Viventor – Viva España?

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Auf der Suche nach einer weiteren Plattform zur Diversifikation, bin ich auf die „spanische“ Plattform Viventor gestossen. Zuerst dachte ich mir, super, jetzt kann ich auch noch über eine weitere Region diversifizieren. Nach genauerem Studium der Plattform ist mir dann aufgefallen, dass die Kredite aus Spanien sind, und auch von spanischen Loan Originators auf die Plattform gestellt werden, der Sitz der Plattform ist jedoch Lettland. Trotzdem habe ich mich registriert umd die Plattform zu testen.

Wer steht hinter Viventor?

Viventor wurde von der spanischen Kreditfirma Prestamos Prima gegründet. Im Februar hat die Finstar Group 51% an Viventor übernommen. Finstar ist ein Private Equity Unternehmen, und hat langjährige Erfahrung im Aufbau und der Erweiterung von Firmen. Es ist sicher nicht schlecht, so eine Firma hinter sich zu wissen.

Welche Kredite werden auf Viventor angeboten?

Im Moment werden nur kurzlaufende Konsumkredite sowie mit Immobilien besicherte Kredite angeboten. Momentan werden diese von den Loan Originatoren Twinero (=Prestamos Prima), Seymoure und Primor angeboten. Zudem sollte in den nächsten Tagen ein Schwedischer Konsumkredit Anbieter die ersten Kredite auf der Plattform anbieten. Es werden wohl weitere folgen, denn die Plattform entwickelt sich in meinen Augen Richtung Mintos.

Investieren/Autoinvest

Sehr positiv erachte ich die Tatsache, dass es mehr als genügend Kredite auf dem Primär- sowie Sekundärmarkt hat. Eine Investition in 12% kurzlaufende Kredite ist also problemlos möglich. Zudem kann man sich auch einen Autoinvest anlegen, welcher die Gelder investiert und nach Rückzahlung reinvestiert. Hier seht ihr einen Überblick vom Angebot und den Filtermöglichkeiten:

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Rückkaufgarantie (Buyback) 

Auch Viventor (respektive die Loan Originator) bietet eine Rückkaufgarantie für alle Kredite an, welche länger als 60 Tage überfällig sind. Es werden das Kapital sowie die aufgelaufenen Zinsen erstattet. Beispiel: Ein Kredit läuft 10 Tage und man investiert EUR 10 bei 12% Jahreszins, dieser Kredit zahlt nicht retour, und so werden nach 70 Tagen (10 Tage Kreditlaufzeit + 60 Tage) das eingesetzte Kapital von EUR 10 sowie die Zinsen für 70 Tage (= 23 Cent) zurückgezahlt. Sicherlich eine gute Sache, aber ich gebe zu bedenken: Eine Garantie ist nur soviel Wert, wie derjenige welcher diese abgibt. Im Beispiel vom Originator Twinero, wurden gemäss Aussagen von Viventor alle überfälligen Kredite zurückgekauft.

Fazit

Viventor gefällt mir als Plattform gut, auch wenn optisch noch einiges getan werden muss. Auch die deutsche Übersetzung muss noch verbessert werden. Das Management ist sehr bestrebt eine wirklich gute Plattform bereitzustellen. Ich habe mich in einem Gespräch mit Toms Niparts (Head of Operations) davon überzeugen können. Zudem ist man wirklich innovativ. Viventor hat eine eigene online Zeitschrift, mit dem passenden Namen Finventor,  zum Thema Fintech herausgebracht. Diese ist in Deutsch und Englisch verfügbar. Hier kann man die erste Ausgabe vom Finventor in Deutsch runterladen.

Ich werde die Plattform weiter testen und meine Erfahrungen mit euch teilen.

Bei Fragen einfach posten oder via Kontaktformular bei mir melden. Happy investing!

rebuildingsociety.com – KMU Kredite in UK

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Rebuildingsociety.com ist eine p2p Plattform in Grossbritannien, welche Kredite von Investoren an kleinere und mittlere Unternehmungen (SME = small and mid entreprises) vermittelt.

Ich habe mir rebuildingsociety angeschaut, da ich eine Alternative zu Plattformen im Baltikum gesucht habe. Der englische Markt hat den grossen Vorteil, dass dieser im Bereich p2p schon sehr gut reguliert ist und das Anlegen in p2p Kredite schon beinahe zum Standard gezählt werden kann, und das nicht wie in anderen Ländern noch eine Nische ist. Der p2p Markt im United Kingdom hat 2015 schon stattliche 5% des gesamten Kreditvolumens ausgemacht.

