Wie kann ich mein Auszahlungskonto ändern?

Liebe Leser, heute geht es mal nicht um eine neue Plattform (keine Sorge, habe schon noch einige im Köcher ;)) sondern um die oftmals gestellte Frage: „Wie kann ich mein hinterlegtes Auszahlungskonto bei einer p2p Plattform ändern?“. Die Frage ist eigentlich schnell beantwortet, variiert aber von Plattform zu Plattform ein bisschen. Bevor ich euch die Vorgehensweise näher erläutere, möchte ich gerne etwas ausführen, warum uns die Plattformen einen solchen Prozess auferlegen (nicht für jede Plattform so gültig, aber doch repräsentativ):

Die Gesetzgebung…

Wenn ihr euch bei einer Plattform registriert, benötigen die Plattformen einige Dokumente von euch, um eure Identität zu verifizieren. Dazu sind Sie nur schon durch die Regelungen der Bekämpfung der Geldwäscherei verpflichtet. Lokale Gesetzgebungen variieren natürlich stark, aber die meisten werden dies so verlangen. In den meisten Fällen reicht das Hochladen eines Identifikationsdokuments. Manche Plattformen (vor allem in UK) möchten gerne noch eine Stromrechnung (nicht älter als 3 Moante) oder ähnliches sehen, um auch eure Adresse verifizieren zu können. Danach wird noch eine Einzahlung von eurem eigenen Bankkonto (oder gemeinsamen Konto) verlangt. Dies dient den Plattformen als weitere Sicherheit, da sie nun davon ausgehen können, dass auch noch eine nach strengem Bankrecht regulierte Bank eure Identität geprüft hat. All diese Massnahmen dienen auch unserer Sicherheit, auch wenn es manchmal etwas lästig ist.

Dann kommen wir mal zum effektiven Vorgehen…

Die meisten Plattformen umschreiben das Vorgehen in ihren FAQ’s. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass alle Plattformen eine Einzahlung von eurem neuen Konto anfordern, bevor sie das Auszahlungskonto ändern werden. An dieser Überweisung kommt ihr eher nicht vorbei. Ihr macht also eure Überweisung und gebt bei der Überweisungsmitteilung an: „Please change withdrawal account“ und eure Zahlungsreferenz (meistens Investorennummer, oder was halt verlangt wird). Normalerweise ist euer Auszahlungskonto dann nach der Gutschrift bereits hinterlegt worden. Falls das nicht der Fall sein sollte, dann wendet ihr euch an den jeweiligen Support, welcher dann die Änderung für euch vornimmt.

Kann man auch mehrere Konten hinterlegen lassen? Besonderheiten bei Estateguru

Das kommt wieder auf die Plattform an. Bei Mintos, Swaper, Grupeer und Twino funktioniert das eiwandfrei. Bei Estateguru nicht, da gibt es nur ein Auszahlungskonto. Zudem will Estateguru nach erfolgter Einzahlung noch, dass ihr die Kontoanpassung noch mit Unterschrift bestätigen müsst. Ich musste nebst der Einzahlung von einem anderen Konto auch noch den Überweisungsbeleg scannen (und vorher darauf schreiben „Please change withdrawal account“ und mit Unterschrift bestätigen).

Fazit

Die Vorgehensweise kann je nach Plattform variieren, aber mit den genannten Punkten sollte man in 90 Prozent aller Fälle erfolrgreich sein.

Falls ihr auch Erfahrungen mit anderen Plattformen habt, nur zu und posten. Das ist für alle Investoren interessant.

P2P und die Korrelation mit den Kapitalmärkten

Diese Woche habe ich einen Artikel über p2p Kredite in der Forbes gelesen. Der Artikel ist in Englisch erschienen und der Titel lautet übersetzt: „Warum man 2017 in p2p Kredite investieren sollte“. Mein erster Gedanke war, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mit meinen Investitionen gewartet 😉 Ihr merkt, meine ironische und teils sarkastische Seite drückt durch. Dies aber nur, weil ich den Artikel mit dem reisserischen Titel eigentlich ziemlich mies finde. Und warum belästige ich euch damit? Der Artikel hatte einen Punkt, den ich interessant fand und auf diesen werde ich weiter unten eingehen.

