Ein Nachtrag zu meinen Erfahrungen mit Advanon

Liebe Leser

Aufgrund vieler Rückfragen zu meinem heutigen Artikel zu Advanon (hier geht’s zur Registrierung) schliesse ich daraus, dass ich diesen zu oberflächlich gestaltet habe. Meine Intention war es zuerst einmal einen Überblick zu geben und dann in einigen Wochen ein Update, sobald ich auch die performance der EUR Rechnungen einschätzen kann. Jetzt greife ich dem vor und hoffe die Fragen auf diesem Weg klären zu können. Nehmt es mir bitte nicht übel, wenn ich nicht auf jede Frage persönlich zurückschreiben konnte, da ist es einfacher und effizienter nochmals etwas zu posten.

Regulierung

Advanon ist in der Schweiz direkt der Finanzmarktaufsicht (FINMA) unterstellt und wird dementsprechend reguliert. In Deutschland arbeitet Advanon mit der Wirecard Bank zusammen, welche in Deutschland der BAFIN unterstellt ist. Die Identifizierung als Investor wird durch idnow durchgeführt.

Mindestanlage, „virtuelles“ Konton und Gebühren

Es gibt direkt kein Mindestanlagevolumen, sondern werden pro Kredit bestimmt. Die einzelnen Kredite werden in Pakete aufgeteilt, die

Auszug einer Advanon Email

vom Investor erworben werden können. Die Pakete sind in der Regel mindestens einige hundert Euro oder Schweizer Franken gross. Meine kleinsten Anteile an Rechnungen beliefen sich auf CHF 253.- und EUR 368.04. In der Regel sind die EUR Rechnungen momentan kleiner als die CHF Rechnungen, so dass die Mindestvolumen in EUR tendentiell kleiner sind als in CHF. Dies hat mich anfangs etwas von einem Investment abgehalten, aber nach 2 erfolgreichen Projekten sind meine Hemmungen kleiner geworden. Es gibt keine Möglichkeit Geld auf einem virtuellen Konto zu hinterlegen wie wir das von anderen Plattformen her kennen. Hier wird der Investmentbetrag nach dem Gebot fällig und muss separat überwiesen werden. Die Rückzahlung erhaltet ihr in einem Betrag zusammen mit dem Ertrag auf euer Konto zurückbezahlt. Die Rückzahlung wird per Email angekündigt.

Die Gebühren werden direkt dem Ertrag abgezogen, ihr müsst also keine separate Überweisung für die Gebühren tätigen. Die Gebühren sind beim Investmentertrag bereits einberechnet. Das heisst ihr seht in eurem Account den Nettoertrag. Ein ROI (return on investment) von 2.53 Prozent bedeutet, dass ihr genau diesen erhaltet. Es gibt 2 Erträge, welche angezeigt werden. Den einen für die Haltedauer (ROI) und die Rendite auf ein Jahr hochgerechnet, also p.a. Der per annum Wert wird zur Vergleichbarkeit ausgewiesen. Auch die Renditen bei den Buybackplattformen sind so genormt, es steht bei keinem Kredit der tatsächliche Ertrag für die anvisierte Haltedauer, sondern nur der p.a Zinssatz. Advanon ist hier etwas hilfreicher.

Steuerdokumente

Advanon stellt für Schweizer Anleger eine Steuerbescheinigung aus. Ich gehe stark davon aus, dass dies für deutsche Anleger auch zutreffen wird, das ist gegenwärtig aber noch in Abklärung. Die Advanonianer sind ja ex Googlers, die können per Definition keine halbfertigen Sachen liefern 😉

Vorgehen beim Investieren

Ihr kriegt 2 mal täglich (etwa 10.15 und 16.15 Uhr) eine Zusammenfassung der verfügbaren Rechnungen per Email zugestellt. Um 11.00 respektive 17.00 Uhr sind die Rechnungen zur Investition frei (ansehen könnt ihr sie vorher). Die Rechnungen werden in Pakete verteilt, die ihr als Investoren kaufen könnt. Beispiel: Eine 2k Euro Rechnung wird in 5 Pakete zu 400 Euro aufgeteilt, ihr könnt nun 400 Euro oder ein Mehrfaches investieren. Nach Abgabe des Gebots seht ihr die Überweisungsdaten, welche ihr aber auch noch per Email erhaltet. Dort steht dann auch, bis wann die Zahlung an Advanon spätestens gemacht sein muss. Eine Rechnung gilt als finanziert sobald mindestens 50 Prozent des Kreditbetrages zugesichert sind. Danach spielt es keine Rolle ob der Rest noch finanziert wird, ihr seid investiert 😉 Es wird nur noch die Restlaufzeit abgewartet bis das Projekt schliesst.

Warum ich hier nur wenige Screenshots poste?

Advanon (hier geht’s zur Registrierung) ist sehr auf die Anonymität seiner Kreditnehmer bedacht. Daher seht ihr die Kreditnehmerdaten nur solange die Rechnung noch nicht vollständig finanziert ist. Danach nicht mehr, ausser natürlich ihr habt investiert, dann seht ihr immernoch alle Daten. Sollten weitere Frage bestehen, einfach posten. Nachtrag 1. November. Unten seht ihr einen Screenshot meiner beiden offenen EUR Rechnungen. Die einte wird am 6. November fällig, die andere im Dezember. Ich berichte weiter wie es gelaufen ist.

Einsicht Advanon Account zu den Transaktionen

Advanon: Der Rechnungsmarkt (Factoring) für die Schweiz und Deutschland

Auf Advanon (hier geht’s zur Registrierung) wurde ich im März 2016 aufmerksam und begann kurz darauf mit einer ersten Investition. Seither habe ich das imposante Wachstum der Plattform mitverfolgt. Gegründet wurde das Unternehmen von drei ehemaligen Google Mitarbeitern in Zürich. Das Ziel war und ist Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, ihre Liquiditätssituation zu verbessern. Man bietet den Unternehmen eine Plattform an um ihre Rechnungen Anlegern zur Investition anzubieten (im Grundprinzip ein klassisches Factoring). Die Investoren erhalten so ansprechende Renditen und die Unternehmen Zugang zu Liquidität, was vor allem für junge Unternehmen sehr wichtig ist um weiter wachsen zu können. Seit einigen Monaten ist die Plattform auch für deutsche Anleger zugänglich, was ein Novum für eine Schweizer Plattform darstellt. In den folgenden Absätzen gehe ich auf einige Punkte näher ein und versuche euch die Plattform noch etwas näher zu bringen.