Registration

Die Registrierung ist einfach, und man muss eigentlich nur seine Adresse angeben, welche dann für Leute mit Wohnsitz in UK geprüft wird. Für alle anderen Investoren steht die Plattform auch offen, man wird jedoch vom Support kontaktiert und muss ein Bild seiner ID oder dem Reisepass mailen. Danach wird man dann freigeschaltet. Dies kann einige Tage dauern. Um das ganze abzukürzen kann man nach der Registrierung dem Support das Bild des Passes oder der ID proaktiv vorab senden.

Willkommensbonus von GBP 10 und 0.5% cashback!

Sobald die Registrierung abgeschlossen ist und die Identität von rebuildingsociety bestätigt wurde, kriegt man eine Gutschrift von GBP 10 (aber nur wenn man sich über einen Link auf diesem Blog registriert, der selbe Betrag wird auch mir gutgeschrieben). Dies entspricht auch gleich der Mindestanlage in einem Projekt. Zusätzlich kriegt man noch 0.5% cashback gutgeschrieben auf seine Investition, sobald der Kredit finanziert ist. Man kann die Plattform also kostenlos und risikofrei testen. 

Kredite und Ausfälle

Die Kredite auf der Plattform werden von KMU in Grossbritannien angefordert. Diese beginnen bei GBP 50’000 und haben je nach Rating Zinssätze von bis zu 20%. Die Unternehmen kommen aus den verschiedensten Sektoren. Zudem hat man die Möglichkeit sich mit den Kreditnehmern in einer Art Forum für den Kredit auszutauschen und allfällige Fragen so zu klären.

Rebuildingsociety gibt die aktuelle Ausfallrate mit 9.6% an, was ich nicht als unbedingt tief errachte. Man muss sich aber vor Augen halten, dass bei Zinssätzen bis zu 20% ein erhöhtes Ausfallrisiko bestehen muss. Die Recovery Rate auf den Krediten wird mit 40% angegeben, was die Verlustrate auf etwa 5.8% runterbringt (9.6% x 40%). Das heisst also, sollte man von einem Ausfall betroffen sein, dass die Verluste (bei genügender Diversifikation) mehrfach von den erwirtschafteten Zinsen gedeckt sind und man trotzdem noch eine positive Rendite machen sollte.

Die Ausfälle haben die Investorengemeinde doch etwas aufgewühlt, wie man in diesem Forum in englischer Sprache nachlesen kann. Ich kann nicht beurteilen wieviel Gehalt in den Aussagen steckt, oder ob es sich um einige Investoren handelt, die ihre Anlagen nicht genügend diversifiziert haben und so von einer höheren Ausfallrate betroffen sind. Ausfälle gehören nunmal zum Investieren dazu. Was mich aber eher nachdenklich stimmt ist, dass einige Investoren der Plattform vorwerfen, sie reagiere bei Zahlungsverzügen zu langsam und zu wenig hart. Zudem wird immer wieder die Informationspolitik bemängelt. Ich werde hier meine Erfahrungen machen und mit euch teilen.

Auszahlung von Zinsen oder Geldern

Ein sehr nettes Feature finde ich, dass man Einstellungen vornehmen kann, wie man die Zinsen ausgezahlt haben will oder nicht. Man kann einstellen, dass man die ganzen oder die halben Monatszinsen ausbezahlt bekommt. Oder die Zinsen reinvestiert werden, oder das ein fixer Betrag monatlich ausgezahlt wird. Oder ganz klassisch, dass man die Auszahlungen selber beantragt. Das finde ich ganz toll, und habe ich noch auf keiner anderen Plattform gesehen. Unten seht ihr den Screenshot davon:

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Fazit

Ich finde rebuildingsociety eine interessante Plattform (auch wenn mir das Design teilweise etwas Angst macht 😉 ). Ich muss die Plattform aber die nächsten Monate weiter testen um mir ein besseres Bild machen zu können, bevor ich einen grösseren Betrag einzahlen kann. Für Interessierte kann ich nur empfehlen den Willkommensbonus zu ergattern und die Plattform so kostenlos und risikofrei zu testen.

In einigen Monaten werde ich ein Update zur Plattform auf diesem Blog veröffentlichen.

Hier seht ihr noch einen Screenshot vom Dashboard, welches ich als sehr übersichtlich empfinde:

 

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Bei Fragen einfach posten. Happy investing!

