle und alle Zahlungen erfolgen pünktlich.

Findet ihr es nicht ein wenig komisch, von Investoren Gebühren zu verlangen? Im Ausland gibt es das nicht, ich weiss Schweizer p2p Plattformen machen das…
Ich glaube wir bieten Investoren verschiedene Dienstleistungen für welche die verlangte Gebühr als sehr fair bezeichnet werden kann. Die Leistungen umfassen im Wesentlichen folgende drei:
– Bereitstellung einer neuen Anlageklasse im CHF Festzinsbereich
– Investorenportal mit Dashboard und Reports inkl. Steuerausweis
– Transaktionsabwicklung über die Laufzeit der Investition.

Wie grenzt ihr euch gegenüber eurer Konkurrenz wie creditworld, cashare etc. und evtl. auch advanon (Rechnungsfinanzierung = in meinen Augen sehr kurzfristiger kmu Kredit).
Ich glaube jede Plattform hat ihre Spezialitäten und eine eigenständige Strategie. Wir wollen uns als transparente Crowdlending Plattform spezialisiert auf die KMU Fremdkapitalfinanzierung etablieren.
Wir differenzieren uns über folgende Bereiche:
– Team: Wir sind operativ ein echtes FIN und TECH Team mit unserem Hintergrund in der Software Industrie. Je 15 Jahre Erfahrung in Finanziellem Risikomanagement, Banken und
Standardsoftware Entwicklung. Darüber hinaus verfügen wir über einen unabhängigen Verwaltungsrat mit einem ideal abgestimmten Knowhow Profil.
– Produkt: Mit unserer Fokussierung auf KMU Kredite möchten wir sinnvolle und transparente Investitionsmöglichkeiten im Festzinsbereich anbieten. Gleichzeitig helfen wir unseren KMU zu wachsen und den Wirtschaftsstandort Schweiz zu stärken.
– Community: Wir unterstützen KMU fachlich und persönlich. Die meisten Kredite sind mit Firmennamen ausgeschrieben und an unseren «Peer-Events» bieten wir die Möglichkeit, dass sich Investoren und KMU kennenlernen.
– Plattform & Technologie: Wir glauben, dass die lokale Eigenentwicklung der Plattform viele Vorteile bietet. Wir sind effizient und können dynamisch neue Features und Funktionen aufschalten. Wir sind nicht nur FIN sondern auch TECH, alles inhouse.
– Geschäftsgrundsätze: Wir sind hier um zu bleiben. Unser Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Geschäftsmodells und haben dazu unsere Geschäftsgrundsätze auf unserer Website publiziert.

Bild eines Peer Events 2016

Ist es geplant in weitere Segmente (Privatkredit, Rechnungsfinanzierung) vorzustossen?
Wir konzentrieren uns auf KMU Finanzierung und planen weder Privatkredite noch Rechnungsfinanzierungen.

Das A und O liegt meines Erachtens auf der Kreditprüfung, damit es nicht zu vielen Ausfällen kommt. Was ist so gut an eurer Prüfung, dass ich mein Geld bei euch investieren sollte?
Das ist richtig, die Kreditprüfung ist eine der Kernkompetenzen von swisspeers. Warum glauben wir dass das so ist? Folgende Gründe sprechen dafür:
– Unser Kreditrisikomodell: Dieses haben wir entwickelt zusammen mit Spezialisten aus dem Schweizer Firmenkreditmarkt.
– Unser Kreditantragsprozess: neben den traditionellen Abklärungen via Kreditrisikomodell führen wir weitere Abklärungen durch. Dazu gehört in vielen Fällen auch ein Treffen mit dem Kreditantragssteller.
– Unser Hintergrund: Wir haben die letzten 15 Jahre Risikomanagement Software für Retail- und Kommerzbanken designed, entwickelt und implementiert. Kreditrisiko hatte dabei natürlicherweise einen hohen Stellenwert.

Wieviele Kreditanfragen lehnt ihr etwa ab? 8 von 10, oder wie ist die Quote?
In der Tat ist die Ablehnungsquote relativ hoch: Auf einen Kredit in der Auktion kommen zurzeit fast 8-mal mehr Anträge. Ein grosser Teil hiervon wird schon in unserem Antragsprozess ausgeschieden. In der vertieften Kreditprüfung werden weitere Anträge abgelehnt.