Bitcoins – Kaufen und Aufbewahren (Teil 1)

Wie angekündigt bringe ich nun auf allgemeinen Wunsch hin etwas zum Thema Bitcoin (kurz: BTC) und Kryptowährungen. Keine Sorge, ich wende mich nicht vom P2P Markt ab, diese dreiteilige Serie bildet die Ausnahme. Warum aber dieser Exkurs? Ich bin mir sicher, dass Bitcoin (oder etwas anderes digitales) in Zukunft eine Rolle im Zahlungsverkehr übernehmen wird (wie und in welcher Form sei dahingestellt). Daher wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis Bitcoin (ich benutze Bitcoin hier stellvertretend für Kryptowährungen) auch bei P2P Plattformen ein Thema werden (es gab/gibt schon Versuche damit). Ich bin kein Experte für Kryptowährungen und masse mir nicht an, Kryptowährungen wirklich zu verstehen. Ich glaube auch, dass es weltweit nur einige Tausend Leute gibt, welche die volle Tragweite der Kryptowährungen (und der Blockchain Technologie) wirklich verstehen. Meinen ersten Bitcoin habe ich etwa vor einem Jahr gekauft, bin also in diesem Bereich ein Grünschnabel. Bedenkt dies bitte, wenn ihr den Artikel lest. Und noch eine Warnung: Kryptowährungen sind hoch spekulativ, es kann gut sein, dass ihr einen Totalverlust erleidet. Also nur mit dem Einsteigen (wenn überhaupt), was ihr verkraften könnt zu verlieren. Ein Bitcoin hat momentan einen Wert von etwa USD 11’000.-, die Entwicklung von Bitcoin könnt ihr in der untenstehenden Grafik nachvollziehen. Ich schaue die Preisentwicklung immer nur zum USD an.

Bitcoin USD Chart finanzen.net

Was sind Bitcoins?

Ohne jetzt zu tief ins Detail zu gehen: Bitcoins können als digitale Währung bezeichnet werden, auch wenn sie grundsätzlich keinen Geldwert besitzen. Schlussendlich stellen Bitcoins nur ein Buchungssystem dar, wobei zu jedem Zeitpunkt klar ist, wo sich die Bitcoins befinden (aber nicht bei wem). Die verschiedenen Transaktionen werden von einem Peer-to-Peer Computernetzwerk bestätigt, daher spricht man auch von einem dezentralen System. Anders bei Echtgeldtransaktionen (welche eben zentral gehandhabt werden), bei welchen immer eine zentrale Stelle (Clearing Stelle der Zentralbank oder anderer Institution) als Relais dazwischen stehen. Der Wert eines Bitcoins resultiert also aus der Bereitschaft eines Käufers/Verkäufers den Bitcoin in eine echte Währung zu einem spezifischen Preis zu tauschen. Alles unklar? Ging mir am Anfang auch so 😉 Daher empfehle ich das deutschsprachige Buch «Bitcoin kurz und gut» von Joerg Platzer. Es ist etwas abstrakt (wie könnte das in diesem Thema auch anders sein), aber trotzdem gut zugänglich und verständlich. Noch etwas: alle anderen digitalen Währungen nennt man Altcoins, da diese eine Alternative zu Bitcoin darstellen sollen.

Wo und wie kauft man Bitcoins?

Bitcoins kann man heute (in der Schweiz zumindest) auch schon an Ticketautomaten kaufen. Wie das genau funktioniert, weiss ich nicht. Ich halte mich da eher an die «herkömmliche» Variante. Ich kaufe die Bitcoins bei einer online Börse. Davon gibt es viele. Aber nur wenige, welche auch Echtgeld (auch FIAT Geld genannt) gegen Bitcoins oder andere Altcoins tauschen. Die meisten Tauschbörsen beschränken sich auf einige wenige Kryptowährungen. Um kleinere Altcoins kaufen zu können ist meistens ein Umweg über Bitcoin zu machen. Man muss also Bitcoins kaufen, und diese dann an einer anderen Börse gegen die gewünschte Kryptowährung tauschen. Ich kaufe Bitcoins (Ether und Litecoin) meistens bei Coinbase (ihr kriegt dort noch USD 10 geschenkt als Neukunde, wenn ihr für mehr als USD 100 Bitcoins kauft und meinen Link zur Registrierung nutzt). Dort kann man einfach online EUR einzahlen und diese dann umtauschen. Per Kreditkarte geht auch, kostet aber ziemlich Gebühren (um die 4%). Kraken bietet auch eine EUR Einzahlung, aber die Verifizierung dauert momentan sehr lange für ein neues Konto. Das sollte sich aber im Laufe des Dezembers bessern. Um Bitcoins (und alle anderen Kryptowährungen) aufzubewahren, benötigt man eine Wallet, also einen digitalen Geldbeutel. Die Wallet ist eigentlich eine Adresse auf der Blockchain, welche angibt, wo die Coins sind und euch die Zugangsdaten gibt.