Estateguru – Update und Tipp

Es ist nun etwas mehr als fünf Monate her, seit ich die erste Investition bei Estateguru getätigt habe. Zeit also um meine Erkenntnisse mit euch zu teilen (hier findet ihr übrigens meinen ersten Bericht).

Untenstehend seht ihr die Volumenentwicklung von Estateguru. Auffällig dabei ist, dass das Volumen in den letzten Monaten markant angestiegen ist. Estateguru konnte im August die Finanzierung von mehr als EUR 10 Millionen in Projekten feiern. Die Pipeline scheint stramm gefüllt, so dass noch viele Projekte bis zum Jahresende folgen dürften:

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Die Rendite der Investoren bei den bereits zurückbezahlten Krediten beträgt satte 11.77%, und dies bei Krediten, wo jeweils diverse Sicherheiten vorhanden sind. Ich möchte das Augenmerk nochmals auf die Entwicklung lenken, man kann jeweils sprunghafte Anstiege im Volumen feststellen. Das liegt darin begründet, dass Estateguru nicht stur jede Woche ein Projekt bringt, sondern dann wenn sie bereit sind. Daher kann es vorkommen, dass ein bis zwei Wochen kein Projekt zur Verfügung steht und dann innerhalb einer Woche gleich 4 bereitstehen, welche dann je nach Grösse sehr schnell voll investiert sein können. Es heisst also: Schnell sein! Und genau das bringt mich zum Tipp -> Immer etwas Geld auf dem Konto lassen, um die nächsten 1 bis 2 Projekte finanzieren zu können, und dann wieder Geld nachschiessen, damit man für die nächste Runde bereit ist.

Und mein nächster Tipp: Auch wenn es manchmal etwas dauert, bis ein neues Projekt online geht, nicht gleich die Geduld verlieren und zuviel in ein Projekt investieren. Diversifikation ist gefragt. Man sollte über die Zeit sicherlich in etwa 20 und mehr Projekte investieren. Angenommen man investiert in 20 Projekte, und erzielt eine erwartete Rendite von über 10%, dann können 2 Projekte ausfallen, und man verliert noch kein Geld. Und dies nur unter der Annahme, dass die hinterlegten Sicherheiten kein Geld bringen, was eher unrealistisch erscheint. Eine geschätzte Recovery Rate von Estateguru ist mir nicht bekannt, aber diese sollte schon höher als null sein, vorallem da diverse Kredite mit wertvollen Immobilien in der Talliner Altstadt besichert sind und diese gut verwertbar sein sollten.

Diese Stichworte bringen mich zu einer weiteren Grafik, welche auf Estateguru auffindbar ist:

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Von den ausgeliehenen EUR 10 Millionen sind bereits mehr als 30% an die Investoren zurückbezahlt worden. Die Zinsen betrugen EUR 381’404, was einer Durchschnittsrendite von 11.13% entspricht. Warum diese Renditezahl nun etwas tiefer ist als in der obigen Grafik, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich schätze mal, dass die untere Grafik weniger aktuell ist. Es kam bislang noch zu keinem Default, also einem Ausfall, bei dem Investoren Geld verloren haben. Es liegt jedoch in der Natur der Sache, dass es irgendwann zu einem Ausfall kommen wird. Daher nochmals mein Appell: Diversifikation! Diversifikation! Auch wenns langweilig wird DIVERSIFIKATION!! Mit einer guten Verteilung der Anlagen auf mehrere Projekte, verringert ihr den Schaden, der ein Ausfall in eurem Portfolio anrichtet.

Noch etwas zum Ausblick. Estateguru hat ein Jobinserat aufgeschaltet, worin ein Kreditmanager für den UK Raum gesucht wird. Estateguru hat angekündigt, dass sie auch Kredite in Britischen Pfund anbieten wollen. Aufgrund der Brexit Abstimmung haben sie dieses Vorgehen nochmals überdacht. Das Jobinserat vermittelt mir den Eindruck, dass Estateguru an seinen Expansionsplänen weiter festhält.

Noch etwas in eigener Sache: Solltet ihr euch entschliessen auch bei Estateguru zu investieren, dann könnt ihr euch via einen Estateguru Link auf dieser Seite registrieren, was den Vorteil hat, dass ihr während der ersten 3 Monate, jeweils 0.5% gutgeschrieben bekommt auf eure Investments. Investiert ihr also EUR 50, werden euch 25 Cent aufs Konto gutgeschrieben, sobald der Kredit finanziert ist und das Geld dem Kunden überwiesen wurde. Die gleiche Gutschrift erhalte ich übrigens auch. Das Ganze kostet euch nichts, es verbessert sogar noch eure Rendite 😉

Weitere Informationen findet ihr auch in meinem ersten Estateguru Beitrag.

