Mein Abschied von Investly

Tja, so kann es gehen, aber meine Geduld mit Investly ist aufgebraucht. Ich habe vor einigen Monaten angekündigt, dass ich Ende Jahr einen Schlussstrich ziehen werde, falls sich die Situation nicht verbessert. Die Situation ist meines Erachtens sogar noch schlechter geworden, und so werde ich mein Geld vorerst abziehen. Es heisst nicht, dass ich niemehr dort investieren werde, momentan ist mein Geld auf anderen Plattformen deutlich besser angelegt.

Was sind die Gründe für meinen Entscheid?

Als erstes natürlich die Zinsen. Es gibt kaum mehr eine Auktion, welche nicht bei 8 Prozent endet. In meiner Anfangszeit konnte ich noch Zinsen von 15% und mehr ergattern. Wenn ich 10 bis 12 Prozent erreichen würde wäre das ja noch ok, aber bei 8 Prozent investiere ich nicht.

Weiter nervt mich die Webseite. Da wird unentwegt rumgebastelt, was ja eigentlich gut wäre, denn Investly will etwas verbessern. Das Problem ist nur, dass ich mich dann oftmals nicht einloggen kann. Dann geht es weiter mit Angekündigten neuen Features: ein neues Dashboar. Nur war es so, es wird am Freitag angekündigt, dass etwas gemach wird und die Webseite dann fürs Wochenende nicht zugänglich ist. Am Montag loggt man sich dann ein und sucht gespannt nach dem Dashboard. Fehlanzeige, alles beim Alten. Keine Info, nix. Am Mittwoch scheint dann etwas zu passieren, das neue Dashboard ist da. Es funktioniert nur nicht, die Werte ändern sich ständig. Da wurde im laufenden Betrieb etwas ausgerollt und daran weitergebastelt. Die Folge: Webseite zickt etwa eine Woche rum. Keine Info seitens Investly. Das verstehe ich einfach nicht, wie man so etwas machen kann. Man hätte ja kommunizieren können, dass es am Wochenende nicht geklappt hat, und man es das nächste Wochenende macht, oder halt erklären warum man das mitten in der Woche macht. Ich habe Investly diverse Male darauf hingewiesen, dass sie die Investoren besser informieren müssen. Ausser leerer Versprechungen habe ich nichts erhalten.

Und der Dritte Punkt: Investly kündet an, dass das Investorengeld künftig ab Gebot und nicht erst nach Auktionsende verzinst wird. Eine gute Sache, mit einem Haken. Wenn man immer überboten wird, bringt einem das nichts. Die Konsequenz ist, dass noch mehr Investoren ihren Autobidder auf 8% stellen und es nun fast nicht mehr möglich ist, mehr Rendite zu erzielen.

Diese Punkte haben mich zu meinem Entscheid veranlasst. Ich sage nicht, dass ich nicht wieder dort investieren werde, aber vorerst ziehe ich mein Geld ab. Grundsätzlich finde ich invoice financing eine tolle Sache, aber so nicht.

investly – invoice financing (Rechnungsfinanzierung)

 

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Investly ist eine estnische Plattform, welche in ihrem Anfangsstadium KMU-Kredite angeboten hat. Die Nachfrage nach den Krediten war eher gering und investly hat eine neue Kreditart, das invoice financing (das sogenannte Faktoring, adaptiert und verbessert. Investly nennt diese Form nun invoice discounting und bietet diese in Estland und in Grossbritannien an. Die ersten Rechnungensfinanzierungen wurden im März 2016 auf der Plattform finanziert. Seither hat Investly ein gutes Wachstum erfahren und konnte die Volumen jeden Monat steigern.

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Wie werden Rechnungen finanziert

Sobald eine neue Rechnung verfügbar ist, wird man per Email informiert und es gibt Informationen zur Laufzeit, der Höhe sowie den Startzinssatz. Zudem werden der Rechnungssteller und der Warenempfänger kurz in einigen Sätzen vorgestellt.

Danach kann man auf die Rechnung bieten in einem sogenannten Rückwärtsauktionsverfahren. Die Rechnungen starten also bei zum Beispiel 17% und werden dann, sofern genügend Investoren vorhanden sind, runtergeboten. In der letzten Zeit kam es häufig vor, dass Rechnungen auf den Mindestzinssatz von 8% gedrückt wurden.

Das Geld aus der Finanzierung  wird jedoch erst and den Verkäufer der Rechnung überwiesen, sobald der Kunde bestätigt, dass er die Ware oder Dienstleistung erhalten hat und damit zufrieden ist. Der Kunde überweist dann den Rechnungsbetrag nicht mehr an den Verkäufer, sonden an Investly direkt, und kommen dann zu den Investoren.

Autoinvest, Ausfälle und Regressrecht

Es gibt bei Investly einen Autoinvest Funktion, namens autobidder. Dieser ist aber noch in einem frühen Stadium der Entwicklung und gibt nur ein Gebot ab, in der Höhe der Vorgabe des Investors. Investly entwickelt dieses Tool weiter und sollte im Spätherbst in der Lage sein, eine massiv bessere Version bereitzustellen.

Bisher ist es noch zu keinen Ausfällen auf der Plattform gekommen, jedoch zu diversen Verzögerungen. Man muss hier jedoch sagen, dass die Investoren immer mit Verzugszinsen entschädigt wurden. Die Kreditprüfung von Investly scheint zu funktionieren.

Sollte es doch einmal zum Ausfall eines Schuldners kommen, gibt es bei dieser Kreditart ein sogenanntes Rekursrecht. Dieses erlaubt den Investoren bei Ausfall des Kunden, auf den Verkäufer der Rechnung Regress zu nehmen. Der Verkäufer ist verpflichtet, die Rechnung von den Investoren zurückzukaufen. Dies bietet einen zusätlichen Schutz vor einem Ausfall.

Fazit

Bis anhin war es mir möglich sehr gute Renditen mit den Rechnungen zu erzielen. Da es in der letzten Zeit jedoch zu tiefen Auktionsergebnissen gekommen ist, hat meine Rendite sich etwas reduziert, ist aber mit 14.9% jedoch immernoch solide. Achtung: Die Renditezahl zeigt nur die nach Volumen gewichtete Durchschnittsrendite aller Rechnungen. Wenn Geld einige Tage auf dem Konto liegen bleibt, ist das in dieser Zahl nicht berücksichtigt.

Ich mag die Plattform, aber die manuelle Bieterei macht zunehmends weniger Spass, vorallem wenn man diverse Male überboten wird und die Auktion dann bei 8% angelangt. Ich investiere nur bis maximum 11%, tiefer nicht. Ich gebe der Plattform noch bis Ende Jahr Zeit um mehr Volumen in die Rechnungen zu bringen und einen akzeptablen autoinvest zu kreieren.

Bei Fragen einfach posten oder Kontakt per Formular herstellen.

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