Finbee – eine litauische P2P Plattform

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Finbee ist eine litauische p2p Plattform, welche Investoren mit europäischem und schweizerischem Wohnsitz offen steht. Finbee vergibt aktuell nur Kredite an Personen in Litauen. Testweise soll Finbee den Tschechischen Markt im Auge haben.

Wenn ihr bis hier gelesen habt, denkt ihr wohl, na super, eine weitere Plattform wie die anderen. Das stimmt nicht ganz, denn Finbee hat eine andere Vorgehensweise bei der Überprüfung der Kreditwürdigkeit der Antragssteller. Alle Gesuchsteller werden persönlich zu einem Treffen gebeten, und erst dann wird über den Kredit entschieden. Man kann zu diesem Vorgehen geteilter Meinung sein, vorallem im Zeitalter des Internets, wo man viele Dinge bereits online erledigen kann. Ich jedoch finde dieses Vorgehen toll, denn ich denke, man kann hier noch mit einer persönlichen Meinung mehr herausfinden, als wenn man sich stur auf die vorliegenden Daten und Metriken verlässt. Aber wie gesagt, jedem seine Meinung dazu.

Ausfälle, Verzüge und der Kompensationsfonds

Finbee veröffentlicht jeweils hier sein gesamtes Kreditportfolio und man kann die Ausfälle und Verzüge nachvollziehen und andere Berechnungen anstellen. Man sieht hier per Berichtsdatum, dass 7.7% der Kredite weniger als einen Monat überfällig sind, weitere 2.6% bis zu zwei Monate überfällig sind, und 2.5% mehr als zwei Monate überfällig sind. Nach 60 Tagen, in der ein Kreditnehmer die Rate nicht bezahlt hat greift der Kompensationsfonds und leistet die monatlichen Ratenzahlungen als Ausgleich, solange bis der Schuldner wieder Raten bezahlt. Für Investoren bietet der Kompensationsfonds eine zusätzliche Sicherheit. Die Sicherheit, also der Kompensationsfonds ist natürlich endlich. Finbee sagt, dass der Fonds solange greift, bis maximal 10% des gesamten Kreditportfolios über 60 Tage im Rückstand sind. Man hat also keine 100%ige Garantie, aber das ist doch besser als Nichts. Gespiesen wird der Kompensationsfonds durch die Kreditnehmer, welche bei Gutheissung des Kredites etwa 1% in den Fonds einzahlen. Man kann sich jetzt darauf verlassen, dass Finbee stark wächst und somit der Fonds von immer neuen Kreditnehmern geäuffnet wird. Das geht natürlich solange gut wie das Volumen gesteigert werden kann, aber irgendwann ist sowieso Schluss. Daher würde ich mich nicht zu sehr auf den Fonds verlassen.

Hohe Zinsen  und der Auktionsmodus

Das Finbee Portfolio weist momentan einen durchschnittlichen Zinssatz aller Darlehen von 24.3% aus, was doch eher beachtlich ist, vorallem mit eher geringen Ausfallraten.

Man kann bei Finbee manuell auf einzelne Kreditanträge bieten, oder automatische Portfolios erstellen. Was bei allen gleich ist, man kann einen Zinssatz wählen (Mindestgebot ist EUR 5) und der Zinssatz, welcher dem Kreditnehmer geboten wird, ist der  Durchschnittszins aller Gebote. Es kann also sein, dass der Darlehensnehmer am Schluss 24.7% zahlt, man jedoch 30% erhält, da dieses Gebot noch nicht unterboten wurde. Die andere Möglichkeit ist natürlich, dass man weniger erhält, zB wenn man hier nur 20% geboten hätte.

Sekundärmarkt

Finbee bietet auch einen Sekundärmarkt, auf welchem Kredite gekauft und verkauft werden können. Es werden jedoch nur Kredit zugelassen, welche mindestens eine Zinszahlung geleistet haben und nicht im Verzug sind. Wenn man den Kredit kauft, zahlt man den vom Verkäufer festgesetzten Aufschlag sowie die angefallenen Zinsen seit der letzten Zahlung. Viele Angebote sind nur mit hohen Aufschlägen erhältlich und rentieren demnach weniger gut. Momentan besteht auf dem Primärmarkt ein Nachfrageüberhang seitens der Kreditnehmer, daher sollte man gute Renditen von teilweise über 30% erreichen können.

Fazit

Finbee ist für mich eine gute Alternative zu anderen Plattformen. Zum einen ist man nicht mehr nur auf Lettland, Estland und Grossbritannien beschränkt und kann sein Länderrisiko weiter streuen. Zum anderen gibt es hier noch sehr gute Zinssätze zu holen. Schlussendlich läuft es bei p2p Anlagen immer auf das Vertrauen in die Plattform heraus. Durch die persönliche Prüfung der Kreditnehmer ist hier mein Vertrauen grösser als bei anderen Plattformen.

Die Plattform von Finbee ist doch eher kompliziert aufgebaut und man sollte sich zuerst etwas Zeit nehmen um sich mit dieser auseinander zu setzen. Hat man es aber verstanden, macht es doppelt Spass.

Bei Fragen einfach posten. Happy investing!

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