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Twino – mein Erfahrungsbericht

Twino ist eine weitere baltische p2p Plattform mit Sitz in Riga, Lettland. Twino bietet Konsumkredite in Georgien, Polen und Dänemark mit Laufzeiten bis zu 24 Monaten an. Die Zinssätze beginnen für polnische Kredite bei 10% und bei georgischen bei 12% für einmonatige Kredite. Die dänischen Kredite kann ich nicht beurteilen, da ich diese noch nie auf der Plattform gesehen habe. Es werden Kredite mit Buyback Garantie sowie unbesicherte Kredite angeboten, deren Zinsen viel höher sind. Die unbesicherten Kredite sind in Kategorien von A bis C eingeteilt, wobei ein Kredit mit einem C-Rating gegen 40% an Zinsen bezahlt. Vorsicht ist hier geboten, die Ausfallraten dürften massiv hoch sein, jedoch liegen hier noch keine Erfahrungswerte vor.

Auto-Invest als grosser Vorteil

Ein grosser Vorteil an Twino ist, dass man sich um die Bewirtschaftung seiner Anlagen keine allzugrossen Gedanken machen muss. Twino bietet einen automatischen Investitionsservice an: genannt Autoinvest. Man kann sich in seinem Account Portfolios nach seinen Vorstellungen einrichten, welche dann von der Plattform investiert und bei Auslauf von Krediten und erhaltene Zinsen wieder reinvestiert. Theoretisch ist so eine Rendite von 12.68% pro Jahr möglich (Rechnung: 12% pro Jahr = 1% pro Monat, wenn man dies 12 mal macht kann man 1% hoch 12 rechnen und erhält 12.68%), sofern man jeweils die Rückzahlungen und Zinsen zu gleichen Konditionen wieder anlegen kann. Zudem sollte der Autoinvest auch problemlos funktionieren, was gemäss diverser Meldungen nicht immer gegeben ist.

Risiken

Bei hohen Zinssätzen ist immer ein hohes Risiko gegeben. Twino will dem bei den mit buyback Garantie ausgestalteten Krediten entgegentreten. Twino kauft alle Kredite zurück, welche mehr als 60 Tage überfällig sind. Es wird die Einlage sowie die nicht erhaltenen Zinsen zurückerstattet, und sollte den Anleger somit schadfrei halten. Das ist natürlich eine gute Sache, aber man ist hier darauf angewiesen, dass Twino sein versprechen wahr macht und die Garantie einhält, man hat es hier also mit einem enormen Plattformrisiko zu tun. Wenn ihr euch mal die Kredite auf der Page anschaut, dann seht ihr, dass viele verspätet oder verlängert sind. Viele der Kredite werden wohl zurückgekauft werden müssen, und dies geht nur so lange gut, wie Twino von den Kreditnehmern das Geld eintreiben kann.

Fazit

Twino ist sicherlich eine geeignete Plattform für Anleger, welche die Anlageentscheidungen delegieren möchten. Das Risiko darf keinesfalls trotz Rückkaufgarantie unterschätzt werden. Ich für meinen Teil werde meine Einlage bei Twino vorderhand nicht erhöhen, ich bin hier eher skeptisch, aber das ist meine subjektive Meinung.

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Finbee – eine litauische P2P Plattform

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Finbee ist eine litauische p2p Plattform, welche Investoren mit europäischem und schweizerischem Wohnsitz offen steht. Finbee vergibt aktuell nur Kredite an Personen in Litauen. Testweise soll Finbee den Tschechischen Markt im Auge haben.

Wenn ihr bis hier gelesen habt, denkt ihr wohl, na super, eine weitere Plattform wie die anderen. Das stimmt nicht ganz, denn Finbee hat eine andere Vorgehensweise bei der Überprüfung der Kreditwürdigkeit der Antragssteller. Alle Gesuchsteller werden persönlich zu einem Treffen gebeten, und erst dann wird über den Kredit entschieden. Man kann zu diesem Vorgehen geteilter Meinung sein, vorallem im Zeitalter des Internets, wo man viele Dinge bereits online erledigen kann. Ich jedoch finde dieses Vorgehen toll, denn ich denke, man kann hier noch mit einer persönlichen Meinung mehr herausfinden, als wenn man sich stur auf die vorliegenden Daten und Metriken verlässt. Aber wie gesagt, jedem seine Meinung dazu.