Mein Fazit zum Gastbeitrag von David Galland (von Garret/Galland Investment Research): Es ist ein reisserischer Artikel, welcher nur ein Ziel verfolgt: Aufmerksamkeit auf die Firma des Autors zu lenken und Lesern den sagenhaften p2p Report schmackhaft zu machen. Dieser ist natürlich nicht kostenlos. Eigentlich ein oberflächlicher Werbepost von den einzig wahren Investment Gurus, die es ehrlich meinen mit uns Anlegern 😉 So, jetzt reichts, wollen wir uns doch einem spannenden Thema widmen: Korrelation.

Was ist die Korrelation?

Die Korrelation gibt Auskunft über die Stärke des Zusammenhangs der Kursentwicklung zweier Wertpapiere oder Kapitalmärkte (innerhalb einer definierten Periode). Ausgedrückt wird sie mittels dem Korrelationskoeffizienten, welcher Werte zwischen -1 und +1 annehmen kann. Eine Korrelation von +1 bedeutet, dass sich die Werpapiere perfekt gleichläufig verhalten. Beispiel: Aktie A steigt, so steigt auch Aktie B und umgekehrt. Bei einer perfekten positiven Korrelation von +1 ist diese Bedingung an jedem Tag im Beobachtungszeitraum erfüllt. In der Realität gibt es so einen Zustand nicht, so dass man keine Korrelation von +1 oder -1 beobachten kann. Wenn die Korrelation 0 beträgt, spricht man von keinem (statistischen) Zusammenhang und man kann keine Vorhersage treffen. In der realen Welt sehen wir Korrelationen von etwa minus 0.9 bis plus 0.9. Im Investment Bereich versucht man unter anderem mittels Korrelationen ein perfektes Portfolio mit Wertschriften zu kreieren. Dabei macht man sich die negative Korrelation von Renten/Obligationen/Bonds mit Aktien zu nutze. Theoretisch sollten Bonds steigen, wenn die Aktien unter Druck geraten und so einen Puffer bilden und das Ergebnis etwas abfedern. Das ist natürlich etwas gar salopp formuliert, aber grundsätzlich funktioniert das so.

Was will ich eigentlich sagen?

Wer bis hierhin gelesen hat, mein Respekt ist euch gewiss ;). Ein youtuber mit Aktien und p2p Tipps nimmt sich die Korrelation viel als Hilfsmittel um seine Einschätzung zu untermauern, welche dann wie folgt lautet:“ p2p Kredite korrelieren nicht mit Aktien, daher sind sie eine gute Beimischung für das Portfolio und vermindern das Risiko“. Eigentlich eine nette Überlegung, nur das Problem der Aussage ist, dass wenn die Korrelation 0 ist, man keine Aussage zur relativen Entwicklung machen kann und somit die Risikominderung nicht unbedingt gegeben ist. Weiter frage ich mich, stimmt das wirklich mit der Korrelation und p2p? Und genau da kommt mir der Artikel entgegen, die Korrelationen wurden berechnet. Das Beispiel (siehe unten) ist mit Lending Club (USA) gerechnet und daher sehr US lastig. Das spielt aber keine Rolle, seht selbst:

Quelle: Garret/Galland Investment Research

 

 

 

 