Was ist Factoring?

Factoring ist keine Erfindung von Fintech’s, es gibt diese Finanzierungsmöglichkeit schon sehr lange. Im Grundsatz funktioniert Factoring nach diesem Schema: Eine Firma stellt einem ihrer Kunden eine Rechnung mit einer (langen) Zahlungsfrist. Die Firma braucht aber Liquidität und sucht nun nach Möglichkeiten. Der Kunde will nicht früher zahlen, auch nicht gegen die Gewährung von Skonto (=Rabatt für die frühere Begleichung der Rechnung, zum Beispiel: 3% Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen). In diesem Fall schaltet die Firma nun ein Factoring Unternehmen dazwischen und tritt die Forderung gegenüber dem Kunden an das Factoring Unternehmen ab. Natürlich zahlt das Factoring Unternehmen nicht den vollen Rechnungsbetrag, sondern nur einen Teil aus (80 bis 90%). Danach gibt es mehrere Möglichkeiten was passiert: Der Rechnungssteller informiert seinen Kunden, dass die Forderung verkauft wurde und die Zahlung an das Factoring Unternehmen zu leisten ist („normales Factoring“). Es ist auch möglich, dass der Endkunde nicht informiert wird und die Zahlung an den Rechnungssteller geleistet wird, dieser sich aber gegenüber dem Factoring Unternehmen verpflichtet die Zahlung weiterzuleiten an dieses (stilles Factoring). Am Schluss wird abgerechnet und der Rechnungssteller erhält aus der einbehaltenen Differenz von 10 bis 20 Prozent einen Rest ausbezahlt. Das Factoring Unternehmen behält einen Prozentsatz für sich ein, als Gebühr. Und genau diese Gebühr stellt bei Advanon den Investmentertrag dar.

Wer kann investieren und Renditen bis zu 30% p.a einfahren?

Wie bereits geschrieben können Schweizer und Deutsche Investoren bei Advanon investieren. Der einzige Unterschied ist, dass Schweizer Investoren in CHF und EUR Rechnungen investieren können. Die Deutschen Investoren sind leider auf EUR Rechnungen von deutschen Unternehmen limitiert. Das wird wohl mit der Regulation zu tun haben.

Die Renditen bei Advanon sind auf den ersten Blick sehr hoch, da diese immer auf ein Jahr hochgerechnet sind. Stellt euch folgendes Beispiel vor: Rechnung mit Zahlungsziel von 30 Tagen, wirft eine Rendite von 2.5% ab (=Betrag, den der Rechnungssteller bereit ist abzugeben, um Liquidität zu erhalten, also eine Art Skonto). Rechnet man jetzt 2.5% Prozent auf ein Jahr hoch, kriegt man 30% Prozent (wir lassen den Zinseszinseffekt aussen vor in dieser Betrachtung). Solche Renditen gibt es tatsächlich bei Advanon, aber nur auf EUR Rechnungen und natürlich nicht auf alle. Im Schweizer Franken sehe ich ab und zu Renditen von bis zu 22%. Sehr sehr stattlich, für eine Investition in CHF oder EUR, welche sogar noch im eigenen Land oder Nachbarland bleibt.

Wer sind die Kreditnehmer, wie lange läuft ein Kredit und wieviele Kredite gibt es?

Als Kreditnehmer fungieren vornehmlich KMU’s aus der Schweiz und

Auszug einer Advanon Email

Deutschland. Ich habe aber auch schon die eint oder andere grössere Firma gesehen, welche sich via Advanon Marktplatzplatz refinanziert hat. Die Projekte haben eine Dauer von etwa mindestens 14 Tagen bis zu einem Jahr. Die grössere Anzahl bewegt sich im Bereich von bis zu 3 Monaten, es gibt aber auch solche mit 6 Monaten. Länger ist eher selten. Es gibt beinahe tägliche neue Kredite, das Volumen bewegt sich von Tausend CHF/EUR bis zu sechstelligen Beträgen. Die Kredite werden laufend auf die Plattform gestellt, damit man diese ansehen kann. Um 11.00 und 17.00 Uhr werden die Kredite zur Investition frei (man muss schnell sein bei den höherverzinsten). Es gibt 2mal täglich eine Übersicht zu den Projekten via Email.

Was passiert wenn ein Kredit nicht fristgerecht bezahlt wird?

Das ist mir bei meinen Projekten bislang nicht passiert, daher kann ich nur die theoretische Handhabung widergeben. Das gute, jeder Tag der Überfälligkeit wird zum gleichen Projektzinssatz weiterverzinst. Anstatt Zinsen für beispielsweise 30 Tage, gibt es dann für 32 Tage oder so. Advanon wird relativ rasch selber aktiv und nimmt sich der Sache an. Die Details dazu findet ihr in den untenstehenden Graphiken.

Überblick zum Forderungsmanagement bie Advanon

Fazit

Mir gefällt Advanon ausserordentlich gut. Meine zugegebenermassen beschränkte Erfahrung (da ich erst wenige Projekte mitfinanziert habe) ist wirklich positiv. Die Datengrundlage zu den Firmen ist teilweise etwas beschränkt, bei wiederkehrenden Firmen kann man die Zahlungshistorie aber sehr gut ableiten. Ich bleibe dabei. Nächste Woche kommt mein erstes EUR Projekt zur Zahlung, ich hoffe auch diese ist pünktlich. Mehr Infos zur Funktionsweise gibt es im Nachfolgeartikel hier.

Brickowner mit der nächsten Runde im equity raise und Infos zur Plattform

Vor einigen Monaten habe ich euch Brickowner mit einem Interview des CEO’s Fred Bristol vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war Brickowner gerade dabei sich auf Seedrs Kapital durch den Verkauf eigener Aktien zu beschaffen. Jetzt ist die Plattform einiges weiter gekommen und braucht für die künftige Weiterentwicklung nochmals Kapital. Also eine gute Gelegenheit um Aktionär zu werden (ich bin selbst Kleinaktionär). Aktuell sind bereits etwa 80% der Aktien dieser Runde verkauft worden. Man hat also noch eine Chance, falls man auch dabei sein möchte. Dazu ist noch zu sagen: Ihr kauft damit Aktien eines Start-ups, welches noch kein Geld verdient. Hier müsst ihr einen langfristigen Anlagehorizont haben und einen Totalausfall verkraften können.