Ausfälle, Verzüge und der Kompensationsfonds

Finbee veröffentlicht jeweils hier sein gesamtes Kreditportfolio und man kann die Ausfälle und Verzüge nachvollziehen und andere Berechnungen anstellen. Man sieht hier per Berichtsdatum, dass 7.7% der Kredite weniger als einen Monat überfällig sind, weitere 2.6% bis zu zwei Monate überfällig sind, und 2.5% mehr als zwei Monate überfällig sind. Nach 60 Tagen, in der ein Kreditnehmer die Rate nicht bezahlt hat greift der Kompensationsfonds und leistet die monatlichen Ratenzahlungen als Ausgleich, solange bis der Schuldner wieder Raten bezahlt. Für Investoren bietet der Kompensationsfonds eine zusätzliche Sicherheit. Die Sicherheit, also der Kompensationsfonds ist natürlich endlich. Finbee sagt, dass der Fonds solange greift, bis maximal 10% des gesamten Kreditportfolios über 60 Tage im Rückstand sind. Man hat also keine 100%ige Garantie, aber das ist doch besser als Nichts. Gespiesen wird der Kompensationsfonds durch die Kreditnehmer, welche bei Gutheissung des Kredites etwa 1% in den Fonds einzahlen. Man kann sich jetzt darauf verlassen, dass Finbee stark wächst und somit der Fonds von immer neuen Kreditnehmern geäuffnet wird. Das geht natürlich solange gut wie das Volumen gesteigert werden kann, aber irgendwann ist sowieso Schluss. Daher würde ich mich nicht zu sehr auf den Fonds verlassen.

Hohe Zinsen  und der Auktionsmodus

Das Finbee Portfolio weist momentan einen durchschnittlichen Zinssatz aller Darlehen von 24.3% aus, was doch eher beachtlich ist, vorallem mit eher geringen Ausfallraten.

Man kann bei Finbee manuell auf einzelne Kreditanträge bieten, oder automatische Portfolios erstellen. Was bei allen gleich ist, man kann einen Zinssatz wählen (Mindestgebot ist EUR 5) und der Zinssatz, welcher dem Kreditnehmer geboten wird, ist der  Durchschnittszins aller Gebote. Es kann also sein, dass der Darlehensnehmer am Schluss 24.7% zahlt, man jedoch 30% erhält, da dieses Gebot noch nicht unterboten wurde. Die andere Möglichkeit ist natürlich, dass man weniger erhält, zB wenn man hier nur 20% geboten hätte.

Sekundärmarkt

Finbee bietet auch einen Sekundärmarkt, auf welchem Kredite gekauft und verkauft werden können. Es werden jedoch nur Kredit zugelassen, welche mindestens eine Zinszahlung geleistet haben und nicht im Verzug sind. Wenn man den Kredit kauft, zahlt man den vom Verkäufer festgesetzten Aufschlag sowie die angefallenen Zinsen seit der letzten Zahlung. Viele Angebote sind nur mit hohen Aufschlägen erhältlich und rentieren demnach weniger gut. Momentan besteht auf dem Primärmarkt ein Nachfrageüberhang seitens der Kreditnehmer, daher sollte man gute Renditen von teilweise über 30% erreichen können.

Fazit

Finbee ist für mich eine gute Alternative zu anderen Plattformen. Zum einen ist man nicht mehr nur auf Lettland, Estland und Grossbritannien beschränkt und kann sein Länderrisiko weiter streuen. Zum anderen gibt es hier noch sehr gute Zinssätze zu holen. Schlussendlich läuft es bei p2p Anlagen immer auf das Vertrauen in die Plattform heraus. Durch die persönliche Prüfung der Kreditnehmer ist hier mein Vertrauen grösser als bei anderen Plattformen.

Die Plattform von Finbee ist doch eher kompliziert aufgebaut und man sollte sich zuerst etwas Zeit nehmen um sich mit dieser auseinander zu setzen. Hat man es aber verstanden, macht es doppelt Spass.

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Saving Stream – mein Erfahrungsbericht

 

 

Einleitung

Saving Stream ist eine stark wachsende P2P Plattform in Grossbritannien, welche für Internationale Anleger geöffnet ist. Angelegt werden kann ausschliesslich in GBP (Britische Pfund). Der Zinssatz beträgt für alle Projekte 12% pro Jahr (p.a. = per annum). Die Zinsen werden monatlich immer am ersten des Monats bezahlt.