Man sieht hier schön, dass die Aktienmärkte (erste Spalte) positiv miteinander korrelieren. MPL ist hier übrigens das Lending Club Portfolio. Die Korrelation des MPL mit allen anderen Anlagen bewegt sich im Bereich -0.13 bis + 0.19, was verglichen mit anderen Korrelationen eher schwach und als nicht aussagekräftig zu bewerten ist. Im Artikel ist man der Meinung, dass p2p einen Puffer ins Portfolio bringen, aufgrund der Korrelation. Mit dem Puffer bin ich einverstanden, aber nicht mit dem Argument der Korrelation, sondern aus anderen Gründen. Schaut euch mal die Korrelation von MPL mit US Bonds an, die ist negativ mit -0.13. Wenn man jetzt wie im Artikel der Korrelation hier glauben schenkt, dann heisst das, dass bei steigenden US Zinsen, sich die p2p Kredite schlechter entwickeln könnten. Und genau das könnte passieren. Steigen die Zinsen, steigt die relative attraktivität von Bondanlagen und es wird wieder Kapital theoretisch aus p2p in Bonds fliessen. Die Korrelation mit den Aktienmärkten ist ganz leicht positiv, also eigentlich auch kein Zusammenhang erkennbar.

Fazit

Meiner Meinung nach sollte die Korrelation von p2p mit den Kapitalmärkten aktuell nicht überbewertet werden. Man kann diese von mir aus als Anhaltspunkt sehen, aber man sollte sich nicht darauf verlassen. Ich wage eine Prognose: Sollten wir wiedereinmal in eine Finanzkrise schlittern und alle Investoren haben Angst um ihr Geld, dann werden die Korrelationen quer durchs Band aller Anlagen relativ ähnlich sein. In Stressphasen korrelieren die Kapitalmärkte oftmals gleich. Aktien sinken, Bonds (alles bis auf ultra sichere Staatsanleihen -> Safe Heaven) sinken. Ich bin mir sicher, dass dann viele Anleger auch aus p2p Anlagen flüchten werden, und die Korrelationen sehr positiv sein werden und vieles entwickelt sich gleichläufig, nämlich nach unten…

P2P und die Steuererklärung

Ein Jahr ist rum, und was folgt dann einige Zeit später mit Sicherheit? Die Steuererklärung muss ausgefüllt werden. Glücklicherweise ist das in der Schweiz nicht sehr schwer, man muss nur die Belege zusammen suchen und die Werte am richtigen Ort eintragen. Ok, so einfach ist es auch wieder nicht, aber durchaus machbar (seid ihr aus der Schweiz, und habt keine Lust dazu, kontaktiert mich, ich erstelle die Steuererklärung für euch, gegen ein Honorar ;)).

Etwas schwieriger wird es nun, wenn man Erträge aus p2p Anlagen mit einbeziehen muss. Aber nicht, weil man dies speziell kompliziert eintragen muss, sondern die Schwierigkeit besteht darin, einen Auszug zu erhalten, den man Einreichen kann. Dann muss man noch hoffen, dass das Steueramt diesen auch anerkennt. Man muss sich einfach vor Augen halten, dass die meisten Steuerbehörden noch nicht sehr bewandert sind mit dem Thema der p2p Kredite. Ich habe deshalb immer noch ein Belgeitschreiben beigelegt, mit welchem ich erkläre was p2p Kredite sind, und was für Ertragsarten anfallen können.

Ich möchte euch gerne eine Beschreibung geben, wie ihr bei den Plattformen zu den Daten kommt, denn da muss man teilweise lange suchen und/oder erfinderisch sein 😉

Finbee

Zum Anfang eine sehr leichte Aufgabe, da Finbee eine Auflstung bereitstellt. Einfach einloggen und rechts oben auf den Namen klicken und notifications & tax settings auswählen. Danach in die Kartei „tax“ wechseln und den Zeitrsum eingeben. Schon wird ein pdf erstellt mit den benötigten Daten.

Mintos

Hier wird es schon ein wenig mühsamer und unübersichtlicher. Bei Mintos einloggen und auf account statement gehen. Danach die Periode eingrenzen (01.01.2016 bis 31.12.2016). Danach auf search klicken und erhaltet folgende Übersicht (rechts stehen noch die Zahlen daneben bei euch). Leider muss man hier die relevanten Beträge raussuchen und übertragen.

Übersicht der steuerrelevanten Daten von Mintos

Viventor

Bei Viventor muss man den gleichen Pfad einschlagen wie bei Mintos. Einloggen und in my account unten die Periode eingrenzen und die Beträge der Auflistung entnehmen.:

Auszug der steuerrelevanten Daten von Viventor

Cashare

Hier ist es einfach, einloggen und unter dem Punkt „Dokumente“ sind die Auszüge für jedes Jahr abgelegt.