Wie und wo bewahrt man seine Coins auf?

Nachdem ihr Coins gekauft habt, müsst ihr euch entscheiden, wo ihr diese «lagern» wollt. Natürlich könnt ihr diese auch bei der Börse lagern, wo ihr sie gekauft habt. Das Problem ist aber, dass die Coins verloren sind, sollte die Börse ihren Betrieb einstellen. Ihr kommt dann in den meisten Fällen nicht mehr an die Coins, da ihr die Zugangsschlüssel dazu nicht habt. Es gibt weitere Varianten für die Aufbewahrung:

1) Online Wallet
Online Wallets haben den Vorteil, dass sie von überall her verwendet werden können (es gibt diverse Anbieter von kostenlosen Wallets). Der Vorteil ist auch gleich der grösste Nachteil: Jeder kann versuchen darauf Zugriff zu erhalten. Daher für online Wallets am besten eine separate Emailadresse einrichten und ein Passwort, dass ihr nirgends sonst verwendet, und welches aus vielen Spezialzeichen, Zahlen und Gross-Kleinbuchstaben besteht.

2) Wallet auf eurem Rechner
Ihr könnt euch auch lokal ein Wallet auf eurem Rechner installieren, dafür sind aber einige Programme notwendig. Der Vorteil ist, dass jemand zuerst Zugang zu eurem Rechner haben müsste, um die Bitcoins zu stehlen (oder nur schon um dies zu versuchen). Wie ihr wisst, ist dies aber gar nicht so schwer, für jemanden, der sich auskennt. Ein Nachteil der lokalen Speicherung ist aber, dass die Coins sehr wahrscheinlich verloren sind, sollte der Rechner kaputt gehen, oder ihr keinen Zugriff mehr auf eure Daten habt.

3) Paper Wallet
Eine Wallet besteht ja bekanntlich nur aus Adressen und Schlüsseln (ja habe ich bisher nicht so detailliert erwähnt). Man kann nun diese Daten auch anlegen für eine Papierwallet und diese dann ausdrucken. So seid ihr sicher vor Cyberattacken und Hardwarefehlern, aber nicht vor menschlichem Versagen 😉 Wenn ihr das Papier verliert, ist alles weg.

4) Physische Wallet in Form eines Nano Ledgers oder Trezor
Es gibt auch physische Geräte, welche ihr kaufen könnt, um eure Bitcoins (und je nach Version andere Altcoins) zu speichern und sicher aufzubewahren. Zwei der bekanntesten Geräte sind der Ledger Nano S und der Trezor, welche beide zur Aufbewahrung von Bitcoins genutzt werden können. Der grosse Vorteil ist, dass ihr die Geräte physisch vor Ort bei euch habt, und diese mit Passwort geschützt sind. Es müsste euch also jemand das Gerät stehlen und euer Passwort kennen, um die Bitcoins stehlen zu können. Das Gerät verfügt auch über eine recovery Funktion, welche es einfach erlaubt, eure Daten wieder herzustellen. Die Geräte sind relativ preiswert (je nach Version). Sicherlich die einfachste und sicherste Methode.

Fazit

Ich habe jetzt mehr als tausend Wörter gebraucht für diesen Artikel (und hätte eigentlich noch das Mining anschauen wollen, was ich aber auf den nächsten Post verschiebe), und habe nur an der Oberfläche gekratzt. Ihr seht also, das Bitcoin Thema ist enorm vielfältig. Ich empfehle euch wirklich die Lektüre des Buches von Joerg Platzer. Dieses hat mir sehr geholfen beim Verständnis (ohne mich den Verstand zu kosten, obschon des abstrakten Themas ;)).

Gerne dürft ihr mir Fragen stellen, ich versuche diese zu beantworten. Vielleicht ist ein Leser des Blogs sehr bewandert in diesem Thema, und möchte noch etwas dazu beitragen? Immer wieder gerne (auch bitte mit Hinweis, falls ich etwas nicht korrekt wiedergegeben habe).

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