Nochmals – was ist die Grundidee von Brickowner?

Anders als bei anderen Plattformen erhalten die Investoren bei Brickowner die Möglichkeit mit einem minimalen Investment von GBP 100.- in Immobilienanlagen zu investieren, welche normalerweise ein Mindestvolumen von 25k kennen. Hier öffnet sich ein spannendes Feld für Kleininvestoren, welches ansonsten nur Gross- und Institutionellen Investoren vorbehalten ist. Vom Initialinvestment fallen gleich 3% Gebühren an (plus eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0.75%). Das tönt nach viel, aber kann durchaus normal sein in diesem Bereich der Spezialfinanzierung. Fair ist, dass dies transparent ausgewiesen wird. Zudem sollte man sich vor Augen halten, dass einmal 3% für ein Investment mit beispielsweise 3 Jahren Laufzeit «nur» noch 1% pro Jahr ausmacht (plus natürlich die jährliche management fee).

Bisher wurden 4 Projekte realisiert – und ein fünftes steht in den Startlöchern

Nicht gerade viel sagt ihr jetzt. Dem stimme ich zu. Genau dieser Kritikpunkt wurde auf Seedrs an Fred herangetragen. Die Anwort finde ich sehr interessant. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass er lieber weniger Projekte, doch mit hoher Qualität und passend zum Brickowner Ansatz zum Investieren aufschaltet, als viele, die nur halb passen. Zudem sagt Fred, dass im Hintergrund viel gearbeitet wird und Prozesse aufgesetzt werden, die in Zukunft eine hohe Skalierbarkeit der Plattform gewährleisten. Wir dürfen also gespannt sein. Beim nächsten Projekt handelt es sich um eine Variante, die bis jetzt noch

Bevorstehendes Projekt

nicht auf Brickowner gesehen wurde. Hier investiert man in ein Kreditportfolio, welches Immobilienentwicklern hilft Ihre Projekte zu finanzieren. Die Projekte sind jeweils mit erst- und teilweise zweitrangingen Hypotheken besichert. Die Belehnungsquote wird mit 67.5% (maximal) angegeben. Es findet eine jährliche Ausschüttung von 7.5% an die Investoren statt. Hierbei partizipiert man nicht an einer Wertsteigerung der Objekte. Die Projekte werden von erfahrenen Entwicklern durchgeführt und vom Projektleader überwacht, welcher auch mindestens 10% in jedes Projekt investiert (von seinem eigenen Geld). Für Neuinvestoren hat Brickowner ein Willkommens-Geschenk bereit: 50 Pfund, wenn man sich via diesem link registriert und sobald man mindestens 1k investiert hat (ich kriege auch eine kleine Provision). Für die Überweisung und Währungswechsel schaut euch mal Currencyfair und/oder Transferwise an.

Fazit

Für mich stellt Brickowner eine spannende Alternative dar, da die Plattform meines Erachtens in einer Nische operiert. Die Renditen können natürlich nicht mit den Euro Buyback Plattformen mithalten, aber dafür erhält man Substanz. Auch solltet ihr euch bewusst sein, dass Investments in GBP Währungsschwankungen unterliegen (insbesondere in Zeiten des Brexits). Mir ist es darüber hinaus immer wichtig, dass ihr euch ein eigenes Bild macht, bevor ihr investiert. Aber in diesem speziellen Fall umso mehr, da ich hier als Aktionär der Plattform involviert bin (wenn auch nur marginal).

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Warum Mintos eine der besten p2p Plattformen ist

Und schon im Titel widerspreche ich mir, denn Mintos ist keine p2p Plattform im klassischen Sinne, da hier bereits gewährte Kredite verbrieft an Investoren verkauft werden. Das hindert mich aber nicht daran diesen Artikel zu verfassen.

Ich habe mich Anfang diesen Jahres darüber enerviert, dass die Spielregeln bei Mintos (Zinsen rauf/runter) immer wieder ändern. Es ist jetzt nicht so, dass mich das nicht mehr nerven würde, aber die Situation hat doch auch ihre Vorteile.

Mintos hat das breiteste Kreditangebot

Während andere Plattformen wie zum Beispiel Viainvest, Swaper und Robocash (mehrheitlich) nur die Plattformen für die eigenen Kreditvermittler darstellen, ist Mintos hier bereits einige Schritte weiter. Bei Mintos gibt es diverse Kreditvermittler, welche nicht mit Mintos verbandelt sind. Das ergibt viele Möglichkeiten für die Investoren um breit zu investieren. Das es dabei auch einmal zu Problemen kommen kann wie im Fall von Eurocent liegt auf der Hand. Aber wie ich bereits geschrieben hatte, glaube ich, dass dieser Fall (so unschön er auch sein mag) Mintos grundsätzlich stärkt und die Plattform in vielen Bereichen weiterentwickelt. Es wäre ein Irrglaube, dass dies der letzte Kreditvermittler ist, der Probleme haben wird. Nicht unbedingt nur auf Mintos bezogen, denn es kann auch sein, dass es eine andere Plattform trifft. Daher nie alle Eier in einen Korb legen, respektive nicht alles aufs gleiche Pferd setzen: Stichwort Diversifikation.