Ich werde die Liste stetig um weitere Plattformen ergänzen, aber mit oben beschriebenen Mecano sollte es auch bei anderen funktionieren.

 

 

 

Meine persönlichen Top 10 Plattformen 2016

Zum Jahresende möchte ich euch meine persönlichen Top Ten Plattformen vorstellen. Das ist eine ganz persönliche Rangierung und muss nicht eurem Geschmack entsprechen. Die Einteilung hat viel Zeit in Anspruch genommen und wahrscheinlich würde ich in 2 Wochen leicht anders entscheiden.

Unten seht ihr die Top 5, danach folgt eine kurze Beschreibung. Dann gehts weiter mit den Rängen 6 bis 10 und einer kurzen Beschreibung. Am Schluss werde ich noch die „outside looking in“ küren welche es nicht in die top 10 geschafft haben, aber trotzdem sehr gute Plattformen sind.

RangPlattformRendite (XIRR)Link zu den Berichten
1Mintos17.69%Mintos
2Saving Stream13.02%Saving Stream
3Finbee27.01%Finbee
4Swaper13.39%Swaper
5Viventor12.89%Viventor

Mintos hat sich den Spitzenplatz verdient, da meistens genügend Kredite im Angebot waren und ich mein Geld gut investieren konnte. Mit dem Zweitmarkt konnte ich noch eine Zusatzrendite erwirtschaften. Die Betrugsvorwürfe (welche ich nicht ernst nehme), konnten keinen Schaden anrichten.

Saving Stream auf dem zweiten Platz habe ich nicht so aktiv beschrieben, wie ich gerne gewollt habe. Die Plattform passt gut zu meinem Konzept und es gab nur wenige Zeiten, in denen ich Geld auf dem Konto rumliegen hatte. 2017 werde ich viel darüber berichten.

Mit Finbee habe ich die mit Abstand beste Rendite erzielt. Abzüge gebe ich der Plattform aufgrund der doch eher schwierigen Beherrschung der Investitionen. Die Zinsen sind zuletzt stark in den Keller gesunken, was auch auf die Rangierung geschlagen hat.

Swaper krallt sich den guten vierten Platz, auch wenn ich noch nicht so lange dabei bin. Swaper macht mir einen guten Eindruck, und 14 Prozent Zinsen sind doch sehr gut.

Viventor ist nur knapp in den Top 5, aber die Plattform gefällt mir gut und ich glaube an das Management. 2017 werden wir sicher wieder mehr Kredite sehen. Bis dahin ziehe ich aber uninvestiertes Geld ab.

So, unten gehts weiter mit den Plätzen 6 bis 10 meiner Rangliste:

RangPlattformRendite (XIRR)Link zu den Berichten
6Lendix7.49%*Lendix
7Estateguru10.2%Estateguru
8Collateral12.01%Collateral
9Investly11.89%Investly
10Cashare5.24%Cashare

Lendix stellt für mich die Überraschungsplattform 2016 dar. Ich hätte nicht gedacht, dass man irgendwo im alten Europe (UK mal ausgenommen) eine so professionelle Plattform finden kann. Lendix rangiert nicht in den top 5, da meine Investitionszeit noch zu kurz ist für eine bessere Klassierung.

Estateguru ist in meiner Gunst dieses Jahr gesunken und belegt daher nur den 7. Platz. Das Kreditvolumen wurde arg gesteigert und auch die Zinsen sind ansehnlich. Das grosse Manko von Estateguru ist und bleibt einfach die Kommunikation. Auch auf meine Hinweise wurde nichts verbessert in dieser Hinsicht, daher nur der 7. Platz. Ich investiere weiter und erhöhe meine Einlagen, aber ich bin nicht mehr so begeistert vom Gesamtpaket.