Ursprünglich gewährte Saving Stream Darlehen auf Luxusjachten und ähnlichen Artikeln. Danach hat man sich mehr auf Baufinanzierungen zur Überbrückung fokussiert. Alle Projekte sind deshalb mit einem realen Wert besichert. Der Kreditbetrag ist meistens im Bereich von etwa 70% des Gesamtwerts angesiedelt. Man nennt diese Kennzahl auch LTV, als Loan to Value Ratio. Es ist also nichts anderes als folgende einfache Rechnung: Kreditbetrag/Wert Immobilie = Belehnungsquote oder halt LTV. Das Kreditvolumen beträgt momentan mehr als 100 Millionen GBP und es sind über 9000 Investoren registriert, wovon wohl gegen 2000 aktiv sein dürften.

Registrierungsprozess

Der Registrationsprozess ist einfach, man gibt seine Angaben an und verifiziert seine Email Adresse. Eine ID wird hochgeladen, und der Account wird rasch freigeschaltet.

 

Einzahlen

Einzahlungen können preisgünstig mit Transferwise gemacht werden. Ich kann Transferwise nur empfehlen, die günstigen Überweisungsgebühren kann man sich auch gleich durch einen sehr fairen Wechselkurs noch weitere Vorteile gegenüber einer Banküberweisung sichern. Hier mehr zu Transferwise.

Investieren

Eine Investition ist bereits ab einem Pence möglich. Ich empfehle aber eine Mindestinvestition von einem GBP, da so pro Monat ein Pence als Zinsen gezahlt werden. Bei kleineren Stückelungen kann man vom Zinseszinseffekt nicht profitieren. Ich würde aber empfehlen pro Projekt mindestens GBP 10 zu investieren. Das Totalinvestment würde ich am Anfang ab GBP 100 beginnen, besser wäre jedoch ein Vielfaches davon, da so eine bessere Diversifikation erlangt werden kann und man besser vom Zinseszinseffekt profitieren kann.

Die Projekte haben auch immer eine Restlaufzeit in Tagen angegeben. Die längste Dauer eines Kredites wird mit 365 Tagen angegeben. Wobei das nicht heissen muss, dass ein Kredit wirklich 365 Tage laufen wird. Der Kredit kann vorher zurückgezahlt, oder verlängert werden. Da es sich meistens um Immobilienprojekte handelt, ist es nicht selten, dass sich die Planung des Verkaufs oder die Bauten verzögern. Es ist also normal, wenn der Kredit ein wenig länger läuft. Ich empfehle jedoch, eher längere Restlaufzeiten zu bevorzugen und Anteile welche weniger als drei Monate Restlaufzeit aufweisen, abzustossen.

Ausfälle / Kompensationsfonds

Bislang ist es erst zu zwei Kreditausfällen gekommen, der einte Ausfall konnte sehr gut abgewickelt werden, so dass aus dem Verkaufserlös die Rückzahlung samt Zinsen sichergestellt werden konnte. Momentan ist ein Kredit als Ausfall gekennzeichnet. Hier konnte der Verkauf nicht wie geplant durchgeführt werden. Saving Stream sammelt nun Kaufofferten und versucht so das Kapital zurückzuholen. Falls das scheitert, wird man wohl auf den Kompensationsfonds zurückgreifen, damit wenigstens das Kapital zurückgezahlt werden kann an die Investoren. Ob der Fonds auch Zinsen bezahlt ist stand heute nicht klar. Auch wenn keine Zinsen gezahlt würden, wäre das verkraftbar. Lieber keine Zinsen, dafür keine Abschreibung auf dem Investment.

Der Kompensationsfonds wird mit Teilen von Zinserträgen (die bei Saving Stream verbleiben) aus den investierten Projekten geäuffnet.

Fazit

Saving Stream ist für mich eine sehr gute Plattform mit klaren Regeln und sehr gutem Support. Ich werde weiter investieren und mein Investment erhöhen. Fast hätte ich vergessen: Saving Stream fährt ein System, welches erlaubt auch ohne Guthaben Anteile zu kaufen. Dieses nennt sich INPL (Invest Now Pay Later). Saving Stream erlaubt es den Investoren die Anteile zu kaufen und das Geld erst später einzuzahlen. Normalerweise hat man 48 Stunden Zeit, seinen Account wieder auszugleichen.

Happy Investing, bei Fragen einfach posten.