Mit Mintos verbandelte Kreditvermittler (Mogo, Lendo etc)

Hier gibt es eine Liste mit den Mintos Kreditvermittlern, führ mehr Infos auf das Logo klicken.. Auch wenn Mogo dort nicht als verbandelter Kreditvermittler aufgelistet ist (und gemäss IAS 24 keine Verbindung besteht, durchaus möglich, dass dies bei Anwendung anderer Standards doch der Fall wäre), vermute ich, dass dieser Loan Originator in den Dunstkreis von Mintos gehört. Mogo zum Beispiel ist an der gleichen Adresse ansässig wie Mogo. Lendo ist einfach der georgische Ableger des lettischen Kreditvermittlers Banknote (welcher oben in der Liste erscheint). Auch wenn solche Strukturen bereits einmal öffentlich kritisiert wurden, schreckt mich das nicht wirklich ab. Es gibt in der freien Marktwirtschaft diverse Beispiele von verbandelten Firmen. Der einzige Nachteil den ich sehe: Wenn eine Partei Kontrolle über andere ausübt ist, dass ein Dominoeffekt eintreten könnte im Falle eines Problems (oder unsauberer Buchführung etc). Das ist aber rein hypothetisch. Kommt es in einem Land zu einer Wirtschaftskrise, dann tangiert das die meisten Firmen sowieso und eine Firma zieht andere in Mitleidenschaft (der Vergleich hinkt natürlich ein wenig, da bei verflochtenen Firmen die Ereignisse schneller auf die anderen überschwappen können, aber vom Prinzip her ist es relativ gleich). Von daher habe ich kein Problem mit der Mintosstruktur. Ich gehe hier immer davon aus, dass das Eigeninteresse der Unternehmer Gewinne einzufahren höher wiegt, als irgendwelche “kriminellen” Strukturen zu schaffen. Ausschliessen kann ich es aber natürlich nicht (aber dass solch hohe Renditen mit Risiken behaftet sind, sollte jedem klar sein). Immerhin bestehen die Strukturen bereits einige Jahre und scheinen erfolgreich zu sein. Ich hege hier die Hoffnung, dass Mintos bei den Kreditvermittlern aus dem eigenen Dunstkreis noch mehr bemüht sein wird, dass es zu keinem Ausfall kommt (es würde die Plattform ja doppelt treffen). Zumindest deren Finanzsituation sollten sie bestens kennen 😉

Aktuell gibt es schöne Zinsen

Ich habe gerade letzte Woche in Lendo Payday Kredite investiert und dabei Zinsen von 13.5 Prozent erhalten, in Euro versteht sich und nicht in Georgischen Lari. Die Laufzeiten variierten von 24 bis 36 Monaten, was für Paydays eher ungewöhnlich scheint, da wir dort bis anhin eher kurze Laufzeiten oder bis zu 12 Monaten gesehen haben. Die Laufzeit schreckt mich nicht wirklich ab, weil viele der Kredite das anvisierte Rückzahlungsdatum nicht erreichen werden. Der Buyback greift vorher, da einige Kreditnehmer wohl die Bedingungen des Kredits anpassen (Ratenhöhe, Laufzeit, oder Umschulden) werden. Oder der Kredit nicht fristgerecht bezahlt wird. Dann kommt der Buyback und verkürzt die Anlagedauer erheblich 😉 Ich schätze, ohne das irgendwie Belegen zu können, dass mehr als 90 Prozent der 36 Monatskredite vorzeitig beendet werden. Wie komme ich da drauf? Wenn ich mir die Verzugs- respektive Buybackquoten von meinen anderen Paydays ansehe, welche im Bereich von 50 Prozent liegen, glaube ich, dass meine Schätzung für 3 Jahre passend sein wird 😉

Auf dem Zweitmarkt wird es schwieriger für Schnäppchenjäger

Ich hatte ja mal beinahe 20 Prozent Rendite (NAR, nicht XIRR) bei Mintos, und dies aufgrund guter Geschäfte auf dem Zweitmarkt. Mittlerweile bin ich etwas zurückgefallen. Das hat 2 Gründe: einige Kredite konnte ich nicht mehr abstossen zu den Preisen die ich wollte, und der Zweitmarkt ist umkämpfter. Konnte ich Anfang dieses Jahres noch viel manuell “abfischen” ist das seit Wochen sehr schwierig geworden. Einige IT affine Investoren haben Bots entwickelt welche den Zweitmarkt im Minutentakt durchforsten und (in den Augen der Investoren) gute Kredite automatisch kaufen. Leider ist mir so etwas nicht möglich, aber ab und zu finde ich trotzdem was. Das heisst für mich, dass meine Rendite in den nächsten Wochen und Monaten weiter sinken wird und sich wohl bei etwa 14 bis 15 Prozent einpendeln wird, was ja ein sehr gutes Ergebnis darstellt. Falls ihr auch bei Mintos mitmachen wollt, dann nutzt diesen Link zur Registrierung und erhaltet somit 1 Prozent Cashback auf eure Investments der ersten 3 Monate (kriege ich übrigens auch und ist kostenlos für euch). Einen Überblick zu aktuellen Bonusprogrammen findet ihr hier. Wenn ihr über neue Blogbeiträge und kurzfristige Aktionen informiert werden möchtet, dann tragt euch in untenstehenden Feldern ein.

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Marketlend – auch in Australien gibt es p2p ;)

Vor einigen Monaten bin ich zufällig über diese australische p2p Plattform gestolpert und habe je 100 AUD in 3 verschiedene Kredite investiert. Das Investment erfolgte aus reiner Neugier, da es nicht so einfach ist bei aussereuropäischen Plattformen anzulegen (crowdo ist meine einzig nicht europäische Plattform). Zum damaligen Zeitpunkt waren auch Kleininvestoren willkommen. Vor einigen Wochen jedoch hat sich das etwas geändert und man möchte nur sophistizierte und institutionelle Investoren haben. Ihr könnt aber trotzdem dort investieren, wenn ihr wollt. Ihr müsst einfach bestätigen, dass ihr ein gutes Anlagewissen besitzt oder ein Vermögen von mehr als AUD 250k habt.

Da für die meisten von euch diese Plattform wohl weniger Interessant sein sollte, verzichte ich darauf, detailliert zu beschreiben wie die Anmeldung vor sich geht. Nur eins: Einzahlen kann man per Kreditkarte, Transferwise oder Currencyfair. Das Geld kommt per Banküberweisung zurück, wenn ihr eine Auszahlung beantragt. Hier werden aber sicherlich hohe Gebühren anfallen, daher hoffe ich darauf, dass ich irgendwann in den nächsten Monaten persönliche Überweisungen auf das transferwise borderless Konto in AUD erhalten kann. Die Plattform ist nur Spielerei für mich, da stört es mich auch nicht, wenn ich das Geld einfach dort Arbeiten und liegen lasse.