Collateral belegt den 8. Platz, da ich zum einen erst relativ kurz dabei bin, und ich mit der Rücküberweisung so meine Probleme hatte. Diese sind nun aber gelöst und es ist sogar eine noch bessere Auszahlungsmöglichkeit dabei entstanden. Welche verrate ich im Januar.

Per Ende Jahr habe ich mich von meiner grossen Liebe zu Investly getrennt. Die Bastlereien, Zinsen immer bei 8 Prozent und so weiter haben dazu geführt.

Etwas überraschend die Schweizer p2p Plattform Cashare auf dem 10. Platz. Die Schweiz ist im Bereich von p2p Anlagen den anderen europäischen Ländern weit hinterher, aber Cashare hat in den letzten 8 Jahren bewiesen, dass p2p in der Schweiz erfolgreich sein kann. Ich habe auch Bedenken gegenüber der Plattform, da zum Beispiel keine aussagekräftigen Statistiken veröffentlicht werden, aber man hat mir Besserung versprochen.

On the outside looking in…

ganz nahe, aber doch nicht dabei sind für mich Fellow Finance und rebuilding society. Fellow Finance aufgrund der sinkenden Zinsen und der fehleranfälligen, fehlerhaften und zeitenweise erschreckend langsamen Plattform. Rebuilding Society hatte 2016 mit hohen Ausfällen zu kämpfen und in der Folge konnten neue Kredite nur spärlich finanziert werden. Gegen Ende des Jahres kam wieder Hoffnung auf, und es sieht aus als konnte das Ruder nochmals herumgerissen werden.

Das wars mit meiner Top 10, ich werde wohl per 30.06.2017 eine neue Bilanz ziehen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei meiner Leserschaft für ihre Treue, und wünsche einen guten Rutsch in ein erfolgreiches 2017.

 

 

 

Sollte man einer p2p Plattform treu sein?

Heute mal mit einer schon fast philosophischen Frage: Sollte man (oder seid ihr) einer Plattform treu sein, wenn sich die Umstände ändern?

Menschen (zumindest in Europa) tendieren dazu, persönliche Beziehungen über finanziellen Erfolg zu stellen. Das erklärt auch, warum viele Kunden ihre Bankbeziehungen nicht antasten und nicht zu besseren Alternativen wechseln. Das ist im Übrigen zum Beispiel auch bei Internetanschlüssen der Fall: Die Menschen (die Schweizer allen voran) sind einfach wechselfaul.

Was hat das mit den p2p Plattformen zu tun?

Ich gebe zu, meine Gedankengänge hierzu mögen ein wenig abstrakt wirken, aber ich versuche dies zu erklären. Ich gehe davon aus, dass die meisten Leser schon einmal etwas online ersteigert haben von privat zu privat. Hat man sich nicht gut gefühlt als man eine nette Email mit den Zahlungsdaten, eine Versandbestätigung oder ein einfaches Dankeschön erhalten hat? Ich schon, und plötzlich hatte ich Vertrauen zu der Gegenpartei, obwohl ich den Menschen dahinter gar nicht kenne. Und das ist meiner Meinung bei p2p Plattformen doch ähnlich, oder? Ich ertappe mich dabei, Vertrauen in den Support, oder andere Mitarbeiter der Plattform zu fassen, und das nur weil ich eine nette Email mit persönlicher Anrede und einem Schlussgruss erhalten habe. Wenn mir dann noch rasch geholfen wurde, bin ich glücklich und denke (etwas überspitzt formuliert), das ist die beste Plattform ever. Und schon bin ich in einer emotionalen Abhängigkeit, eigentlich grundlos.

Eine lange Einleitung, aber wichtig, um den Kontext zu verstehen, denn ich hatte dieses Jahr einige Plattformen mit denen ich mit der Zeit nicht mehr zufrieden war. Investly zum Beispiel, weil alle Kredite gegen 8% abwarfen. Zuvor hatte ich immer gegen 12 bis 16 Prozent. Da ich aber einen persönlichen Draht zur Plattform hatte, ist mir der Abschied sehr schwer gefallen, aber ich bin den Schritt gegangen und bereue ihn bis jetzt nicht.

