Seedrs – Wie mich elektronische Bügeleisen auf dem falschen Fuss erwischten

Dieses Jahr hatte ich ja begonnen bei Seedrs zu investieren, respektive Aktien von Start ups zu kaufen. Ich fand die Idee spannend mit kleinen Beträgen in einem Bereich mitmischen zu können, welcher sonst nur Grossinvestoren (Institutionelle, Venture Capitalists etc) vorbehalten ist. Das ist grundsätzlich gut so, denn hier besteht eine grosse Chance, dass die Firma pleite geht. Seedrs selbst schätzt, dass nur etwa 10 Prozent der gelisteten Firmen wirklich überleben werden. Ich selber wollte eigentlich nur in p2p Plattformen investieren, da ich mir dort am ehesten zutraue das Geschäftsmodel zu verstehen. Aber natürlich habe ich viele andere interessante Ideen gesehen, was mich zum heutigen Thema bringt:

The Funky Iron Company

Ich bin ja grundsätzlich ein rationaler Mensch, aber trotzdem lasse ich mich immer wieder zu impulsiven Handlungen hinreissen (und kaufe dann etwas, was ich lustig finde, im Wissen, dass ich es eigentlich nicht brauche und es eigentlich Müll ist. Aber in diesem Moment ist es einfach nur geil ;)). So geschehen als ich diesen Frühling den Sales pitch von den funky elektronischen Bügeleisen gesehen habe. Ich dachte nur, wow wieder etwas, was die Welt nicht braucht und habe das ganze als Witz abgetan. Dennoch musste ich natürlich dabei sein, und habe mich mit dem Minimum beteiligt (GBP 12 ergaben 3 Aktien, zu GBP 4 Einstand). Eigentlich hatte ich nicht erwartet, dass dieses Projekt komplett finanziert wird, aber es fanden sich scheinbar einige Grossinvestoren. An sich machte das Projekt eine gute Falle, die Gründer gaben detaillreich Auskunft und schienen einen Plan zu haben. Ich dachte mir, wenigstens krieg ich für mein Geld etwas Unterhaltung.

Ich habe vielmehr gekriegt als erwartet

Ihr seht, bis jetzt habe ich das Projekt als Witz abgetan. Ich konnte und kann mir immernoch nicht vorstellen, dass es eine Nachfrage gibt nach speziellen gestylten Bügeleisen. Lassen wir das aber beiseite, denn die Gründer haben Wort gehalten und monatliche Updates geposted und sind auf Fragen der Investoren eingegangen. Die Termine wurde gehalten, oder man wurde über Verzögerungen informiert. Da habe ich begriffen, die meinen das wirklich ernst. Die Qualität und die Quantität der Informationen habe ich noch selten bei solchen Projekten gesehen. Man fühlte sich wirklich als Aktionär der Firma, an den die Geschäftsleitung rapportiert. Das ist bei anderen Projekten deutlich schlechter. Es ist dann im November eine Folgerunde auf Seedrs gestartet worden, und die war sehr schnell finanziert und die Bügeleisen konnten sogar noch ins Overfunding (das ist wenn mehr als 100% finanziert sind, und die Gründer aber noch mehr Aktien platzieren wollen, was eigentlich immer der Fall ist) gehen. Wiederum hatte es Grossinvestoren mit Interesse.

Beinahe 100 Prozent Rendite

Die Aktien der Folgerunde wurden zum Preis von GBP 7.81 angeboten, was einen Wertzuwachs von 95.25 Prozent in etwa sieben Monaten entspricht. Hätte ich das gewusst…. aber eben, im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich könnte meinen Gewinn via dem Zweitmarkt bei Seedrs realisieren, mache ich aber nicht (bei hohen Ausfallquoten braucht es auch hohe Gewinne) . Es interessiert mich wirklich, wie das weitergeht. Ob die Firma jemals Geld verdienen wird, steht noch in den Sternen. Man konnte jedoch einige Kunden gewinnen und ist zuversichtlich für die Zukunft. Ich bin gespannt.

Fazit

Manchmal macht man einen Glücksgriff mit etwas, an das man nicht geglaubt hat. Ich finde die Story einfach witzig und hat mir gezeigt, dass ich von meinen Ideen nicht unbedingt auf andere schliessen sollte. Aber wie gesagt, es kann immernoch gut sein, dass hier ein Totalverlust aus meinem Investment entsteht. Dieser Case zeigt auch, dass man nicht überall dabei sein kann und ab und zu trotzdem über den Tellerrand schauen sollte….Und gerade hat es wieder so ein Projekt wo ich dachte, das geht sowieso schieff… mehr dazu in einigen Monaten, wenn sich da mehr rauskristallisiert.

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