Was macht Marketlend genau

Marketlend wurde 2014 von Leo Tyndall (CEO und Chef der Tyndall Capital LTD) ins Leben gerufen und bringt seit dann Firmen, welche Kredite benötigen und Investoren zusammen. Das Mindestinvestment liegt bei AUD 100.-, die Zinsen können bis zu 20% (brutto) ausmachen. Die Plattform behält 23% der Zinseinahmen (aber nur wenn wirklich gezahlt wird) ein. So belaufen sich die Nettozinsen auf 77% der Bruttozinsen. Im Falle von einem Bruttozinssatz von 20%, ergibt das einen Nettozinssatz von 15.4% (0.20 * 0.77 oder 20% * 77%). Das ist aber der risikoreichste Fall, ich würde sagen die meisten Zinsen (netto) liegen um 12%.

Wer sind die Kreditnehmer?

Kreditnehmer sind (bis jetzt) nur australische Firmen, welche Kapital benötigen. Die meisten Kreditgesuche kommen von Bergbaufirmen, Immobilienfirmen sowie 0815 KMU’s wie Kreditgeber oder Arztpraxen. Es gibt auch einen öffentlichen Busbetrieb, welcher sich ab und zu wieder Mittel beschafft. Sprich: die Kreditnehmer sind ein Abbild der australischen Wirtschaft. Je höher der Score (bis 100) des Kredits, desto risikoreicher ist die Anlage. Ich habe 3 Kredite im Portfolio mit verschiedenen Risikograden, welche bis jetzt ausnahmslos pünktlich bezahlt haben. Ausführliche und nett anzusehende Statistiken zum Marketlend Portfolio findet ihr hier.

Was mich beeindruckt ist die Datenfülle, welche den Investoren zur Verfügung gestellt wird. Auch die Kreditnehmer werden gründlich durchleuchtet, und dies auch periodisch. Das sieht alles sehr gut aus.

Fazit

Die Plattform ist wohl eher etwas für p2p Enthusiasten und Interessierte, als normale Investoren. Wie gesagt, meine Erfahrungen sind bislang positiv, aber eben, ich weiss nicht wie ich das Geld momentan günstig zurückholen könnte. Von daher ist es mehr eine Spielerei als ernsthaftes Investment. Würde ich in Australien leben, wäre wohl viel von meinem Geld auf dieser Plattform angelegt.

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Wie man diesem Blog folgen kann (Newsletter etc).

(Read this article in English) Mal etwas in eigener Sache: Viele User wünschen sich einen Newsletter Service. Mein Problem: Ich hasse Newsletter 😉 und bestelle so ziemlich jeden ab, der mich erreicht.  Warum tue ich euch das also an? Ich habe mich lange gesträubt dagegen, aber einige User haben mich überzeugt einen Newsletter zu starten.

Es gibt oft kurzfristige Aktionen bei Plattformen, welche euch dann zu spät erreichen, da ich dafür nicht jedesmal was posten will. Mein Blog soll als (gehaltvolle) Informationsquelle (und nicht als Bonus Code Seite) verstanden werden. Zudem werdet ihr (bei Registrierung) immer über neue Posts informiert. Das ist aber auch schon möglich, wenn ihr den RSS Feed (unten rechts bei META) abonniert.

Ich sehe das ganze mal als Testlauf, welchen ich ausbaue, sollte wirklich Bedarf bestehen. Ich verspreche euch, es werden nicht zu viele Emails kommen, zudem werde ich sorgfältig mit euren Daten umgehen und diese nicht weitergeben.

Für den deutschsprachigen Newsletter könnt ihr euch hier eintragen:

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Neue Cashback Angebote und Investitionsmöglichkeiten

Aufgrund der zugespitzten Anlagesituation bei einigen Plattformen habe ich euch Möglichkeiten aufgezeigt, wo ihr euer Kapital unterbringen könnt. Natürlich sind auch Immobilienplattformen eine prüfenswerte Wahl. Gerne gebe ich euch einen aktuellen Überblick zu neuen (und nicht ganz so neuen) cashback Angeboten, sowie Anlageopportunitäten.

Bis zu 90 Euro Cashback bei Iuvo Group

Anfang dieses Jahres hatte ich meine Anlagen bei Iuvo auslaufen lassen, da mir die Resultate zu gering waren. Vor einigen Wochen erhielt ich ein Cashback Angebot für ausgestiegene Investoren, welches ich aus Interesse angenommen habe. Seither erziele ich etwa eine Rendite von gegen 10 Prozent (XIRR), auch wenn mir die Plattform beinahe 11 anzeigt. Das ist natürlich deutlich besser als bei meinem letzten Versuch. Ich habe dieses Mal keine überfälligen Kredite mehr gekauft, sondern nur solche welche im Zahlungsplan waren. Das scheint die bessere Variante zu sein bisher, könnte aber auch reines Glück sein. Meine Beobachtungszeiträume und Anzahl Kredite sind zu kurz respektive zu klein. Beachtet, dass ihr in BGN oder EUR investieren könnt, alles mit Buyback. Jetzt gibt es ein Cashback Programm für neue Investoren. Wenn ihr mindestens 1000 Euro zum Start einzahlt und investiert, kriegt ihr 30 Euro Cashback. Solltet ihr während der ersten beiden Monate euer Investment um mindestens 1500 Euro auf 2500 Euro aufstocken, gibt es nochmals 60 Euro dazu, macht total 90 Euro. Wie könnt ihr von diesem Angebot profitieren:

1. Kontaktiert mich via Kontaktformular, damit ich euch eine Einladung senden kann (Email angeben)
2. Registriert euch mit der mir angegebenen Email bei Iuvo, sobald ihr die Einladung erhalten habt
3. Überweist und investiert mindestens EUR 1’000.-.
4. Ihr erhaltet die Gutschrift binnen 2 Arbeitstagen

Immernoch 1% Cashback bei DoFinance

Nach wie vor bietet DoFinance 1 Prozent cashback (mit diesem Link) für Neuinvestoren während der ersten 30 Tage. Wie lange es dieses Angebot weiss ich nicht, es könnte aber jederzeit eingestellt werden. Hier geht’s zur Funktionsweise von DoFinance.