Ein weiteres Beispiel stellt Viventor dar. Die Plattform hat genügend Kredite für mich bereitgestellt, und ich hatte auch telefonischen Kontakt mit diversen Mitarbeitern und dem Management. Das gab mir ein sehr gutes Gefühl. Nun bekunde ich schon seit Wochen Mühe mein Geld restlos unterzubringen und zu reinvestieren. Rational gesehen wäre es einfach und die beste Lösung das Geld abzuziehen und bei einer anderen Plattform wieder anzulegen. Alternativen gibt es, zum Beispiel Swaper, wo ich sogar als VIP 14 Prozent an Zinsen kassieren kann. Aber eben wie beschrieben, fällt mir der Entscheid nicht leicht, dies zu tun.

Kennt ihr dieses Phänomen? Wie handhabt ihr es?

Zugegeben, ein etwas anderer Artikel, aber ich musste dies einmal loswerden, vielleicht gibt es hier noch andere Meinungen. Ich werde jetzt rational handeln und jegliche Rückflüsse abziehen.

 

Mintos, Twino, Viventor und Konsorten sind eigentlich keine p2p Plattformen

Huch, was, dein Blog heisst ja p2phero, und du sagst uns jetzt, dass vieles was geschrieben wurde, nicht stimmt? Ja, Mintos etc sind keine p2p Plattformen. Und NEIN, alles was ich hier schreibe, entspricht der Wahrheit und ist von mir geprüft.

Warum dann der ganze Aufriss?

Ganz einfach, damit ich mit einem Missverständnis aufräumen kann. Hier habe ich beschrieben, was p2p Kredite eigentlich sind. Es geht also um einen Kredit von einer Person zu anderen. Die Plattform dient hier nur als Mittelsmann.

Dieser Definition entsprechen Plattformen wie Mintos, Viventor, Twino, Swaper usw nicht, da hier das Geld nicht direkt zum Kreditnehmer geht, sondern an einen Loan Originator, also Kreditvermittler. Auch wenn auf den Plattformen jeweils ein einzelner Kredit zum investieren bereit steht, zählt das nicht, die Kredite sind einfach verbrieft. Denn im Hintergrund hat der Kreditnehmer das Geld bereits erhalten und das Geld wird für einen anderen Kredit benutzt. Warum man das so umständlich macht, weiss ich nicht, aber scheinbar wollen Investoren eine Person (wenn auch nur eine imaginäre) auf der anderen Seite. Einfacher wäre es doch, wenn man einfach ein Konto bei einer Plattform hätte und dann dort das Geld einzahlt und dies mit 12 Prozent oder wieviel auch immer verzinst wird. Dann müsste man halt noch eine Mindestinvestmentdauer oder eine Rückzugslimite implementieren. Fertig wäre die Plattform. Das Geld können die Loan Originatoren dann verleihen an ihre Kunden. Falls jemand so eine Plattform ins Leben rufen will, ich bin dabei! Erreichen kann man mich via Kontaktformular.

Warum gehen Kreditvermittler diesen Weg?

Ich kann hier nur ein wenig spekulieren, aber es muss für die Kreditvermittler, also Loan Originatoren, auch eine gute Möglichkeit sein, sich zu finanzieren.

Die andere Möglichkeit ist es für die Kreditvermittler eine Anleihe (Bond, Obligation, Rente etc) auszugeben. Diese hat eine fixe Laufzeit und meistens einen fixen Coupon (Zinssatz). Eine Emmitierung einer Anleihe geht aber nur mit Hilfe einer Bank, und macht das natürlich auch nicht gratis. Zweitens sind die meisten Kreditvermittler auch keine Institute mit langer Firmengeschichte. Die Datenlage (Bilanz, Erfolgsrechnung) gibt noch nicht viele Anhaltspunkte über die Geschäftstätigkeit. Dies wiederum macht es wohl für die Investoren schwierig das Risiko einzuschätzen und zu entscheiden, ob der Zinssatz angemessen ist oder nicht. Das Problem mit der dünnen Datenlage haben übrigens auch die Investoren auf den vermeindlichen p2p Plattformen, denn das Geld wird dieser Firma geliehen. Daran kann man sehen, wiviel der buyback Wert ist…. wahrscheinlich nicht viel, wenn es hart auf hart kommt.

Fazit

Mit diesem Artikel wollte ich euch nur zeigen, dass diese Plattformen vom ursprünglichen p2p Gedanken weg gekommen sind. Das ist nicht weiter schlimm, man sollte es sich einfach vor Augen halten. Ich investiere weiter in diese Plattformen.

Wenn ihr euch fragt, ja gibt es denn noch wirkliche p2p Plattformen gibt, dann ja, es gibt sie. Zum Beispiel Finbee ist eine pure p2p Plattform.

 

 

 

 

Was sind die grössten Fehler bei p2p Anlagen? 7 Grundsätze

Heute geht es nicht um eine Plattform im Speziellen, sondern um die Anlagen in p2p Kredite im Allgemeinen, und die Fehler die man dabei machen kann. Meine Aufzählung meiner sieben Grundsätze stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  1. Nicht auf Marketing der Plattformen reinfallen: Die meisten Plattformen brüsten sich mit buyback oder einere überragenden Kreditanalyse. Da die meisten Plattformen noch sehr jung sind, sind sie den Beweis noch schuldig, da sie nocht nicht lange am Markt sind.
  2. Nicht zu schnell agieren: was ich damit meine: Eine Plattform zuerst mit einem kleineren Betrag (500 Euro) testen. Auch wenn es nicht viele Angebote gibt, nicht auf dem Zweitmarkt ivnestieren, bis man versteht wie das auf der Plattform läuft. Vermeindlich gut aussehende Deals, können sich schnell in Verluste wandeln.
  3. Auf Diversifikation achten: Man sollte seine p2p Anlagen über mehrere (mindestens 5, besser mehr) Plattformen verteilen. Man sollte darauf achten, dass sich die Plattformen nicht alle im gleichen Land (Litauen, Lettland und Estland zähle ich hier als 1 Land) befinden. Auch wenn das mitunter Währungsrisiken bedeuten kann, sage ich -> Risiken sind auch Chancen, sie müssen einfach abgewägt werden.
  4. Nicht blind auf Blogger vertrauen: Ich versuche euch auf diesem blog einen objektiven Überblick zu geben. Aber auch ich bin nicht davor gefeit, auch mal eine krasse Fehleinschätzung abzugeben. Ich versuche mein bestes, aber wie gesagt, ich bin nicht unfehlbar. Das andere ist: Es gibt leider blogger, welche die Tatsachen zu rosig darstellen, damit sie damit Geld verdienen können (affiliate links). Daher mahne ich zur Vorsicht zu allem was im Internet steht.
  5. Man sollte mit den Anlagen gut schlafen können: Wenn einem die Angst um sein Geld in den p2p Anlagen nachts den Schlaf raubt, dann sollte man sich aus dieser Anlageklasse verabschieden. Es bringt nichts, nur wegen hoher Renditen etwas zu machen, was einem nicht behagt.
  6. Sich der Risiken bewusst sein: Ich weiss buyback suggeriert eine 100 prozentige Sicherheit, die es aber nicht gibt. Stellt euch mal die Frage: Warum kriege ich bei p2p 12% Zinsen, bei einer Firmenanleihe mit guter Bonität zwischen 0 und 1.5%. Der Bereich dazwischen wird Spread genannt und entschädigt das zusätzliche Risiko. In diesem Vergleich erscheinen p2p Anlagen als sehr risikobehaftet.
  7. Kann man sich einen Totalverlust leisten? Wenn ja, kann man locker in p2p Anlagen investieren. Wenn nein, und man dann Mühe kriegt die Rechnungen zu bezahlen, Finger weg! Als Richtgrösse würde ich sagen, dass man mindestens 2 bis 3 Monatsgehälter auf der Seite haben sollte, beor man den übersteigenden Teil in Aktien, p2p und so weiter investiert.