Grupeer hat neue Kreditanbieter aufgenommen

Grupeer hatte in den letzten Wochen begonnen russische buyback Kredite mit 2 bis 3 Monaten Laufzeit und einem Zinssatz von 15 Prozent zu vertreiben. Diese Woche gab es keine neuen davon, denn ich denke, man will zuerst die ersten Kredite abwarten ob diese pünktlich abgelöst werden. Bis dahin wir sich Grupeer wohl zurückhalten mit der Ausgabe solcher Kredite. In der Zwischenzeit war man aber nicht untätig und hat Kredite von neuen Vermittlern auf die Plattform gestellt. Diese rentieren mit 14 Prozent per Annum und laufen maximal 12 Monate. Bei Grupeer gibt es immer mal wieder was zu investieren.

Bulkestate mit neuem Projekt und einem im Köcher

Jetzt ist es online das neueste und bisher grösste Bulkestate Projekt. Es handelt sich dabei um den Erwerb von Hotelappartements, welche gewinnbringend verkauft werden. Die Laufzeit ist mit 8 Monaten vergleichsweise kurz. Die Beleihungsquote von 35 Prozent sowie der Zinssatz von 13.8 Prozent lassen die Anlage als attraktiv erscheinen. In einigen Wochen sollte noch ein grösseres Projekt (Wohnbau) in Riga auf die Plattform gestellt werden. Sicherlich wird die Rendite ansprechend sein. Schaut mal bei Bulkestate vorbei und eröffnet

Bulkestate Hotel Komplex
einen Account, dann kriegt ihr die News auch geliefert. Noch was zur Funktionsweise: Ihr macht euer Gebot und kriegt dann eine Emailbestätigung mit den Zahlungsdaten. Danach müsst ihr nurnoch die Überweisung machen und schon seit ihr dabei. Es gibt leider noch kein Investorenkonto, wo ihr Geld einzahlen könnt für künftige Projekte.
So, dass wars für heute, geniesst das sonnige Wetter 😉

Lendix versus Anleihen ETF (Renditevergleich)

Heute wage ich mal einen Vergleich zu ziehen zwischen ETF Bond Anlagen sowie einem Investment bei Lendix. Das mache ich um einmal zu schauen wie sich die p2p Anlagen im Vergleich zu High Yield und Unternehmensbonds schlagen. Ich erhoff(t)e mir daraus Schlüsse ziehen zu können, ob man die Anleihen ETF’s durch p2p Anlagen ersetzen könnte. Um es gleich vorweg zu nehmen, der Vergleich hinkt teilweise, da ich viele Anhaltspunkte schätzen (annähern) musste, oder teilweise ein wenig Äpfel mit Birnen vergleiche. Nachfolgend erläutere ich einige Faktoren, die nicht deckungsgleich sind und daher den Vergleich etwas schwierig gestalten. Nichts desto trotz bin ich davon überzeugt, dass man aus dem Vergleich nützliche Schlüsse ziehen kann.

Was man bei diesem Vergleich beachten sollte

Lendix hat seinen ersten Kredit im März 2015 vergeben, das heisst man konnte sein Kreditportfolio nur über die Zeit aufbauen und nicht wie bei einem ETF eine Anfangsinvestition tätigen und diese so belassen. Das erschwert die Vergleichbarkeit der Renditen, da ich diese zeitgewichten müsste, was ich nicht kann da mir die Daten fehlen dafür. Vom Risikoprofil her kommen die Hochzinsanleihen den Krediten von Lendix wohl am nächsten, obwohl es natürlich nicht genau das gleiche Segment ist. Die meisten Kreditnehmer von Lendix wären wohl nicht in der Lage kotierte Anleihen zu emittieren. Die Regionale Aufteilung ist relativ unterschiedlich, bei Lendix habe ich mich auf die französischen Kredite beschränkt, da die italienischen und spanischen Kredite erst zu kurz laufen und so die Betrachtung verwässern würden. Bei den ETF ist es so, dass die regionale Aufteilung breiter gestaltet ist. Frankreich macht je nach Vergleichsfonds zwischen 15 und 20% der regionalen Allokation aus. Ein Vergleich der sektoriellen Allokation ist auch schwierig, da Lendix wie auch die ETF Provider verschiedene Sektorendefinitionen haben. In den ETF ist der Finanzsektor jeweils etwa mit 20% gewichtet und bei Lendix auf der anderen Seite verschwindend klein. Da die Lendix Kredite auch erst maximal 2.5 Jahre laufen ist die Ausfallquote wohl noch etwas zu gering. Was auch noch zu beachten gilt: Kotierte Anleihen reagieren auf Änderungen des Zinsniveaus. Steigen die Zinsen, so sinken die Anleihenkurse, weil sich eine bestehende Anleihe dem neuen Zinsniveau anpasst und die neue Rendite auf Verfall nun höher ist. Umgekehrt steigen die Anleihenkurse, wenn das Zinsniveau sinkt und die Renditen auf Verfall auch kleiner werden. Das passiert bei den Lendix Krediten nicht, da diese nicht kotiert sind und keine Bewertung (100% Nominal) besteht. Das kann von Vorteil (im Umfeld steigender) und zum Nachteil (bei sinkenden) Zinsen sein. Einzig neue Kredite die auf den Marktplatz kommen sind von Änderungen in der Zinskurve betroffen, da sich natürlich auch das Zinsniveau der Kredite irgendwo an einer Zinskurve orientiert. Das ist jetzt etwas pauschalisiert, aber so funktioniert das in etwa. Es gibt natürlich noch andere Einflussfaktoren wie die Laufzeit (Duration), Couponhöhe etc. Man kann sagen: Je länger die Laufzeit einer Anleihe, desto sensitiver reagiert diese auf Zinsänderungen. Zudem sind Anleihen mit höheren Coupons weniger sensitiv als solche mit tieferen. Aber jetzt Schluss damit, denn über Bondbewertung könnte ich hier alleine Seiten füllen 😉

Und jetzt zum Vergleich…

Gemäss Statistik gibt Lendix eine durchschnittliche Rendite von 6.44% vor (aber wie gesagt, kann man diese nicht eins zu eins übernehmen). Zuerst habe ich die Rendite um die Ausfälle geschmälert in dem ich die Rendite mit dem Ausfallfaktor (3.07% der Kreditanzahl sind ausgefallen) multipliziert habe (auch nicht ganz korrekt, ich weiss…) -> 6.44% x (100% – 3.07%) = 6.23% p.a Rendite nach Ausfällen.

Lendix im Vergleich mit ETF, Quellen: Bloomberg / eigene Berechnungen

Diese Jahresrendite habe ich für den Vergleich in der ersten Graphik für das erste Jahr um 2% und das zweite Jahr um 1% geschmälert. Ab dem dritten Jahr wird die Rendite von 6.23% vollständig miteinbezogen. Da ich keine monatlichen Daten habe, habe ich die Lendix-Kurve der Einfachheit halber jeweils per Anfang eines Jahres gezogen, darum auch die «Treppenform». Klar ist das nicht ganz korrekt, aber wie gesagt… Wir sehen also, dass einzig die High Yield Anleihen in etwa mit den Lendix Renditen mithalten können, was ich in etwa so erwartet hatte.

In der nächsten Graphik habe ich noch die per annum Renditen der verschiedenen ETF und der Lendix Anlagen festgehalten. Man sieht auch hier deutlich, dass die Hochzinsanleihen und Lendix vorne liegen.

Vergleich per annum Renditen Lendix vs ETF Quellen: Bloomberg / eigene Berechnungen

Fazit

Trotz der unterschiedlichen Ausgangslage finde ich, dass man dem Vergleich etwas abgewinnen kann. Man sieht, dass man mit Lendix Krediten bis anhin besser bedient gewesen wäre (aus Renditebetrachtung) als mit den Anleihen ETF’s. Da die Vergleichbarkeit nicht wirklich gegeben ist, sehe ich p2p Kredite als Beimischung für ein Anleihen Portfolio, aber nicht als komplette Alternative. Der Track Record zu den Krediten ist zu kurz und auch die Liquidität bei der Anlage oder der Veräusserung ist nicht gegeben wie bei Anlagen in ETF. Liquidität sollte nie ausser Acht gelassen werden. Was ich noch versuchen werde: Ich versuche mal die Ausfallwahrscheinlichkeit der High Yield Bonds und den Lendix Krediten zu berechnen, aber dazu mehr in einem nächsten Artikel.

ps: Mit Registrierung durch diesen Link erhaltet ihr 20 Euro Bonus, sobald ihr 200 Euro oder mehr eingezahlt habt.

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Immobilien Investments mit p2p Teil 1

In meinem letzten Artikel ging ich darauf ein, was man tun kann, wenn zuviel Cash im Account rumliegt. Ich habe euch dort einige Plattformen genannt, wo man das Geld unterbringen könnte. Bewusst aussen vor gelassen habe ich p2p Plattformen, bei welchen man in Immobilien investieren kann. Warum? Weil diese Plattformen für mich gesondert von den Buyback Plattformen betrachtet gehören, da dort ein physischer Wert «beleiht» wird und man nicht von der Finanzkraft der Plattform oder des Darlehengebers abhängig ist. Welche Plattformen gibt es da (vorwiegend) im Baltikum (die Aufzählung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und Plattformen aus UK und anderen Teilen Europas kommen im Teil 2 an die Reihe)?

Im Unterschied zu den Buyback Plattformen wo man als Investor in verbriefte Kredite investiert, sind bei den Immobilien Plattformen immer die Immobilien (oder ein Stück Land, auf jedenfall etwas physisch vorhandenes) beleiht. Wie hoch die Beleihung der Immobilie ist, zeigt uns die Kennzahl LTV (loan to value ratio) an, was uns das Verhältnis von Wert und Schuld wiedergibt. Beispiel: Wert der Immobilie 100k, Höhe des Kredits 60k ergibt also eine Beleihungsquote von 60% (60/100). Sieht relativ sicher aus, oder? Das Problem hierbei ist jedoch, dass es sich beim Wert der Immobilie immer um einen Schätzwert handelt, welcher auch zu hoch angesetzt werden kann. Die LTV Werte sind also mit Vorsicht zu geniessen. Auch wenn der Schätzpreis dem (theoretischen) Marktpreis entsprechen sollte, sind wir noch nicht auf der sicheren Seite. Es muss im Falle eines Verkaufs immer noch ein Käufer gefunden werden, welcher bereit ist diesen Wert zu zahlen. Gibt es nur wenige Käufer, kann es gut sein, dass der Preis gedrückt wird. Andernfalls ist es auch möglich, dass der geforderte Kaufpreis gezahlt wird, aber ein Käufer erst in einem Jahr gefunden wird. Behaltet diese «Risiken» im Hinterkopf. Immobilienanlagen sind nicht risikolos, aber man kauft Substanz, die im Bedarfsfall vorhanden ist.

Kommen wir nun aber zu den Plattformen:

Estateguru

Mit bald 200 finanzierten Projekten (und vielen zurückbezahlten) gehört Estateguru (mit diesem Link gibt es 0.5% cashback auf die Investitionen der ersten 3 Monate) sicherlich zu den erprobteren Plattformen im Immobilienbereich. Auch sehen wir hier langsam aber sicher wie sich die Plattform verhält, wenn Zahlungen ausbleiben. Einen sehr interessanten Fall finde ich diesen hier. Der Kreditnehmer konnte nicht bezahlen und so wurde die Immobilie als