Wie gesagt, es gibt sicher noch mehr zu beachten, aber wenn man die sieben obengenannten Punkte befolgt, und sich kritisch damit auseinandersetzt, sollte man in der Lage sein, die Risiken minimieren zu können.

 

 

 

Wieviel sollte man bei p2p investieren?

Ja liebe Leser, diese Frage höre ich des öfteren und für einmal werde ich keinen Bericht zu einer Plattform schrieben, sondern versuchen eine Antwort auf diese wichtige Frage zu geben.

p2p ist Hochrisiko

Zuerst muss man sich darüber im Klaren sein, dass p2p Anlagen in die Sparte Hochrisiko gehören. Zweistellige Renditen gibt es nicht ohne entsprechendes Risiko. Da ändert auch das vermeindliche Wundermittel namens buyback nichts daran. Der buyback ist nur soviel Wert, wie derjenige der in anbietet und ist eng an dessen finanzielle Gesundheit gebunden. Geht der Buybackgeber bankrott, ist die Garantie futsch.

Andererseits muss man sich auch vor Augen halten, dass die meisten Plattformen noch relativ jung sind, und eine entsprechende Regulierung in diesem Bereich seitens der Behörden noch viel zu tun ist. Man verfügt hier also noch über sehr wenig Langzeiterfahrung.

Die Asset Allocation ist das A und O der Vermögensanlage

Was ist eine Asset Allocation? So bezeichnet man die Verteilung seines Vermögens oder Investmentkapitals auf die verschiedenen Assetklassen (Renten, Aktien, Immobilien etc). Es gibt Studien die belegen, dass die Auswahl der Asset Allocation gegen 80 Prozent der Rendite eines Portfolios ausmachen. Die gewählte Strategie ist also immens wichtiger als taktische Spielereien (Aktienquotenübergewichtung etc).

Und wie kommt man jetzt zur richtigen Asset Allocation für einen selbst? Das ist eine gute Frage und hängt zu einem grossen Teil von 2 Faktoren ab:

  1. Risikofähigkeit
  2. Risikotoleranz

Und was heisst das nun auf deutsch? Unter Risikofähigkeit beantwortet die Frage wieviel Risiko mit seinen Anlagen tragen kann. Dies wird abgeleitet aus dem vorhandenen Vermögen und den laufenden Verpflichtungen gegenübergestellt. Das heisst, man schaut wieviel Geld man verlieren kann, ohne dabei in Probleme zu geraten.

Die Risikotoleranz beantwortet die Frage nach dem wieviel Risiko man tragen will. Wobei man hier natürlich von der Risikofähigkeit abhängig ist. Sollte man nur wenige Risiken eingehen, da man gemäss der Risikofähigkeit nur einen kleinen Spielraum hat.

Und was heisst das nun in Bezug auf p2p?

Und jetzt kommt die Antwort, auf die ihr lange gewartet habt: Das kommt darauf an! Ich weiss das ist jetzt die vage Antwort die ihr nicht möchtet, aber die Antwort ist zu individuell als das man eine allgemeingültige Antwort geben könnte. Ich versuch es trotzem:

Aufgrund der erhöhten Risiken würde ich maximal 20 Prozent des Vermögens in p2p Kredite investieren. Man sollte auch nicht gleich mit 20 Prozent beginnen, sondern diesen Wert (sofern man dieses Risiko überhaupt tragen kann/will) langsam aufbauen und die Plattformen erstmal erforschen. Eine gute Diversifikation über mindestens 5 Plattformen (eher mehr) ist hier anzustreben. So würde auch der Bankrott einer Plattform einen kleineren Einfluss auf die gesamte p2p Anlage haben.

Ich hoffe ich konnte euch hier wenigstens ein bisschen helfen, falls ihr weitere konkrete Fragen habt, dann nutzt das Kontaktformular.  Falls ihr euch jetzt fragt, welche Plattform man nutzen sollte, dann schaut euch mal meine Beiträge an, es hat sicher etwas für euch darunter.