Aktuelles Estateguru Projekt

Sicherheit in eine von Estateguru kontrollierte Firma übertragen. Der säumige Kreditnehmer hat nun bis Ende Oktober Zeit die Immobilie zurückzukaufen. Danach wird diese veräussert und falls das geschieht, sehen wir wieviel Sicherheit wirklich in den Immobilien steckt. Es gibt auch noch andere Kredite, welche überfällig sind, verwertet wurde aber noch keiner. Die Grosszahl der Kredite wird aber mehr oder weniger Fristgerecht (meist auch vorzeitig) abgelöst. Falls nicht, kommen auch Strafzinsen zum Tragen. Es ist auch schon passiert, dass ein Kredit finanziert wurde, der Schuldner aber die notwendigen Dokumente nicht liefern konnte, und so das Kapital nicht ausgezahlt wurde. In diesen seltenen Fällen hat Estateguru die Zinsen für die blockierte Zeit des Geldes aus der eigenen Tasche gezahlt. Ich bin nun schon zweimal in diesen Genuss gekommen, ich finde dieses Verhalten vorbildlich. Gemäss Statistik sind noch keine Projekte im Status «ausgefallen», das heisst länger als 45 Tage im Verzug. Das stimmt aber nicht ganz, denn das oben erwähnte Projekt ist ganz klar mehr als 45 Tage überfällig, aber ich will mal nicht so sein 😉 Schlussendlich finde ich Estateguru eine lohnenswerte Plattform, bei welcher ich jetzt dann bald 2 Jahre anlege und noch keinen Ausfall hatte. Die Anzahl verfügbarer Kredite war lange Zeit ein Problem, es kamen einfach zu wenige. Das hat sich nun nachhaltig verändert, momentan kommen mehrere Projekte pro Woche, was mir das Anlegen erleichtert. Ich versuche einen guten Mix von verschiedenen Projekttypen zu erhalten und präferiere Projekte, welche monatlich Zinsen zahlen. Dies aus dem einfach Grund: Wenn die Raten schon ausbleiben, passiert schneller was, als wenn man die Endfälligkeit abwartet. Sehe ich aber gute Projekte (vor allem in den Innenstädten), schreckt mich aber auch eine Endfälligkeit nicht ab. Estnische Projekte haben bei mir auch Vorrang gegenüber anderen, aber auch denen bin ich nicht abgeneigt, ich will aber mehr als 50% estnische Kredite im Portfolio haben.

Bulkestate

Bulkestate hat in Lettland begonnen und nun aber Ihren Sitz nach Estland verlegt, da dort die regulatorischen Rahmenbedingungen besser sind für Crowdfunding Plattformen. Seitdem kommen langsam einige Projekte mit teilweise stolzen Renditen. In den nächsten Tagen sollen zwei sehr grosse Projekte auf der Plattform aufgeschaltet werden. Eines ist ein sogenannter Bulkdeal, wo sich Investoren zusammentun und eine Hotelanlage in Burgas, Bulgarien erwerben. Das andere Projekt soll ein mehrstufiges Immobilienentwicklungsprojekt in Riga sein.

Bulkestate Projekt

Der Plattform gegenüber bin ich grundsätzlich positiv eingestellt, auch wenn diese noch in den Kinderschuhen steckt und noch über keinen grossen Leistungsausweis verfügt (es wurde erst ein Projekt zurückgezahlt). Bis jetzt sind alle Projekte endfällig gewesen, was eine Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt schwierig macht. Technisch wie optisch macht die Plattform einiges her. Es gibt aber (noch) kein Investorenkonto, auf das man Geld vorrätig einzahlen könnte. Man muss dort von Projekt zu Projekt seinen Einsatz vormerken und dann überweisen.

Ich habe mich bereits einige Male mit den Verantwortlichen ausgetauscht und einen guten Eindruck erlangt. Da es momentan noch nicht so viele Projekte gibt, schlage ich vor, dass ihr einen kostenlosen Account eröffnet, damit ihr informiert werdet, sobald ein neues Projekt verfügbar ist.

Crowdestate

Nun doch schon einige Zeit am Markt ist Crowdestate, auch wenn man von der Plattform nicht allzuviel liest und hört. Einen Überblick zur Funktionsweise habe ich in diesem Artikel gegeben. Neuerdings bietet Crowdestate auch kleinere Geschäftskredite an, welche mit Immobilien besichert sind.

Die meisten Projekte zahlen die ersten Zinsen nach 12 Monaten oder sind endfällig. Daher ist auch hier eine Einschätzung eher schwierig, obwohl man hier einen kleinen Track Record hat, da bereits einige Projekte zurückgezahlt wurden. Schön ist auch, dass man als Investor quartalsweise ein Update mit vielen Infos zu den Investitionen erhält.

Auf mich macht die Plattform einen professionellen Eindruck. Ich denke, es kann nicht schaden, wenn ihr euch die Plattform mal etwas genauer anseht.

Housers

Vor einigen Wochen habe ich bei Housers (bis zum 31. Oktober gibt es mit diesem Link 50 Euro cashback) das erste mal investiert. Ausschlaggebend war für mich, dass ich hier in eine andere Region investieren konnte. Ich habe in einige verschiedene Projekte investiert und bereits die ersten monatlichen Zahlungen erhalten (10% vom Gewinn behält Housers als Kommission). Einige Projekte sind sogenannte buy to sells, also wird eine Immobilie gekauft, renoviert und (hoffentlich) gewinnbringend verkauft. Bei diesem Projekten ist die Laufzeit auf 12 Monate angegeben, der Gewinn ist also abhängig vom erzielten Verkaufspreis. Ob die Annahmen realistisch sind, kann ich erst dann abschätzen. Ich mag jedoch den Mix aus Projekten für den Verkauf, solchen zur Vermietung und rein zinsbasierten.

Aktuell ist ein attraktiv scheinendes Hostel (scheint gerade Mode zu sein;)) in Valencia in der Finanzierungsphase. Ein sehr grosses Projekt mit einem Kapitalbedarf von gegen 2 Mio Euro. Dort partizipiert man an der Wertsteigerung sowie an den Einnahmen (monatlich).

Housers trägt dem Crowdfunding Gedanken Rechnung, da momentan auf

Housers Hostel

Crowdcube eine Finanzierungsrunde durchgeführt wird. Ihr könnt euch also auch direkt als Aktionär an Housers beteiligen. Die Bewertung finde ich stattlich und daher investiere ich auch nur den Minimalbetrag (wenn überhaupt). Zugang zum Pitch kriegt ihr nur über diesen Link. Ich kann leider keine Details nennen, da die Daten geheim sind und nur im Projekt selbst gezeigt werden sollen.

Das wars mit diesem Beitrag, im nächsten Immobilien-Beitrag gehe ich auf UK Plattformen ein, davon gibt es so einige 😉 . Wenn euch Buyback Plattformen lieber sind, dann lest doch mal was ihr tun könnt, sollte dort cash rumliegen.

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